Texte, Unterwegs
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Stadtauswärts.

“Und nur wer tief in das Meer des Lebens tauchen kann, versteht es auch, hoch in seinen Himmel zu fliegen.” – Hans Kruppa

Ich radel hinaus aus der Enge dieser Menschenmasse in der Stadt, hinein in eine Stille, fernab der nie enden wollenden Rastlosigkeit. Lausche hinein, in eine Fülle der Ruhe, die so viel mehr zu sagen hat, als nur wortgeschwängerte Konversationen. Dort finde ich sie wieder, inmitten des Rauschens von Wind, Licht und Schatten.
Zwischen dem Blau des Himmels und den Blättern schwebend im Geäst. Diese zarten Dialoge, die mich meinen Herzschlag spüren lassen, mich zurück führen zu dem was ich bin. Zarte Dialoge, geschrieben in den Wind, mit solcher Kraft und Ruhe, stille unfassbare Gedanken und Worte zu dem zu formen, was sie sind: Der Anfang meiner Suche und zugleich das Ziel.
Unter dem Sonnenglanz, inmitten des Farbenspiels, schwinge mich heraus aus dieser Stadt. Hinaus aus diesem Alltag. Diese Zeit ist meine. Ich erlaube mir aus dem Rahmen zu fallen, um weich zu landen, während die Musik in meinem Kopf mich aus der Reihe tanzen lässt. Ich tauche unter allem Geschwätz hinweg, um am Ufer der Phantasien, jenseits aller Anforderungen und Zielsetzungen, wieder aufzutauchen und für ein paar Momente zu erleben wie dem Ernst des Lebens das Lachen vergeht. Alles will leuchten und ich blicke mit strahlenden Augen in bezaubernde Gemälde, die mich zu einem Teil dieser werden lassen. Tauche hinab in dieses Meer des Spiels von Licht und Schatten. Atme diesen Augenblick tief ein, während die Zeit langsamer und langsamer zu vergehen scheint, das Lächeln im Hier und Jetzt gute Gründe findet länger auf meinem Gesicht zu verweilen. Diese Zeit ist meine und jedes weitere Wort scheint überflüssig, jeder weitere Gedanke wie ein lauter Donnerschlag inmitten dieser Stille. – Ich lasse los.
2016-2
Ballonflug in der Nähe „Neue Landschaft“, Ronneburg, Thüringen
Text nach einem Gedicht von Hans Kruppa aus „Schenk dem Tag ein Lächeln“
Fotografien
© 2016 Sascha Gawrilow
Kategorie: Texte, Unterwegs

von

Sascha Gawrilow, geboren am 03. November 1979 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder, heute in Leipzig lebend. Ist gelernter Maler sowie staatlich anerkannter Erzieher. Wortsuchend, laienphilosophisch, fotografisch, naturverbunden, kreativ und veloverliebt ist er als Freigeist in der Wortfinderei, Laienphilosophie, Suchtprävention und als Schreiberling tätig und ist ein überaus begeisterter Radfahrer.

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