Alle Artikel mit dem Schlagwort: wahrnehmung

Sekundenliebe.

Manchmal gehe ich durch die Straßen, durch den Park oder stehe einfach in der Gegend rum und beobachte die Menschen. Beobachte und teile sie ein: In Männlich – Weiblich, Alt – Jung, Hübsch – Nicht so hübsch, potentielle Geschlechtspartner … und so weiter. Und manchmal, ich muss aber gestehen dass dies eigentlich nur im Sommer der Fall ist, gefällt mir der Anblick einer weiblichen Person so sehr, dass ich es nicht lassen kann meinen Blick von ihr zu lösen. Nahezu jede ihrer Handlungen, Bewegungen vermag ich in mich aufzusaugen. Dieses eigentlich schon Voyeuristische beschämt mich ein wenig. Aber im Sommer ist es so, dass viele Faktoren dazu beitragen, dass ich ab und zu in diesen apathischen Zustand falle: Einmal die Sonnenstrahlen und die Endorphine bekommen wieder Freigang durch den gesamten Körper und lassen mich meinen Grundsatz des Bedachts vergessen. Dann kommt das Sonnenlicht hinzu, welches manchmal Personen so genial beleuchtet, dass es wirkt, als wären sie etwas ganz Besonderes – sie wie ein “höheres Wesen” erscheinen lassen. Und dann wäre da noch der tiefenpsychologische Faktor …

Poetry of blossom.

„A liberating poetry of blossom.“ Fotos: Sascha Gawrilow “Es gibt diese ganz kleinen Momente eines jeden neuen Tages des Frühlings, die lohnen festzuhalten. Die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Der Klang der Welt, die uns umgibt, der sich mehr und mehr mit neuem Leben füllt. Das stetig intensivere Zirpen der Insekten im wachsenden Gras. Manches Lächeln eines Menschen, welches die Kraft vermag, die Sonne überstrahlen zu können. Und am Ende kann Dir selbst der Anblick eines Blütenmeeres jene Faszination des großen Ganzen schenken, welches Du dafür benötigst Dich immer tiefergehend am Leben zu erfreuen. Es scheint, wie ein kraftvoller Neubeginn.”

Little (big) things.

Das Schreiben + Philosophieren Gedanken ringen nach Worten, um ihren Ausdruck zu finden, um zu bewegen. Es benötigt kein System oder eine Struktur. Es zählt nur die Findung vom Gedanken zum Wort, welches unendliche Perspektiven bereit hält, um mich aus diesen selbst und meine Umwelt immer wieder neu zu entdecken. Wenn Träume wahr werdend sind, die dich durch den Horizont erweiternd, weg von dir, hin zu Worten treiben, in denen man nicht gefangen ist und bleibt, weil sie weiter reichen als das Auge sieht. Wenn der Platz wahr werdend wird, an den das Herz flieht, wenn er sich in dessen Be-schreibung unbegreiflicherweise offenbart: Dann wird Hoffnung, Wort für Wort, durch hoffnungsvolle Worte echt werdend zu echter Hoffnung. Wenn Worte auf ihrem Weg zum Ziel durch uns lebendig werden – dann wirken wir durch sie be-lebend, weil wir uns in ihnen unsere Hoffnung be-schreibend offenbaren. Das Fotografieren Manche Bilder verwischen allmählich in meinem Kopf. Die Farben verlaufen zu unidentifizierbaren Strukturen. Es schaut spannend aus, jedoch ergeben sie keinen klaren Sinn mehr. Ich mochte diese Bilder, als …

Silva.

Ich gehe durch den Wald, vorbei an den Hunderten von Bäumen. Federe über den Waldboden, kann spüren, wie er unter meiner Last nachgibt. Die Kälte zieht mir um die Nase. Sie gibt mir meine Sinne wieder, lässt mich das Leben ein- und wieder ausatmen. Es formen sich wieder klare Linien in meinem Kopf. Also nehm’ ich all’ meine Sorgen, knote sie fest zusammen und hänge sie am nächst besten Ast auf. Da hängen sie nun, ich seh’ sie mir ein letztes Mal an, dann dreh ich mich um und gehe. Meine Sorgen, meine Ängste, meine Zweifel, alles Schlechte, das meinen Kopf beladen hat, lass ich dort hängen. Dort machen sie sich gut, vielleicht will sie jemand anderes beim vorbeigehen mitnehmen. Ich komme tiefer und tiefer in den Wald hinein und muss schmerzlich feststellen, dass ich mit meinem überladenen Geist nichts mehr wirklich erkennen konnte – nun bin ich überwältigt von dieser Schönheit. Bewundere den Einfall des Lichts, genieße die Sonnenstrahlen, die auf meinen Augen tanzen. Und mit ihnen breitet sich eine wohlige Wärme in mir …

Couleur.

An manchen Tagen, da tut es verdammt gut, dieses Fühlen ohne zu denken. Man fliegt, ist losgelöst und wie unsterblich. An manchen Tagen, da tut es verdammt weh, dieses Denken ohne zu fühlen. Man lebt, atmet, und dennoch ist man schon wie gestorben.

Sprachlos.

Die schnelle Welt drängt uns oftmals dazu die tiefere Bedeutung eines Augenblicks zu vergessen. Und wenn es die Zeit einmal zulässt, zu verweilen, drängt sich plötzlich ein “Müssen” zwischen den Moment und die Ruhe. Und gerade uns Menschen ist doch die Gabe gegeben mit dem Herzen sehen zu können, auf die Stimme unserer Seele zu hören und die Schönheit in der Langsamkeit zu entdecken. Und doch finden wir selten Halt am Ufer dieser Kostbarkeiten. Treiben immer wieder hinaus in den Strom des hektischen Rennens, stetigen Strebens und immer wieder dem Hinterfragen, nach der Richtigkeit unseres Handeln und Tuns. Aber genau dieser Kontrast ist die Zutat, die für die Wirkung ganz tief in unserem Innersten relevant ist, um einmal, vielleicht nur für ein paar Stunden, auszusteigen. Zu verzichten an der Teilnahme in diesem Chaossystem, um mit einem hellen erfreuten Blick dahinter zu schauen, hinter jene Stadtgrenzen, die diese unzähligen grauen Alltagsmaskeraden einmauern. Um diese Zeit zu finden, die sich in Freiheit hüllt. In dieser Art von Freiheit aufzugehen, in der Lebensfreude blühen kann – farbenprächtig tief …

Das alles.

Wir wollen leben, mit unserem ganzen Körper, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Herzen und merken meist nicht, dass wir es schon längst tun. Jeder Blick quellt vor Leben fast über. Jeder noch so kleine Seitenblick ist ein Beweis für das Leben. Selbst der Hasserfüllteste, der uns mit seiner Macht zu Boden drückt. Alle geschrienen Wörter, die die Luft mit Messern zerschneiden und auch die geflüsterten, die der Wind sanft zu uns trägt. Die Wörter, die schwer von ihrer Bedeutung, man sich kaum auszusprechen wagt. Wörter, die man ohne Bedenken aneinander reiht und die doch dem anderen so viel bedeuten können. Und die Unausgesprochenen, die manchmal tiefe Schluchten zwischen uns aufreißen und genauso eine Brücke bauen können, über die wir den anderen erreichen können. Unsere Gesten, die, die von Herzen kommen, die, die von tiefstem Hass gelenkt werden, die, die vor Trauer so zerbrechlich sind, dass sie des Öfteren in tausend Stücke zerspringen. Und auch die, die wir nicht bewusst ausführen, wo doch so viel Leben an ihnen hängt. Die Träume, die wir in unseren Herzen …

Seifenblasen im Krieg.

Es gibt viel Streit, Wut und Zank. Nicht diese Art von “gesunden Konflikten”, die man dann und wann im Idealfall auch einmal zur Selbstreflektion verwenden kann. Sondern es sind diese Konfrontationen unzählig frustierter Leute überall auf einer unaufhörlichen Strecke der Fehlwahrnehmungen. Auf allen Ebenen des Lebens sind sie zu hören: Im Alltag, in den Medien, im Umfeld. Angetrieben durch mangelnde Hoffnung, mangelndem echtem Selbstvertrauen, zu utopischen Zielsetzungen und hinzu kommt zuviel vorhandene Unzufriedenheit, Hass, Wut und Trauer. Durch die kleinsten Kleinigkeiten und die kleinsten Uneinigkeiten kommt es zu Disharmonien… Sie schreien sich an. Schlagen Türen zu. Schlagen Köpfe beieinander. Schlagen ihr Gegenüber. Schlagen, wenn der andere zu schlagfertig war. Treten Themen breit und platt. Haben das Leben lediglich satt. Die Farben verblassen. Überall demütige Stimmung. Menschen die etwas bereuen. Die bereuen etwas in ihrem Leben falsch gemacht zu haben. Menschen die keine Lust mehr haben zu leben. Sie geben alles auf. Schmeißen alles hin. Sämtlichen Ballast werfen sie von sich und heben ab … „Frei. Freier. Freiheit.“ … Doch dann, wenn diese Seifenblase platzt, bemerkt …

Unbezahlbar.

Wenn ich mich an manchen Orten immer weiter durch mein Leben bewege, fühle ich diese ständige Reise ins Unbekannte. Dieses Gefühl bäumt sich in mir auf, ganz plötzlich, in diesen nicht ganz alltäglichen Begebenheiten, eher zu Zeiten in denen ich die kleinen Trampelpfade des Lebens begehe. Es beraubt mich zwar augenblicklich und mehr als überraschend meiner Stärke alles im Griff zu haben und mich koordinieren zu können, jedoch macht es mich nicht hilflos. Vielmehr lässt es mich meine Kontrolle loslassen, die eigenen Mauern durchbrechen und meine Sinne erwecken. Ich fühle mich gut in dieser Ungewißheit, in der ich weder weiß, warum mir gerade in diesem Augenblick so geschieht, noch warum ich singen, tanzen und springen möchte. Manchmal sind mir nur ein paar Momente geschenkt, die mich so endlos fern der Gegenwart, ganz nah am reizvollen Ungewissen und vor allem so nah bei meinem Ich stehen lassen. Diese Momente an diesen raren Orten, an denen ich die Stimme meines Herzens verstehe und die Kraft meiner Seele spüre sind das unbezahlbarste was mir allein nur das Dasein …

Carpe noctem.

Jetzt wo die Tage kürzer sind bekommen viele Menschen schlechte Laune. Dabei lebt es sich nachts auch gut – nur anders… Es gibt Sommermenschen und Wintermenschen, Partymenschen und Arbeitsmenschen, Stadtmenschen und Landmenschen, Naturmenschen, Genußmenschen, Musikmenschen und sogar Affenmenschen. – Ich bin des öfteren ein Nachtmensch. Sicher, das behaupten viele Leute von sich. Häufig wird das einfach mal daher  gesagt, zum Beispiel auf einer Party oder in einer Disco. Es ist wahrscheinlich schon spät und die Stimmung ist gut, man kommt mit einer tollen Frau ins Gespräch und will dass der Abend noch länger dauert. Und dann sagt man das so, zwischen zwei Gesprächsthemen: “Ich bin ein Nachtmensch!” Aber die Nacht auch ohne Party oder Disco lieben zu können, ganz alleine und ohne viel Brimborium – das ist etwas anderes! Wenn der gesamte Freundeskreis schon in Morpheus Armen liegt, die letzte Bahn schon weg, die Szenekneipen geschlossen und die Spätvorstellungen zuende sind, dann sind besonders werktags nur noch ganz besondere Leute unterwegs. Man kann sie auf den ersten Blick erkennen und ganz leicht unterteilen: Die die …