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Rhön: Winterland.

Alle Jahre wieder zieht es mich zurück in diese Gegend inmitten der Täler und Berge. Sie erinnern mich an Teile meiner Geschichte, meiner Erinnerungen, meinem Leben. Sie lassen mich spüren, dass ich Wurzeln habe. Wurzeln die mich halten, auch entfernt meiner Herkunft auf der Reise irgendwo zwischen all diesen Wegverzweigungen ferner dem Hier und Jetzt.

„Winterland (Rhön, Thüringen)“
Fotografie © 12/2014 by Sascha Gawrilow / Herr Sushi™

Noch bin ich suchend, experimentell in den Dingen die ich tue, ausprobierend in meinen Zielsetzungen und doch von dem überzeugt was ich erreichen will, überzeugt von meinen bisherigen persönlichen Meisterwerken, überzeugt von der Liebe die mich streben lässt. Alle Jahre wieder reise ich zurück in eine Heimat, die es mir erlaubt ins Bewusstsein zurück zu holen und zu erkennen, welcher Weg hinter mir liegt, an welchen Orten mein Herz sein Rhythmus fand und das weitaus mehr als Stillstand und Kreise mein Leben beherschen. Nord – Süd. Ost – West. Strebend. Richtungssuchend. Zielorientiert. Ziele verlierend. Planlos. – Und doch immer wieder irgendwo ankommend. Versuchend mir selbst ein richtungsweisendes Vorbild zu sein. Den Blick nicht nur nach vorn, sondern auch immer wieder einmal zurück werfend. Ich stehe auf der Höhe, die Nase ist kalt, mein Atem wandelt sich zu kleinen schwebenden Kristallen auf dem Weg durch die eisig kalte Luft.

Ich blicke sehnsüchtig in eine Ferne, die mir so nahe steht, dass ich spüre, wie eine Träne auf dem Weg an meiner Wange entlang eine leichte gefrorene Spur zurücklässt und sie für einen Moment diesen Augenblick festhalten zu wollen scheint. Ich sehe bewusst, mit jedem Atemzug genießend, in dieses Winterland hinein. Nehme es war, das Licht, die Schatten, die Formationen die mich umgeben, die Kälte, die Wärme in meinem Herzen… ich atme, atme langsam, atme als wolle ich Gemälde mit Worten in diese Schönheit des Augenblicks schreiben. Alle Jahre wieder reise ich zurück, dort in die Heimat, in der mein Herz es sich erlaubt höher zu schlagen. Dort in die Heimat, wo ich mich immer wieder finden kann. Dort wo ich tief unter meiner Brust spüre nicht ankerlos zu sein. Ich trage sie nah an meinem Herzen. Meine Heimat. Ganz egal an welchem Ort ich gerade in diesem Augenblick wieder auf der Suche bin.

Heimat. Sie ist bei mir.

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