Alle Artikel mit dem Schlagwort: zeit

Spuren im Schnee.

Einen Fuß locker auf das Knie des anderen Beins gelegt, sitze ich schweigend in der Nacht. Unter meiner dicken Mütze spielen die Gedanken Melodien in meinem Kopf und wechseln sich damit ab, mit ihrem eigenen Soundtrack zwischen gestern, heute und morgen die kalte Nacht zu durchbrechen. Die Luft vor meinen Augen kristallisiert sich mit jedem Atemzug. Wie ein Kaleidoskop bricht sich das Licht des Mondes in meinem Atem und taucht den Boden vor mir in ein Lichtspektakel wie in 1001 Nacht. Um mich herum fällt kleiner, weicher Pulverschnee. Nicht viel. Gerade genug um im Licht des Mondes und der Straßenlaternen zu tanzen. Der Platz vor mir ist weiß. Keine Spuren im Schnee. Kein Mensch hat bisher die Schneefläche betreten. Es hat etwas erhabenes in diesem Moment hier anwesend zu sein. Zu sehen wie schnell etwas auf so natürlicher Art und Weise verschwinden kann, wie die Vergänglichkeit in einem Zeitraffer. Wo vor zehn Minuten noch ein Platz war ist jetzt eine kahle, kalte, Zentimeter hohe Decke aus feinsten Eiskristallen, in der der Schall sanft unterzugehen scheint …

Künmstlerhaus, Weimar

Volare.

Manchmal vergesse ich diesen Zustand durch tiefe Freude und Losgelöstheit. Vergesse manche Ansprüche die mich immer weiter streben lassen. Verliere meine Person in einer endlosen Suche nach strahlenden Farben in schwarzen Bildern aus Schatten an kalten Mauern die mir den Weg versperren. Manchmal stehe ich einfach nur da, ganz regungslos, fast hilflos, mit einem schweren Atem, während delikate Fragen auf mich einprasseln, mich jegliche Antworten vergessen lassen. Doch bald wird das Vergessen kommen. Das Vergessen der Fragen. Das Vergessen dieses Zustandes. Das Vergessen des Geschehenen. Das Vergessen in einer Zeit des Verschmelzens in eine Einheit mit der Gegenwart im reißenden Strom von Motivation und Euphorie Richtung Zukunft zu neuer Kraft, die Mauern durchbricht und ich mich treiben lässt. Und dann verspüre ich hin und wieder diese Sehnsucht nach jener zauberhaften desillusionierenden Assoziation die da umherschwebt. Nach dieser, die ich im Kopf habe. Sie dort umher fliegt, keinen Halt findend und sich nicht realisiert in dieser Realität. Suche einen Mittelpunkt von dem alle Türen abgehen. Suche wiederholt den roten Faden, der die Themen verknüpft. Suche das …

Zwischen den Zeiten.

„Vielleicht verlierst du dich dort draußen. Vielleicht verlierst du dich auch in dir. Vielleicht verlierst du. Aber du kannst ankommen. Trotz aller Irrwege wirst du ankommen. Vielleicht nicht dort, wo du hin willst, aber dort wo du hin gehörst. Du wirst ankommen… „ Es gibt wohl immer wieder diese Zeiten, in denen man seinen Balast einfach nicht los wird. In keinem Ohr, an keiner Schulter. Ihn immer weiter schleppt, standhaft bleibt und versucht Zuversicht und Verzweiflung irgendwie zu kombinieren, weil man doch in längst vergangenen Tagen die Gabe in sich fand hoffen zu können. – Hoffnung gibt außerordentlich viel Kraft. – Und mit Hoffnung lässt sich mancher Balast so lange (er)tragen bis dieser doch tatsächlich Beine bekommt und sich ganz von selbst verflüchtigt. Und neben all dieser gewonnen Hoffnung beruhigt es mich umso mehr, dass es der Rest der Welt scheinbar auch nicht leichter hat, mit dem was man darstellt und mit dem was man eben fühlt kombinieren zu müssen. Vielleicht gebe ich mich damit zufrieden, dass ich mich selbst nur verstehen kann, wenn ich …

Ein Versprechen.

Wenn ich mir selbst etwas versprechen will, dann verspreche ich mir eines: Ich verspreche mir, dass alles was ich denke, alles was ich fühle, alles was ich gebe, einfach alles tief aus meinem Herzen kommt. Dass ich denke was ich fühle, dass ich fühle was ich denke, das ich lebe was ich will, dass ich will was ich lebe… Ich nehme mir Zeit, nimm mir einfach einmal die Zeit… Ich nehme sie mir, denn sie gehört mir… Ich gehe zu meinen Lieblingsplätzen in den nahen Wäldern, alleine. Setze mich hin, alleine. Denke nach, alleine. Frage mich diese kleinen großen Fragen. – Ist alles so in Ordnung wie es ist? – Bin ich unzufrieden? Mit mir? Mit anderen? – Dann stehe ich auf und gehe etwas. Ein kleiner Spaziergang. Ein Ausflug? Ein Ausflug zu einer neuen Einstellung? Einer anderen? Laufe einfach weiter, erstmal ohne ein direktes Ziel. Laufe, laufe und denke weiter nach. Welchen Weg gehe ich? Welchen werde ich gehen? Welchen sollte ich gehen? Ich nehme mir Zeit. Wie ist mein weg bisher geebnet? Bergauf? …

Aufstehn´.

Da sitzt Du nun und verschwendest deine Zeit… Leben. Etwas so wunderbares und vor allem einzigartiges. Und doch ist es scheiße, oft, manchmal. Du sitzt. Du denkst. Du tust nichts. Gar nichts. Wenn du vieler solcher Tage hast, denkst Du dein Leben ist scheiße und sinnlos. Du denkst, Du hast versagt. Die Anderen. Die haben so viel zu tun. Die machen etwas. Die haben etwas. Die Anderen sind es, warum du denkst, dass du versagt hast. Du vergleichst. Du bemerkst, dass du etwas nicht hast. Etwas nicht hast, was der andere zum Leben braucht. Was ihn glücklich macht. Du dagegen hast es nicht. Du denkst, dass ist der Grund, warum du nicht glücklich bist. Nie glücklich sein kannst. Du willst es auch haben. Doch du bekommst es nicht. Nein, du hast es nicht. Vielleicht, denkst du, du bekommst es nie. Niemals. Ewig auf der Suche wirst du sein. Dein Leben lang. Du suchst nach der Erfüllung deiner Leere. Nach dem etwas. Das, was die Anderen so glücklich macht. Dann gibt es einen Tag, an dem …

„Nichts lässt die Erde so geräumig erscheinen, als wenn man Freunde in der Ferne hat.“ (Henry David Thoreau)

Wahre Freundschaften sind schon ziemlich wundersame und faszinierende Begebenheiten. Es gibt diese “Larifarischaften” und diese tiefen Verbundenheiten von Freunden in denen es scheint, man lebe in verschiedenen Welten, in diesen sich ewig lang erstreckenden Zeiten, in denen jeder versucht sein Leben in die korrekten Bahnen zu lenken um seine Lebensziele zu verfolgen und seiner Existenz Fülle zu geben. Und doch teilt man dann und wann punktuell, in einer Art Fusion der Welten, intensive Momente des Lebens und schlußfolgert aus allem vergangenem, dass man doch zusammen den Weg ging und noch weiter geht, wenn auch nicht immer auf dem gleichen Pfad. Doch wer weiß schon wie breit der Pfad des Lebens ist? Ein “spezieller” Blogeintrag für meinen besten Freund Micha, dessen Segel ihn nach Florida trugen, nachdem er mich eine ganze Zeit in Freundschaft (er)trug und wir uns weiterhin im Herzen und in Erinnerungen tragen werden. Wir suchen weiter und werden finden. Irgendwo. – We see us someday on the beach. In eternal friendship!

So oft war er da, dieser Gedanke etwas verpasst zu haben. Und des öfteren erwische ich ihn dabei, sich wieder in diese Strukturen zu verlaufen etwas verpassen zu können. Aber “hätte, wäre, wenn” bringt nichts weiter als nur Spekulationen, doch bringt sie niemanden näher an eine Wahrheit. Denn erst mit dem Gefühl, dass man wirklich gar nichts verpasst hat und nichts verpassen wird, kann man mit aller Bescheidenheit die Welt erobern. Und diese raren Augenblicke der Eroberung machen dich zu deinem Held und zum Rebell gegen die Maschinerie der Zeit. Was hast du dann wirklich verpasst bei diesem heldenhaften Gefühl? Herr Sushi im wahnwitzigen Versuch in der treibenden Gegenwart “eine Art” Entschleunigung zu finden. Fazit: Lohnenswert, jedoch noch überaus ausbaufähig.

Da krame ich so herum in den Tiefen der Erinnerung, so voll am wilden hin und her wuseln in eingepackten Memoiren, ganz weit hinten in den eingestaubten Ecken des Gedächtnisses und dann kommt mir das eigene Leben doch schon hin und wieder wie ein ganz anderes vor. Eines von diesen vielen, welches in der Summe mit allem doch wieder das eigene ergibt. Ich schaue in Kisten, die ich mich nie traute zu öffnen und finde auf einmal die Verbindung zu längst Vergessenem. Und dann wünschte ich mir, ich hätte Hände, die weniger zitternd und so schnell wie die Eile in meinem Kopf, die Gedanken in Worte auf kleine Zettel kritzeln könnten. Doch mittlerweile stelle ich fest, wenigstens die Zeit eilt nicht so sehr wie ich es selbst von mir erwarte. Ich finde die Ruhe, das Zittern lässt nach und ich sehe den Staub in dem riesigen Raum meiner Erinnerungen schweben, sehe die Farben die sich den Weg mit dem Sonnenlicht durch diesen bahnen, verspüre die Freude auf das wiederentdecken von eingestaubten Vergessenem.

Wisst ihr? Früher waren Wunder für mich große Dinge. Große Dinge die von Menschenhand gemacht wurden, mit des Menschen Kopfes fein durchdacht. Doch was nützt des Menschen Hand und Kopf mit logischem Verstand, wenn alles scheinbar wunderschöpfende, fein logisch durchdachte und umgesetzte, das wirklich wundersame verdrängt und das Herz hinterher hinkt, um alles fein säuberlich aufzusammeln und es leise wieder durch die Hintertür hinein zu tragen? Wahre Wunder entstehen in der Sehnsucht und auf einem Fundament der Selbstverwirklichung. Das einzig wahre Weltwunder ist die Vielfältigkeit des Lebens, welches wirkliche Wunder schafft und im kleinen Großes bewirkt.

I. Es sind nicht grundsätzlich die Menschen und Ereignisse die uns tief weh tun. Es ist das Leben und es sind wir selbst die verletzend sind, indem was wir zulassen oder nicht loslassen. Wir können erst schätzen, welch schönes Geschenk das Leben ist, nachdem wir gelernt haben was wir zulassen wollen und was wir loslassen können und nachdem uns das Leben die Seele und das Herz verwundet hat. Das Leben ist schön, wenn wir die Lektion gelernt haben mit diesen Schmerzen umzugehen. Wer glaubt ohne Narben davon zu kommen wird sich eine riesen Beule holen. II. Wir sollten einfach mal aus dem Rahmen fallen und weich landen, zu der Musik in unseren Köpfen so richtig aus der Reihe tanzen, dann zum Ausruhen zwischen die Stühle setzen, danach sollten wir ein bisschen gegen den Strom schwimmen, unter allem Geschwätz wegtauchen und am Ufer der Phantasie so lange den Sonnenschein genießen, bis dem Ernst des Lebens das Lachen vergangen ist. Welch befreiende Freude löse solch ein Tag gegen die Stumpfsinnigkeit der alltäglichen Vernunft in uns aus? Was …