Alle Artikel mit dem Schlagwort: unterwegs

Stadtauswärts.

“Und nur wer tief in das Meer des Lebens tauchen kann, versteht es auch, hoch in seinen Himmel zu fliegen.” – Hans Kruppa Unter dem Sonnenglanz, inmitten des Farbenspiels, schwinge mich heraus aus dieser Stadt. Hinaus aus diesem Alltag. Diese Zeit ist meine. Ich erlaube mir aus dem Rahmen zu fallen, um weich zu landen, während die Musik in meinem Kopf mich aus der Reihe tanzen lässt. Ich tauche unter allem Geschwätz hinweg, um am Ufer der Phantasien, jenseits aller Anforderungen und Zielsetzungen, wieder aufzutauchen und für ein paar Momente zu erleben wie dem Ernst des Lebens das Lachen vergeht. Alles will leuchten und ich blicke mit strahlenden Augen in bezaubernde Gemälde, die mich zu einem Teil dieser werden lassen. Tauche hinab in dieses Meer des Spiels von Licht und Schatten. Atme diesen Augenblick tief ein, während die Zeit langsamer und langsamer zu vergehen scheint, das Lächeln im Hier und Jetzt gute Gründe findet länger auf meinem Gesicht zu verweilen. Diese Zeit ist meine und jedes weitere Wort scheint überflüssig, jeder weitere Gedanke wie ein …

Am Kulkwitzer und Cospudener See.

Unser Fahrradgespann auf der „Tour de Kulki“ Camping am Kulkwitzer See und ausgiebige Radltouren im und um das Leipziger Neuseenland. Ein Kurztrip, der wieder einiges an Eindrücken hinterlassen hat. Ein Dank geht an meine Tourbegleitung Ronald, der in den vergangenen Tagen nicht nur Unmengen an Geduld und Ausdauer aufbringen musste, sondern es zudem auch realisierte, dass wir nicht ganz auf kulinarische Genüsse einer guten Hausmannskost verzichten mussten. Und was ist natürlich das Beste am Ende einer jeden absolvierten Tour? – Die nächste steht schon am Start, denn der Sommer ist noch nicht vorbei… In den frühen Morgenstunden starteten wir unsere Tour in Gera, immer dem Elsterradweg Richtung Leipzig entlang. Die Fahrräder bepackt mit Zelt, Isomatten und sonstigen Utensilien für unser geplantes Camping am Kulkwitzer See im Leipziger Neuseenland. Es war meine erste mehrtägige Radtour mit Begleitung, denn mein alter Kumpel Ronald ging das Experiement ein, mit mir diese Fahrt zu absolvieren. Bisher unterahm ich meine Radwanderungen doch eher allein aus „inspirativen“ und spirituellen Gründen. So war es für mich schon etwas Besonderes unterwegs einen Gesprächspartner …

Waldboden.

Wenn ich so durch die Weltgeschichte laufe, mir vielleicht sogar vornehme, im Wald spazieren zu gehen, passiert es mir oft, dass mein Blick zu Boden geht. Er hängt dann hier und dort, mein Kopf geneigt, das Sichtfeld ausgefüllt mit verschiedensten Bodenbelägen. Dann gehen die Gedanken ihre eigenen Wege, auf diesen Trampelpfaden, genau wie ich. Ich versuche nicht ganz den Anschluss an diese zu verlieren, will ich doch letztendlich auch Schlußfolgerungen in meinem Rucksack mit nach Hause bringen. Solche Spaziergänge tun mir gut. Sie pflastern den Boden mit meinen Problemen. Durch die Bewegung kommen die Sorgen in Schwung und werden durch meinen Kopf gejagt. Ich finde Abstand und komme zugleich näher an ein Verständnis. Und dann schaue ich nach oben. Löse meinen Blick von dem Geäst, dem satten Grün oder all den braunen Tannennadeln, die mich leise knacksend unter meinen Sohlen immer weiter laufen lassen. Löse meinen Blick von all diesen schönen, mit Geheimnissen übersääten Belägen zu meinen Füßen. Löse meine Gedanken von dem schweren Blei und lasse meinen Blick nach oben gleiten. Schaue auf vom …

Carpe noctem.

Jetzt wo die Tage kürzer sind bekommen viele Menschen schlechte Laune. Dabei lebt es sich nachts auch gut – nur anders… Es gibt Sommermenschen und Wintermenschen, Partymenschen und Arbeitsmenschen, Stadtmenschen und Landmenschen, Naturmenschen, Genußmenschen, Musikmenschen und sogar Affenmenschen. – Ich bin des öfteren ein Nachtmensch. Sicher, das behaupten viele Leute von sich. Häufig wird das einfach mal daher  gesagt, zum Beispiel auf einer Party oder in einer Disco. Es ist wahrscheinlich schon spät und die Stimmung ist gut, man kommt mit einer tollen Frau ins Gespräch und will dass der Abend noch länger dauert. Und dann sagt man das so, zwischen zwei Gesprächsthemen: “Ich bin ein Nachtmensch!” Aber die Nacht auch ohne Party oder Disco lieben zu können, ganz alleine und ohne viel Brimborium – das ist etwas anderes! Wenn der gesamte Freundeskreis schon in Morpheus Armen liegt, die letzte Bahn schon weg, die Szenekneipen geschlossen und die Spätvorstellungen zuende sind, dann sind besonders werktags nur noch ganz besondere Leute unterwegs. Man kann sie auf den ersten Blick erkennen und ganz leicht unterteilen: Die die …

“Manchmal fühle ich mich wie auf einem Wandertag. Das Gepäck voll mit einer ungeöffneten Rolle Leben. Auf einem Weg zwischen Hoffnungen, Zielsetzungen und Unmengen an Irrsinn in und mich herum. Trampel hier und da auf emotionale Kackehäufchen, die mich zu Boden bringen wollen, während ich geistesabwesend die Route zu irgendwelchen Zielen verfolge. An mancher Etappe auf den steinigen Wegen beiße ich ins Wurstbrot und merke, dass die Wurst ziemlich ranzig ist und mir die Beweggründe der Auswahl des Aufschnitts befremdlich erscheint. Dann denke ich: Solange ich unterwegs bin, ist es in Ordnung Zweifel und Bedenken zu haben…”