Alle Artikel mit dem Schlagwort: sonntag

Unterwegs mit meinem Rad auf dem Elsterperlenweg.

Wenn ich auf dem Sattel meines Fahrrads sitze wird jeder Weg zu meinem. Ich setze mich einfach darauf und breche auf, trete in die Pedale und ruck zuck bin ich an der nächsten Straßenecke und an der übernächsten und dann auf einmal in ganz anderen Welten, weit vom Stadtrand entfernt, die mich schweigen und durchatmen lassen. Manchmal, wenn ich so fahre, frage ich mich, wie weit wir schon gefahren sind, wie weit wir noch kommen würden. Und manchmal gibt es einen Zeitpunkt auf meinem Rad, an dem es mich auf eine ganz besondere Art und Weise verzaubert: Dann fahre ich durch Felder, über Hügel, Berge oder durch endlos weite Landstriche und habe dabei nie das Gefühl, allein zu sein. Die Zeit die ich auf meinem Rad verbringe ist oftmals tröstlich. Ganz besonders in den Momenten, in denen wir so vielen Leute begegnen, neben ihnen herfahren, sie überholen oder ganz plötzlich immer neue Orte finden. In solch vielen Stimmungen hat es mich schon getragen. Der Gedanke ist tröstlich, dass mein Rad im Keller steht, mir immer …

Schweigende Worte.

Manche Tage sind das blanke Chaos. Der Gegensatz vom blanken Weiß des Blattes, welches sich vor mir auf dem Tisch befindet. Ich starre darauf, während das Innerste verwirrt ist, im Versuch perfektes zu schaffen und sich im Wille des Wollens und an den Grenzen des Machbaren tiefe Gräben des Grübbelns schafft. Verkrampftes Denken und Sehnen nach einem Ausweg. Der Verstand will resignieren, er hat keine Chance. Die Hand zittert vor Wut, das Herz rast, ausgelöst dieses Gedankens der Resignation. Unmöglich etwas von dem festzuhalten was bewegt, in diesem Zustand des Zwanges loszulassen. Aber ich kann fühlen wie es wieder kommt, ganz allmählich, dieser Zustand indem das Innerste wieder mein zuhause ist bevor der drohende Wahnsinn sich entfalten kann.  Und das weiße Blatt, vor dem ich sitze, hält den Atem an. Genau wie ich. Es saugt die Luft ein in der die Worte schweben, die beschreiben könnten, was zu beschreiben wäre in diesem absurden Jetzt. Sie wabern, ganz weich, unförmig, wartend, ganz still und gespannt im Stillstand des Moments, der den gesamten Raum für sich einzunehmen …

Im Jetzt.

Wenn denn der Augenblick die extremste Form der Gegenwart ist. Der Moment der soeben noch nicht war, jetzt ist und doch gleich nicht mehrsein wird. Was könnte das Leben für ein Opium der Wahrnehmung sein, wenn wir befähigt wären uns dessen in jeder Sekunde eines Augenschlags bewusst zu sein? Doch ist es wohl wie mit allem: Zu viel des Guten gibt den Oberflächlichkeiten zu viel Spielraum zur Entfaltung und zu wenig Tiefe fürs Besondere um ins Herz zu gelangen. Aber hin und wieder sich dessen bewusst zu werden, bescherrt ein leichtes augenblickliches Kribbeln. Weniger ist halt doch noch immer mehr. So findet mancher Augenblick seine Fasziantion und Schönheit in der Ferne, hoch im Himmelszelt oder auf dem Boden verweilend. Lässt mich inspirieren und findet in mancher Vielfältigkeit, oder vielleicht gerade im Minimalismus, seine volle Entfaltung in meinem Herzen. Dann möchte ich sie mitnehmen, diese kleinen Momente, all diese Welten in und um mich herum. Sie fixieren und ihnen dennoch einen Freiraum lassen, um selbst sprechen zu können. Will diese formen und gestalten, immer neue Farben …

Zwischen Frustration, Sehnsucht und Fusionen der Liebe.

Ich kenne dieses Gefühl von Früher. Dieser Neid auf das Glück der Anderen. Aber es erorbert mich nicht mehr. Heute spiele ich mit den Perspektiven und bin dabei ganz ehrlich (und vielleicht ein wenig voreingenommen)… Beflügelt vom frischem Duft der sprießenden Wiesen, zwischen blühenden farbenprächtigen Blumenbeeten, Sträuchern und saftig grünen Bäumen, schwebe ich leichten Schrittes durch den Park, der mir Unmengen an Sauerstoff und Glückshormonen in meinen Körper spülen soll. Ich bestaune begeistert jedes asymetrsiche botanische Wunder, welches mir in den Blickwinkel springt, schnuppere die Sonnenstrahlen, die mir die Schweißperlen auf die Nasenspitze gleiten lassen und es aus meinem Blickwinkel aussieht, als trage ich ein kleines glanzvolles Salzmeer vor mir her. Der Fluss plätschert neben mir dahin und es zirppen und summen die Bienen leise Melodien in meine Gehörgänge. Manchmal fühlt es sich an, als saußten diese kleinen beflügelten Tierchen direkt in mein Ohr, durch meinen Kopf und auf der anderen Seite wieder hinaus. Irgendwie irre psychedelisch… Und mein Blick schweift weiter so umher in den Farben dieses Frühlings, sauge jedes in der Luft befindliche …

Sundayblue(s).

„Mirror In Blue.“ Foto © 01/2015 by Sascha Gawrilow / Herr Sushi™   Ich weiß nicht, wer bei mir im Kopf die Fäden zieht, aber meine Wochentage haben Farben. Wenn die Sonne scheint, spüre ich sie noch intensiver, als würde das Licht sie durchdringen und ihnen Atem einhauchen. Wenn mir der Bezug zu den Buchstaben, die einen Tag ausdrücken, fehlen, dann übernehmen dass die Farben. Sie bringen die 24 Stunden in Form und zeigen mir, wann die Sonne aufgeht – wie eine 1A Übersetzung. Auch bei den einzelnen Farben habe ich manchmal keine Wahl. Sie kommen dann, um zu bleiben: vom dunkelgrauen Montag bis zum meeresblauen Sonntag und dazwischen Orange, Hellblau, Lila, Braun und Grau. In diesen Farben kann ich mich verlieren, sie berauschen meine Sinne weitaus mehr als die qualvolle Suche nach den passenden Buchstaben, um einen Ausdruck zu finden, ein Gefühl zu definieren. Sie sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Grundlage meiner Wahrnehmung.  

Das perfekte Mixtape.

Ein Mixtape ist viel mehr als ein paar aneinandergereihte Songs. Ein sorgfältig zusammengestelltes Mixtape ist ein sehr persönliches Geschenk, das helfen kann seine Gefühle auszudrücken oder die richtige Stimmung für verschiedene Anlässe zu kreieren. Ein Mixtape zusammenzustellen ist außerdem eine tolle Beschäftigung für einen faulen Sonntag, an dem man gerne Zuhause bleiben und sich mal wieder ganz der Musik widmen möchte … Lies hier und sei retrospektiv kreativ: Sunday Pleasure.

“Ein Augenblick an der Aumatalspeere, Weida” Fotografie: © Sascha Gawrilow Der Blick schweigend auf den See, atme ich die Ruhe ein. Friede macht sich in mir breit. Friede so glatt und in der Ruhe liegend wie die glänzend schimmernde Wasseroberfläche unter der Morgensonne. Mir wird bewusst, dort spiegelt sich mein Leben. In der vergangenen Zeit war es ruhig, sanft in seiner Bewegung und doch kann es augenblicklich Wellen schlagen, Kreise ziehen. Und das wird es, ganz bestimmt. Ich fühle mich bereit und doch lasse ich mir nicht die Ruhe des Augenblicks nehmen, zu gegebener Zeit, aus dieser heraus, die kommenden Stürme zu meistern. Vielleicht habe ich jetzt einen entspannten Landgang, doch bin bald wieder ich der Kapitän meines Bootes und werde den Kurs über die tosenden Wellen des Lebens, jenseits dieses Sommers, halten. – Der Blick schweigt, während die Gedanken in die Ferne streben.

Sonntagsmusik.

Es ist taghell, wenngleich die Schatten der Nacht noch immer ihre Kreise ziehen. Kreisen. Tanzen. Nah und doch so fern. Kaum greifbar und doch spürbar. Sie tanzen im Regen, der sanft vom Himmel fällt. Fällt. Rinnt. Tropft. Bestimmt schlägt er gegen das Fenster. Schlägt. Klopft. Tropft. Unzählige Tropfen. Tränen gleich. Schön wie Perlen. Einzigartig und facettenreich. Kein Ton, ein Klang, Musik. Tropfen um Tropfen. Schlagen und klopfen. Gelenkt vom Wind, tanzen sie ihren letzten Tanz. Geführt, berührt, gespürt. Tropfen um Tropfen. Schlagen und klopfen. Sie fallen und rinnen. Gejagt und getrieben. Fließen, um zu ertrinken. Entstanden, um zu schwinden. Tropfen um Tropfen. Schlagen und klopfen. Ich ertrinke, ohne zu ertrinken. Ertrinke zwischen dem Hier und Dort, dem Bin und War, dem Wünschen und dem Wissen. Ertrinke in mir. Ertrinke im Klang. Ertrinke in Musik. Tropfen um Tropfen. Sonntagsmusik.

Afterhour.

Erst wenn die Bar geschlossen wird, der Pegel der Musik verstummt und den Raum in Ruhe hüllen lässt, die Discokugeln und das zuckende Licht der flackernden Strobo aufgehört haben künstliche Illusionen von Ungezwungenheit und Lebensfreude zu erzeugen, die Geschäftsphilosophien der Clubbetreiber aufging und die Nacht sich hinter langen Schatten versteckt, dann beginnt der wahre Tanz, der Tanz der Freiheit im Rhytmus des Seins auf der Tanzfläche des Lebens, immer nach neuen unbekannten Melodien schwingend und tänzelnd im hellen Licht des Tages und ganz nach den Klängen des lebendigen Alltags, immer weiter hinein.

Erinnerung an das Vergessen.

In manchen Stunden und an manchen Tagen lebe ich nur von der Erinnerung. Sie liegen alle herum, auf einem großen Haufen im Kopf. Dabei stolpere ich immer wieder über fast Vergessenes. Über einen Logarithmus, zum Beispiel. Ein total unbrauchbares Ding. Oder ein Frankreich-Urlaub. Ziemlich sonnig und viel zu warm. Und man findet noch tiefe Täler und hohe Berge. Viel Sonnenschein, aber dann und wann auch Regen. Tränennasse Erinnerungen hänge ich zum sorgfältigen trocknen auf. Dann sind sie leicht. Federleicht. Dann wirbeln sie alle in meinem Kopf herum und bringen mich zum Lächeln, geben die Energie des Gegensatzes. Dann vergesse ich diesen Zustand und ich spüre tiefe Freude und Losgelöstheit. Vergesse manche Ansprüche, die mich immer weiter streben lassen. Verliere meine Person in einer endlosen Suche nach strahlenden Farben in schwarzen Bildern aus Schatten an kalten Mauern die mir den Weg versperren. Manchmal stehe ich einfach nur da, ganz regungslos, fast hilflos und während ich mit einem schweren Atem nach einer Orientierung suche prasseln weiterhin delikate Fragen auf mich ein, die mich wiederrum jegliche Antworten hinterfragen …