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Zentrum.

Feuerrote Blätter, umweht von Wind im Sturm der Jahreszeiten. Das Leben gefärbt und Farbe gelebt. Der haltende Ast, ein seidener Faden an dem Hoffnungen hängen und Erinnerungen kleben. Kräfte sammeln, Schlechtes vertreiben, die Mitte wieder ins Zentrum stellen. Zeiten reifen, Winde wehen, tragen hüpfende Herzen und fliegende Schritte. Der Herbst stellt mein Leben in die Mitte.

Impressionen eines Spätsommers.

Impressionen zwischen Gera, Berga und Ronneburg, mit manchmal sogar schon irgendwie leicht herbstlichen Ambiente, welches nicht daran zweifeln lässt, dass auch dieser Sommer seinen Ruhestand finden wird. Dies soll jedoch definitiv nicht den Bewegungsdrang mindern und somit werden sie festgehalten, diese Gemälde des Spätsommers. Und wir rollen weiter! „Zwischen Gera – Berga – Ronneburg“ Fotos: Sascha Gawrilow, 09/2015

Unterwegs mit meinem Rad auf dem Elsterperlenweg.

Wenn ich auf dem Sattel meines Fahrrads sitze wird jeder Weg zu meinem. Ich setze mich einfach darauf und breche auf, trete in die Pedale und ruck zuck bin ich an der nächsten Straßenecke und an der übernächsten und dann auf einmal in ganz anderen Welten, weit vom Stadtrand entfernt, die mich schweigen und durchatmen lassen. Manchmal, wenn ich so fahre, frage ich mich, wie weit wir schon gefahren sind, wie weit wir noch kommen würden. Und manchmal gibt es einen Zeitpunkt auf meinem Rad, an dem es mich auf eine ganz besondere Art und Weise verzaubert: Dann fahre ich durch Felder, über Hügel, Berge oder durch endlos weite Landstriche und habe dabei nie das Gefühl, allein zu sein. Die Zeit die ich auf meinem Rad verbringe ist oftmals tröstlich. Ganz besonders in den Momenten, in denen wir so vielen Leute begegnen, neben ihnen herfahren, sie überholen oder ganz plötzlich immer neue Orte finden. In solch vielen Stimmungen hat es mich schon getragen. Der Gedanke ist tröstlich, dass mein Rad im Keller steht, mir immer …

Im Jetzt.

Wenn denn der Augenblick die extremste Form der Gegenwart ist. Der Moment der soeben noch nicht war, jetzt ist und doch gleich nicht mehrsein wird. Was könnte das Leben für ein Opium der Wahrnehmung sein, wenn wir befähigt wären uns dessen in jeder Sekunde eines Augenschlags bewusst zu sein? Doch ist es wohl wie mit allem: Zu viel des Guten gibt den Oberflächlichkeiten zu viel Spielraum zur Entfaltung und zu wenig Tiefe fürs Besondere um ins Herz zu gelangen. Aber hin und wieder sich dessen bewusst zu werden, bescherrt ein leichtes augenblickliches Kribbeln. Weniger ist halt doch noch immer mehr. So findet mancher Augenblick seine Fasziantion und Schönheit in der Ferne, hoch im Himmelszelt oder auf dem Boden verweilend. Lässt mich inspirieren und findet in mancher Vielfältigkeit, oder vielleicht gerade im Minimalismus, seine volle Entfaltung in meinem Herzen. Dann möchte ich sie mitnehmen, diese kleinen Momente, all diese Welten in und um mich herum. Sie fixieren und ihnen dennoch einen Freiraum lassen, um selbst sprechen zu können. Will diese formen und gestalten, immer neue Farben …

Atmen.

Ich kann ihn spüren, den Frühling, den nahenden Sommer. Ich kann ihn riechen. Die Sonne, die hell am klaren blauen Himmel steht. Kein Dunkelblau, kein Blau das den Kummer in mir weckt. Sondern helles Blau, so blau wie das Meer, so weit, offen und hell, als wenn man sich augenblicklich von der Erde löst und in diesem aufgeht. Es ist ein fröhliches blau, es macht den Weg frei für die schönen Gedanken, für das frei fühlen. Ich kann es riechen, das Glück der hellen Tage. Es riecht nach Sonne, nach frisch gemähten grünen Wiesen, nach Blumen, nach im Wind schwebendes Leben, nach Obst, nach Lagerfeuer, nach sternenklaren Nächten. Ich gehe raus und atme den Frühlingstag, die gute Laune, den ersten Schritt zum Fortschritt. Ich mach’s mir mal bequem auf der Sonnenseite des Lebens, ich werde sie so schnell wohl nicht mehr verlassen. Und doch erlaube ich mir an Regentagen auch mal die Decke über den Kopf zu ziehen, weil dann kann es auch auf der Sonnenseite mal kalt werden. Ich probiere dann ganz langsam zu …

Poetry of blossom.

„A liberating poetry of blossom.“ Fotos: Sascha Gawrilow “Es gibt diese ganz kleinen Momente eines jeden neuen Tages des Frühlings, die lohnen festzuhalten. Die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Der Klang der Welt, die uns umgibt, der sich mehr und mehr mit neuem Leben füllt. Das stetig intensivere Zirpen der Insekten im wachsenden Gras. Manches Lächeln eines Menschen, welches die Kraft vermag, die Sonne überstrahlen zu können. Und am Ende kann Dir selbst der Anblick eines Blütenmeeres jene Faszination des großen Ganzen schenken, welches Du dafür benötigst Dich immer tiefergehend am Leben zu erfreuen. Es scheint, wie ein kraftvoller Neubeginn.”

Vom grünen Daumen.

„Deliciosa in monochrome.“ Fotos: Sascha Gawrilow Ich habe nicht diesen besonderen “grünen Daumen”, wenn es um die Feinfühligkeit mit Pflanzen geht. Doch jene, die überleben und sich reichlich vermehren, geben meinen heimelichen Räumlichkeiten ein Ambiente, einen Wohlfühlfaktor und diese weichen Kontraste, wenn am Morgen das wärmende Licht sanft die Konturen der Blätter berührt. Dieser Faible für Pflanzen in meiner Gegenwart ist bestimmend geworden für mein Wohlbefinden. Sie lassen mich zur Ruhe kommen, schenken mir Inspirationen und manchmal sogar “Gespräche” mit ihnen, wenn mich der menschliche Geist überfordert. Sie erlauben es mir, ganz unbewusst, in der Stille manches Chaos im Kopf fein säuberlich zu sortieren. Wenn sie weiter und satter gedeihen macht es mich stolz. Es macht mich stolz, kleine Dinge um mich herum wachsen zu sehen, die ich selbst hege und pflege. – Genauso wie das eigene Leben.

Little (big) things.

Das Schreiben + Philosophieren Gedanken ringen nach Worten, um ihren Ausdruck zu finden, um zu bewegen. Es benötigt kein System oder eine Struktur. Es zählt nur die Findung vom Gedanken zum Wort, welches unendliche Perspektiven bereit hält, um mich aus diesen selbst und meine Umwelt immer wieder neu zu entdecken. Wenn Träume wahr werdend sind, die dich durch den Horizont erweiternd, weg von dir, hin zu Worten treiben, in denen man nicht gefangen ist und bleibt, weil sie weiter reichen als das Auge sieht. Wenn der Platz wahr werdend wird, an den das Herz flieht, wenn er sich in dessen Be-schreibung unbegreiflicherweise offenbart: Dann wird Hoffnung, Wort für Wort, durch hoffnungsvolle Worte echt werdend zu echter Hoffnung. Wenn Worte auf ihrem Weg zum Ziel durch uns lebendig werden – dann wirken wir durch sie be-lebend, weil wir uns in ihnen unsere Hoffnung be-schreibend offenbaren. Das Fotografieren Manche Bilder verwischen allmählich in meinem Kopf. Die Farben verlaufen zu unidentifizierbaren Strukturen. Es schaut spannend aus, jedoch ergeben sie keinen klaren Sinn mehr. Ich mochte diese Bilder, als …

Silva.

Ich gehe durch den Wald, vorbei an den Hunderten von Bäumen. Federe über den Waldboden, kann spüren, wie er unter meiner Last nachgibt. Die Kälte zieht mir um die Nase. Sie gibt mir meine Sinne wieder, lässt mich das Leben ein- und wieder ausatmen. Es formen sich wieder klare Linien in meinem Kopf. Also nehm’ ich all’ meine Sorgen, knote sie fest zusammen und hänge sie am nächst besten Ast auf. Da hängen sie nun, ich seh’ sie mir ein letztes Mal an, dann dreh ich mich um und gehe. Meine Sorgen, meine Ängste, meine Zweifel, alles Schlechte, das meinen Kopf beladen hat, lass ich dort hängen. Dort machen sie sich gut, vielleicht will sie jemand anderes beim vorbeigehen mitnehmen. Ich komme tiefer und tiefer in den Wald hinein und muss schmerzlich feststellen, dass ich mit meinem überladenen Geist nichts mehr wirklich erkennen konnte – nun bin ich überwältigt von dieser Schönheit. Bewundere den Einfall des Lichts, genieße die Sonnenstrahlen, die auf meinen Augen tanzen. Und mit ihnen breitet sich eine wohlige Wärme in mir …

Wintermomente in Harrachov.

Ich sah diese Landschaft, wollte alles aufnehmen und aufsagen von dem was mich umgab. Ich wollte Momente festhalten, sie in Ruhe aufnehmen, genießen. Es öffnete sich der Himmel, die Wolken und der Nebel lagen mir zu Füßen. Die Weite dieses Stückchen Erde gehörte für einige Augenblicke mir. An jeder erreichten Lichtung freute ich mich in das Tal blicken zu können, hinüber zu den anderen Gipfeln, über die mit scheinbar weichem weißem Puder bedeckten Waldkronen. Ich nahm diese saubere klare Luft wahr, atmete sie ein und spürte in mir Losgelöstheit von manchem Ballast des Alltags zu Hause. Die Sonne wärmte das Gemüt und ließ mich die Kälte um mich herum vergessen. Der Himmel breitete sich in einem zarten blau über mir aus und ich hatte das Gefühl als würde mich der Moment tröstend streicheln wollen. Nach dem erreichen des Höhepunkts auf dem Berg, ging es wieder Richtung Tal, immer am Velká Mumlava, mit seinen Mumlava Wasserfällen, entlang bis hin zum Mummelfall. Die Erschöpfung war nach der langwierigen und schier endlos erscheinenden Bergauffahrt in den Gliedern mehr …