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Lizum: Zwischen Himmel und Erde.

Es gibt Orte, an denen bekommt man das Gefühl, man befindet sich am Ende (oder eben auf dem Dach) dieser Welt, verborgen hinter einer langen Reise oder gar nur einmal um die Ecke. Erst viel später merkt man, welche neuen Kräfte diese Orte in einem ausgelöst haben.

Genauso gibt es “Stimmen”, die hörst Du nicht im Augenblick an diesen Orten. Irgendwann einmal kehren sie zurück, irgendwo auf deinem Weg durchs Leben, wenn Du einmal zur Ruhe kommst, Stille in Dir findest. Fern der Funktionalität des Alltags und der Hast die uns umgibt. Findest den Freiraum über das Leben nachzudenken. Über dein Leben. Und dann, auf einmal, flüstert sie, dann kannst Du sie hören, diese “Stimme” aus Irgendwann im Irgendwo. Nicht in deinem Ohr, sondern direkt in deinem Herzen. Sie ist Dir vertraut, aus einem Moment, in dem du diese nicht hättest wahrnehmen können, weil das Leben viel zu laut und schnell in seinem Trott verlief. Und dann, in einer völlig anderen Lebenssituation, ist sie dir auf einmal ganz nah und vertraut. In diesem Augenblick wird Dir bewusst, dass sie schon einmal mit Dir gesprochen hat. Keinen Roman. Keine Abhandlung. Keine Erklärung. Vielleicht nur ein Wort, einen Satz oder gar ein Gefühl. Und in Dir tritt ins Licht, dass sie der Auslöser für alle folgenden Veränderungen war, ganz unabhängig und losgelöst von Logik und Verstand.

Fotos: Sascha Gawrilow in den Tuxer Alpen, Lizumer Hütte, Österreich 11/08/08 – 03/10/08

Was war das für eine Zeit des emotionalen Zwiespalts zwischen Milchbauern, Wandertouristen und militärischen Scharfschützen. Ich werde wohl so manch beschwerliche Interaktion von moderner Zivilisation und bäuerlicher Tradition, die mir auf den schmalen Pfaden begegneten sowie die Melodien der gemeinsamen Abende inmitten bunter Nationalitäten des Wandervolks auf den Bänken an der Berghütte niemals vergessen. Diese Kraft der Augenblicke, diese Schönheit der Berge, die manch inneren Ausbruch hervor rief und mich bis zum heutigen Tag mit dem gewonnen Wissen darüber beflügelt, dass es weitaus mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als ich mir jemals erklären werden kann. Genauso wenig werde ich jene Entscheidung vergessen, die am Ende dieser acht Wochen der “Selbstfindungsphase” auf den Gipfeln der Tuxer Alpen für mich gefallen ist. – “Leben!” – Jene, die meine Lebenseinstellung von Grund auf veränderte. Es ist und bleibt eine schöne (wenn auch manchmal schmerzliche) Erinnerung die bis heute, auch sieben Jahre später, ein unbezahlbares Fundament ist und der Funke, der aus diesem entspringt, mich immer weiter antreibt neue verborgene Dinge in diesem Leben zu entdecken.

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