Poesie
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Weil du lebst.

Sternenklare Nacht.
Mondschein.
Dunkle Gassen.
Menschenleere Straßen.
Die Stadt scheint verlassen.

Es sind kaum noch Lichter zu sehen,
die von Leben erzählen.
Und könnte ich wählen,
dann würde ich wegrennen, gehen
– doch du bist hier!

Auf dem Asphalt bewegen sich Schatten,
die tanzen und lachen und was sie auch tun,
es ist, als wollten sie dich fassen;
dich umhüllen mit schwarzen Tränen
und ihre Geschichte erzählen,
dein Herz mit Vergangenheit füllen,
es mit Erinnerung quälen.

Du versuchst dich neu aufzurichten,
neu zu orientieren.
Du willst stark sein und stehen,
die Gewalt nicht verlieren.
Niemals Schwäche zeigen,
aufgeben – nichts dergleichen riskieren.
Doch was immer du tust,
es bleibt die Angst tief in dir.

Dein Herz ist kraftlos geworden,
nur ein leiser Akkord,
du stehst barfuß an diesem Ort
und wünschst dich nur fort.
Weg von diesen Schatten,
`raus aus der Stadt,
aus der Nacht,
weg von dem, was uns geschaffen hat;
bist müde und matt.

Die Schatten kommen immer näher
und singen ein Lied
und dieses klingt unendlich nah,
als ob es deine Seele es schrieb.
Es erzählt von Schmerzen und Leid
und es ist keine Musik!
Vielmehr ein stummer, Schriller Schrei,
der aus vergangener Zeit blieb.

Deine Gedanken sind wie Feuer
und dein Herz ist wie Eis,
du bist nicht fähig, dich zu spüren.
Ein Gefühl, was dich zerreißt.
Was bedeutet Existenz schon,
wenn man doch nicht zu leben scheint?
Glaub` mir, ich weiß, dass du lebst,
denn ich kann sehen, wie du weinst!

Heiße Tränen aus Wasser und Salz in deinem Gesicht.
Langsam verschwimmt deine Welt und deine Hoffnung zerbricht.
Tausend Scherben auf dem Boden.
Farbenspiel am Horizont.
Wetterleuchten.
Regenbogen.

Sag, siehst du die Sonne nicht?!

Kategorie: Poesie

von

Sascha Gawrilow, geboren am 03. November 1979 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder, heute in Leipzig lebend. Ist gelernter Maler sowie staatlich anerkannter Erzieher. Wortsuchend, laienphilosophisch, fotografisch, naturverbunden, kreativ und veloverliebt ist er als Freigeist in der Wortfinderei, Laienphilosophie, Suchtprävention und als Schreiberling tätig und ist ein überaus begeisterter Radfahrer.

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