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Sommerreise.

Foto: Sascha Gawrilow Wieder einmal habe ich es nicht geschafft in diesem Sommer zu verreisen. Keine spanischen Mentalitäten, keine englischen Gepflogenheiten, keine kanadischen Hochwälder. Und doch bin ich weiter, als jemals zuvor herum gekommen, in den Weiten des Naheliegenden. Ich war an den Stränden der Gegenwart, sah das Glitzern der Möglichkeiten hinten am Horizont, lag im Schatten von Felsen der Erinnerung. Nie reiste ich weiter in eine Welt, die so fremd und neuartig ist, wie auch gleichermaßen vertraut. Und die Andenken an diese Reise, sind fest verankert im Herzen und gehen niemals mehr verloren, auf einem Billigflug zurück in die Heimat.

Renovia.

Manchmal kommt es vor, dass ich in mir, die tief verborgene Leidenschaft meiner früheren Berufung des Malers und Raumgestalters verspühre und dann praktischerweise, anstatt meinen lieblichen Worten und Gedanken wohlklingende Farben zu geben, doch die künstlerischen Freiheiten an den eigenen vier Wänden auszuleben. Tat ich mich doch eher beschwerlich bei 35° Grad im Schatten mit meinem Fahrrad vor die Tür zu gehen, um ein paar sommerliche Fotos zu machen, wie es eigentlich für die Pfingsttage geplant war, so fand an diesem doch sehr heißen Pfingstwochenende in meinen, vor einigen Wochen neubezogenen, heimischen Gefilden ersatzweise der vorerst letzte Feinschliff statt. Der süßliche Geruch stark pigmentierter Schaffenskraft verfliegt allmählich in das grelle Licht des kommenden Sommers und in mir bleibt etwas mehr als nur ein wenig Stolz und Wohlfühlambiente zurück.

Freund.

Wir leben in einer Zeit voller Anonymität. Gerade in dieser braucht es Orte der Heimat. Heimat muss nicht immer geografisch festgelegt sein. Solche Orte der Vertrautheit sind auch dort zu finden, wo ich zu Hause sein kann. Und das ist dort, wo Freunde sind. Wo Freundschaft gelebt und erfahren wird. Dort entsteht Heimat. Foto: “Rodenwald & Herr Sushi“ © by Jule in München, Marienplatz / November 2013 Echte Freundschaft zeichnet sich durch beides aus: durch eine innere Verbundenheit, aber auch durch innere Freiheit. Beides sind verschiedene Seiten des gegenseitigen Vertrauens: Unter Freunden darf ich sagen, was ich fühle, ohne alles berechnen zu müssen. Hier darf ich frei sein, um den Weg zu gehen, den ich für richtig erkannt habe. Ich brauche keine falsche Rücksicht auf den Freund zu nehmen. Ich kann in diesem Umfeld frei atmen. Und ich lasse auch meinem Freund den Freiraum, den er für sein Leben braucht. Der Freund hört genau hin, was mich im Innersten bewegt. Er hört sich in mich hinein, um zu entdecken, was die Grundmelodie meines Lebens ist. …

Keith Green, 1972.

„Türme  der Glückseeligkeiten, die auf Sand der Verwirrung aufgebaut sind, brechen normalerweise zusammen. Ich grabe tief, ich grabe tief, ich muß diesen festen Felsengrund finden. Ich grabe tief, ich wasche mit Wasser und reinige die Erde. Wenn ich ein solides Ich finde, falls es eines gibt, baue ich mir eine Heimathütte in meinem Herzen. Und teile sie vielleicht mit einer anderen soliden Seele.”

Home sweet home.

Das Streben nach dem Gefühl zu Hause zu sein, eine Tür zu schließen und sich sicher und geborgen zu fühlen. Freiraum zum entfalten. Erwartet, umarmt und erfreut empfangen zu werden. Viele Reisen kann ein Leben füllen und doch findet keine einen Ort wie diesen. Diese Lichter von Heimelichkeit in den Städten, zwischen all den Menschen sind winzig und spärlich. “Wir rennen und rennen und das Glück rennt hinterher.” Immer fixiert auf das Finden. Doch hält man einmal inne, eine zeitlang nur, könnte man schon angekommen sein. Home sweet home.