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Spuren im Schnee.

Einen Fuß locker auf das Knie des anderen Beins gelegt, sitze ich schweigend in der Nacht. Unter meiner dicken Mütze spielen die Gedanken Melodien in meinem Kopf und wechseln sich damit ab, mit ihrem eigenen Soundtrack zwischen gestern, heute und morgen die kalte Nacht zu durchbrechen. Die Luft vor meinen Augen kristallisiert sich mit jedem Atemzug. Wie ein Kaleidoskop bricht sich das Licht des Mondes in meinem Atem und taucht den Boden vor mir in ein Lichtspektakel wie in 1001 Nacht. Um mich herum fällt kleiner, weicher Pulverschnee. Nicht viel. Gerade genug um im Licht des Mondes und der Straßenlaternen zu tanzen. Der Platz vor mir ist weiß. Keine Spuren im Schnee. Kein Mensch hat bisher die Schneefläche betreten. Es hat etwas erhabenes in diesem Moment hier anwesend zu sein. Zu sehen wie schnell etwas auf so natürlicher Art und Weise verschwinden kann, wie die Vergänglichkeit in einem Zeitraffer. Wo vor zehn Minuten noch ein Platz war ist jetzt eine kahle, kalte, Zentimeter hohe Decke aus feinsten Eiskristallen, in der der Schall sanft unterzugehen scheint …

Physis.

Während mir die Sonne warm ins Gesicht scheint werde ich abermals von einem Traum hinweg gerissen. Eine Melodie ertöntsanft in meinen Ohren und ein betörender, aber nicht aufdringlicher Geruch umspielt meine Sinne. Ich sehe verschlungene Farben in vollendeter Harmonie. Gleißend goldenes Licht spielt auf einer Wiese und vertreibt Schatten und Kälte. Mein Herz ist erfüllt von Wärme und Licht. Die Melodie definiert sich deutlicher und ich bemerke, dass es die Melodie meines Lebens ist. Ich bin Teil von längst vergangenen Zeiten, gegenwärtigen Zeiten und zukünftigen Zeiten. Der Wind der Zeit weht unaufhaltsam. Ich berausche mich an der vollkommenen Schönheit dieses Ortes, beneble mich an seiner Herrlichkeit. Obwohl dieser Ort nur in mir existiert, merke ich doch deutlich, dass auch ich ein Teil von ihm bin. Diese Welt ist eine virtuose in sich geschlossene Harmonie, unübertrefflich und fehlerfrei in ihrer Anmut. Sie empfängt mich mit ihrer Herzlichkeit und in ihr finde ich Vertrauen und Geborgenheit. Diese Welt ist voller Ruhe und Besinnlichkeit. Auf sattgrünen Wiesen entfalten mannigfarbene Blumen ihre volle Schönheit und Bäume schaukeln im Wind …

Wie das Leben so spielt.

Meine Hände begannen zu zittern, meine Knie wollten versagen und mich zu Boden sacken lassen. Für einen kurzen Moment wollte ich alles aufgeben und es nicht wahr haben, was gerade um mich herum passiert. Wollte davon rennen, als hätte ich eine Wahl der Wahrheit zu entrinnen, als könne ich davor weglaufen. Liebend gern hätte ich mich wie früher als kleines Kind hinter jemanden gestellt, der mich schützen könne, der mir das ersparte, was man heute bittere Wahrheit nennt. Liebend gern, wäre ich noch ein Kind, als das Schlimmste für mich ein Fall vom Fahrrad war. Als meine Eltern die größten Helden waren und mit einem Pflaster alles wieder in Ordnung brachten. Doch je älter man wird, umso mehr sieht man, dass es schlimmeres gibt, als dieser kleine Fall. Man merkt, dass es Dinge gibt, die sich nicht einfach mit einem Pflaster kurieren lassen. Vor diesen Dingen versucht man vergebens zu entkommen, denn obwohl du es leugnen willst, weißt du, dass sie passieren werden. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl jemanden gehen lassen zu müssen, jemanden nicht …

Seifenblasen im Krieg.

Es gibt viel Streit, Wut und Zank. Nicht diese Art von “gesunden Konflikten”, die man dann und wann im Idealfall auch einmal zur Selbstreflektion verwenden kann. Sondern es sind diese Konfrontationen unzählig frustierter Leute überall auf einer unaufhörlichen Strecke der Fehlwahrnehmungen. Auf allen Ebenen des Lebens sind sie zu hören: Im Alltag, in den Medien, im Umfeld. Angetrieben durch mangelnde Hoffnung, mangelndem echtem Selbstvertrauen, zu utopischen Zielsetzungen und hinzu kommt zuviel vorhandene Unzufriedenheit, Hass, Wut und Trauer. Durch die kleinsten Kleinigkeiten und die kleinsten Uneinigkeiten kommt es zu Disharmonien… Sie schreien sich an. Schlagen Türen zu. Schlagen Köpfe beieinander. Schlagen ihr Gegenüber. Schlagen, wenn der andere zu schlagfertig war. Treten Themen breit und platt. Haben das Leben lediglich satt. Die Farben verblassen. Überall demütige Stimmung. Menschen die etwas bereuen. Die bereuen etwas in ihrem Leben falsch gemacht zu haben. Menschen die keine Lust mehr haben zu leben. Sie geben alles auf. Schmeißen alles hin. Sämtlichen Ballast werfen sie von sich und heben ab … „Frei. Freier. Freiheit.“ … Doch dann, wenn diese Seifenblase platzt, bemerkt …

Physis.

Während mir die Sonne warm ins Gesicht scheint werde ich abermals von einem Traum hinweg gerissen. Eine Melodie ertönt sanft in meinen Ohren und ein betörender, aber nicht aufdringlicher Geruch umspielt meine Sinne. Ich sehe verschlungene Farben in vollendeter Harmonie. Gleißend goldenes Licht spielt auf einer Wiese und vertreibt Schatten und Kälte. Mein Herz ist erfüllt von Wärme und Licht. Die Melodie definiert sich deutlicher und ich bemerke, dass es die Melodie meines Lebens ist. Ich bin Teil von längst vergangenen Zeiten, gegenwärtigen Zeiten und zukünftigen Zeiten. Der Wind der Zeit weht unaufhaltsam. Ich berausche mich an der vollkommenen Schönheit dieses Ortes, beneble mich an seiner Herrlichkeit. Obwohl dieser Ort nur in mir existiert, merke ich doch deutlich, dass auch ich ein Teil von ihm bin. Diese Welt ist eine virtuose in sich geschlossene Harmonie, unübertrefflich und fehlerfrei in ihrer Anmut. Sie empfängt mich mit ihrer Herzlichkeit und in ihr finde ich Vertrauen und Geborgenheit. Diese Welt ist voller Ruhe und Besinnlichkeit. Auf sattgrünen Wiesen entfalten mannigfarbene Blumen ihre volle Schönheit und Bäume schaukeln im …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …

Nichts Halbes und nichts Ganzes.

Ich habe dich lieb, ich würde dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken… Wann ist „Hab dich lieb“ mehr als nur das? Wann ist „Ich liebe dich“ nur noch ein „Ich habe dich lieb“? Wann ist das alles nicht mehr das, was die Wörter im Grunde aus zusagen vermögen? Wann ist ein Wort ein Gefühl, wann ein Gefühl nur noch ein Wort? Gefühle, Wörter, Wörter, Gefühle und immer wieder der Wunsch, das was man fühlt auszudrücken, es nicht ausdrücken zu können, unsere Last. Wie Atlas stehe ich da, trage meine schweren Gedanken, sehe dich an, wünschte, dass du das fühlst, was ich fühle, was eigentlich so falsch, und doch so richtig ist. Kann etwas falsch und richtig zugleich sein? Unerhörte Frage, irrational, nicht der Rede wert. Es kann nicht und wirkt doch so real, so wirklich, so echt, so einzigartig. Du hast einen Freund, doch bist du es, die hier die Grenzen überschritten hat. Nicht ich. Warum? Weil es für dich genauso schwer ist, zu sagen, wann es nicht mehr „Ich hab dich …

Jeden Sonntag.

Du holst mich ein. Immer, wenn ich zu müde bin, weiter zu laufen. Immer wieder gibt es diese Momente, in denen sich dein Bild in meinen Kopf schiebt, egal, wo ich bin und was ich tue. Die Welt um mich herum fällt in eine schwere Zeitlupe und vor meinem inneren Auge ist nur noch dein Gesicht. Nicht du, sondern ein Abbild, statisch und leblos. Ich wehre mich und versuche, das Bild zur Seite zu schieben. Es bleibt ein schwarzer Hintergrund. Ein schwarzes Nichts. Es ist beeindruckend, wie sehr mein Herz zu dir möchte. Irgendeine endlos verästelte Assoziation scheint immer zu dir zu führen. Mein Kopf war dir gegenüber schon lange skeptisch, aber er gab dem Herzen immer wieder seinen Willen. Ein Aufleuchten wie der Stich einer Nadel, der durch den gesamten Körper fährt und die Wunde jedes mal wieder aufreißt.Ich werde besser darin, das Herz in die Irre zu führen und dem Stich davonzulaufen. Doch Sonntags bin ich dafür zu müde. So lange bin ich dir hinterher gerannt. All die dunklen Straßen hinunter, von der …

Wie auf Wolken.

Es ist wie auf Wolken. Federleicht. Nichts ist wichtig. Es strahlt so hell die Sonne, der Mond, die Sterne. Ich habe Flügel, ich bin immer bei dir. Ich kann den Wind hören. Er erzählt mir Geschichten, singt mir Lieder vor. Plötzlich falle ich. Meine Flügel sind weg. Die wolken versperren mir die Sicht auf die Sonne, auf das Licht. Es ist dunkel. Das Licht ist noch nicht aus. Doch alles ist grau. Was soll ich tun? Alles überrollt mich plötzlich. Fragen von anderen. Aufgaben die mir gestellt werden. Anforderungen. Ich schaff das nicht! Es ist alles so trist, bin ich Träumer oder Realist? Der Wind weht, er ist kalt. Schnee fällt und er schmeckt nach Leben, Trauer, Angst und etwas Süßem – Freude. Doch es ist die falsche Richtung in die er er weht. Alles ist wie ein Labyrinth. Was ist richtig, was ist falsch? Welchen Weg soll ich nehmen? Die Lösung ist geheimnisvoll, ich kann sie nicht erraten. Doch werde ich trotzdem meinen Weg finden? Die Wolken lassen die Sonne kurz scheinen. Ich liege …

So oft war er da in meinem Kopf dieser Gedanke etwas verpasst zu haben. Und des öfteren erwische ich ihn dabei, sich wieder in diese Strukturen zu verlaufen etwas verpasst zu haben oder verpassen zu können. Aber “hätte, wäre, wenn” bringt nichts weiter als nur Spekulationen, doch bringt sie niemanden näher an eine Wahrheit. Denn erst mit dem Gefühl, dass man wirklich gar nichts verpasst hat und nichts verpassen wird, kann man mit aller Bescheidenheit die Welt erobern. Und diese raren Augenblicke der Eroberung machen einen selbst zu einem Held und zum Rebell gegen die Maschinerie der Zeit und der Geschwindigkeit des Alltags. Was habe ich denn wirklich verpasst mit diesem heldenhaften Gefühl? Wenn ich es mit meinem Herzen betrachte: Nichts. Denn ich habe die erlebten Momente gewonnen und jeder weitere kommt hinzu.