Alle Artikel mit dem Schlagwort: reflektion

Gedanke zum Geburtstag.

Heute ist mein 36. Geburtstag und ich bin umhüllt vom warmen Kerzenlicht, zwischen knisterndem Geschenkpapier und dem zarten Duft des heißen viel zu süßen Kakaos. Dazwischen finden sich die Gedanken zusammen und resümieren das vergangene Jahr. Es wird mir wieder bewusst, wie viel doch schon von dem geschafft ist, was einmal nur utopische Fantasien zu seien schienen. Welcher Weg schon zurück gelegt ist, seit ich begann los zu gehen. “Alles ist möglich, wenn Du nur willst!” Doch trotz des starken Willens, verließ mich schon so oft der Mut und die Kraft, um wirklich am Glauben festzuhalten, manches Ziel realisieren zu können. Doch immer wieder, wenn meine Gedanken und Emotionen drohen mich zu schwächen, finden stärkende Worte in mein Ohr oder erreichen mich Hände die mich halten. Dafür bin ich dankbar. Dankbar für die Menschen, die mich im Alltag begleiten. Für jene, die voller Überraschungen sind. Für diese, die manch dunkle Zeit mit einem kleinen Funken wieder zum lodern bringen. Dankbar für die Menschen, die mir bis heute beiseite standen und noch stehen werden. Danke für …

Amadeus.

Wie viele andere Menschen habe auch ich schon einiges an Erfahrungen auf meinem Lebensweg machen können. Doch zu einem der tiefgehensten und horizonterweiterndsten Erfahrungen in meinem bisherigen Werdegang zählt noch bis heute das heilpädagogische Reiten. In der Reittherapie lernte ich nicht einfach nur das Reiten, sondern vor allem mich selbst darin zu erleben, mir näher zu kommen, mich zu geben, wie ich eben bin.  “Denn wir können erst wirklich erfahren, was Freiheit ist, wenn wir unsere eigenen Grenzen kennen, diese akzeptieren und sie in unserem Leben zu berücksichtigen lernen. Denn nicht die Grenzen sind es, die uns von der Freiheit trennen, sondern die Ignoranz unserer eigenen Fehler.“ Ich las einmal irgendwo, es muss wohl in so einer Art Fachblatt für Pferdeliebhaber gewesen sein: „Das Pferd ist der Spiegel deiner Seele.“ Meine damalige Therapeutin erklärte mir, ich könne dem Pferd nichts vorspielen, was ich selbst auch nicht sei. Ich bekäme es nicht gezügelt so lange ich nicht bei mir selbst wäre, … und mich vor allem nicht “echt” verhalte. An diesem Punkt kam ich oft an …

Silva.

Ich gehe durch den Wald, vorbei an den Hunderten von Bäumen. Federe über den Waldboden, kann spüren, wie er unter meiner Last nachgibt. Die Kälte zieht mir um die Nase. Sie gibt mir meine Sinne wieder, lässt mich das Leben ein- und wieder ausatmen. Es formen sich wieder klare Linien in meinem Kopf. Also nehm’ ich all’ meine Sorgen, knote sie fest zusammen und hänge sie am nächst besten Ast auf. Da hängen sie nun, ich seh’ sie mir ein letztes Mal an, dann dreh ich mich um und gehe. Meine Sorgen, meine Ängste, meine Zweifel, alles Schlechte, das meinen Kopf beladen hat, lass ich dort hängen. Dort machen sie sich gut, vielleicht will sie jemand anderes beim vorbeigehen mitnehmen. Ich komme tiefer und tiefer in den Wald hinein und muss schmerzlich feststellen, dass ich mit meinem überladenen Geist nichts mehr wirklich erkennen konnte – nun bin ich überwältigt von dieser Schönheit. Bewundere den Einfall des Lichts, genieße die Sonnenstrahlen, die auf meinen Augen tanzen. Und mit ihnen breitet sich eine wohlige Wärme in mir …

Not the same procedure.

Wenn man immer darüber spricht, das vergangene Jahr noch einmal rückblickend, so kurz vor dem Jahreswechsel, zu betrachten, klingt es doch immer wieder sehr vergänglich. Wie etwas unwirkliches, ganz anders als dieses Gefühl welches sich in jener vergangenen Gegenwart, in der man mittendrin stand, so nahe anfühlte und heute so fern erscheint und droht sich im Kopf in Vergessenheit aufzulösen. Doch: „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“ Denn wir vergessen ja nicht wirklich. Uns kommt dies nur so vor, weil wir uns immer genau an das zurück erinnern wollen, was wir wirklich nicht mehr wissen, weil es nunmal scheinbar keine tiefere Bewandtnis für unser Leben hatte. Das was uns wirklich bewegt finden wir eine Ettage tiefer in unserer Brust, in unserem Herzen. Denn wer auf sein Herz hören kann braucht sich nicht mehr nur auf seinen Kopf verlassen um zu erkennen, dass rein gar nichts vergänglich ist, weil alles was uns geschieht uns zu diesem Menschen formt den wir im Jetzt …

Das Höchste.

Es ist wohl das höchste, irgendwann (bis hin und wieder) zu erkennen, dass mir das Leben das hellste Licht bieten kann, hinter all diesen Schatten, welcher mich oftmals erblinden lässt. Blind macht für das schöne und erstrebenswerte. Wenn ich sie finde, diese wenigen kleinen Türen, in dieser schier endlosen Welt der Möglichkeiten und mich zu meinem eigenem wahren Ich begebe, inmitten aller Wahrheit, und diese dann durchschreite, nachdem der Zweifel und die Schwächen meinen Willen kraft- und haltlos machten. Hinter diesen Türen die Gabe findend und die Kraft erkennend danken zu können, ganz egal wieviele Narben ich selbst erlitten und davon getragen habe. Den Mut dazu gewinne zurück schauen zu können und zu erkennen, dass ich nicht immer nur die Marionette der “Anderen” war, sie nicht die einzigsten waren die die Schnüre in der Hand hielten. Zu erkennen das die Vergangenheit nicht veränderbar ist, aber ich verzeihen kann. – Den “Anderen” und vor allem mir selbst. – Mich befreien kann von allen Ängsten und Bedenken, um die eigenen Mauern nicht weiter unüberwindbar in den Himmel …

Karussell.

Ich höre den Refrain dieses Songs und finde Gefühle im Wort für diese Gedanken, fühle dieses Karussel, auf dem ich zeitweilen stehe, ohne mich daran zu erinnern, mich irgendwo zu befinden, wo Karussels zu finden wären. Es fängt an sich zu drehen und alle Lichter und Gesichter werden zu bunten Streifen, die mich nicht gehen lassen, die mich aber auch nicht halten können. Das Leben ist… und wenn ich klug wäre, könnte ich diesen Satz hier beenden,doch dass liegt nicht in meiner Natur und wenn mich jemand weise nennt, dann liegt es nicht in deren Natur, sich die Zeit zu gönnen um darüber nachzudenken. Ich könnte mich natürlich auf eine Wolke setzen und verträumt beobachten, was da geschieht, weil ich es ohnehin nicht verändern kann. Könnte fasziniert sein und mich einfach hingeben. Mich dem Leben hingeben, das klingt wunderbar und ganz und gar irgendwie möglich bis unmöglich. Ich muss denken. Immer! So steh ich da und komme mir hin und wieder ganz schön clever vor und tue so, als könnte mir niemand etwas vormachen. Doch …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …

Waldboden.

Wenn ich so durch die Weltgeschichte laufe, mir vielleicht sogar vornehme, im Wald spazieren zu gehen, passiert es mir oft, dass mein Blick zu Boden geht. Er hängt dann hier und dort, mein Kopf geneigt, das Sichtfeld ausgefüllt mit verschiedensten Bodenbelägen. Dann gehen die Gedanken ihre eigenen Wege, auf diesen Trampelpfaden, genau wie ich. Ich versuche nicht ganz den Anschluss an diese zu verlieren, will ich doch letztendlich auch Schlußfolgerungen in meinem Rucksack mit nach Hause bringen. Solche Spaziergänge tun mir gut. Sie pflastern den Boden mit meinen Problemen. Durch die Bewegung kommen die Sorgen in Schwung und werden durch meinen Kopf gejagt. Ich finde Abstand und komme zugleich näher an ein Verständnis. Und dann schaue ich nach oben. Löse meinen Blick von dem Geäst, dem satten Grün oder all den braunen Tannennadeln, die mich leise knacksend unter meinen Sohlen immer weiter laufen lassen. Löse meinen Blick von all diesen schönen, mit Geheimnissen übersääten Belägen zu meinen Füßen. Löse meine Gedanken von dem schweren Blei und lasse meinen Blick nach oben gleiten. Schaue auf vom …

Mohnblumen.

Ich habe einmal (und folgend des öfteren) die Erfahrung gemacht, dass ich nur durch die Schönheit des Augenblicks berührt wurde. Der Auftakt des primären Kontrollverlusts meiner Gefühle und Tränendrüsen erwischte mich damals in einem blühenden Mohnblumenfeld. Im ersten Augenblick fühlte es sich ziemlich verweichlicht an und war mir mehr als fremd. Als mir in diesem Moment bewusst wurde, dass ich nach jahrelanger Sinnsuche mein “Ich” gefunden hatte und es auch akzeptierten konnte, wurde mir zudem auch klar, dass das “Große” nicht wirklich weit weg in der unerreichbaren Ferne liegt, sondern tagtäglich direkt vor meinen Füßen, vor meinen Augen, ganz egal wo ich mich gerade bewege oder gehe. In jeder Minute weiß ich, das mein Leben etwas besonderes ist, selbst wenn ich es gerade in manchem Fluch ertränken mag. – Und was das Weinen betrifft: Ich versuche noch immer zu kontrollieren, ob mir niemand dabei zuschaut. Doch hin und wieder kommt es eben vor, dass ich nicht anders kann, als einfach nur loszulassen und den Dingen ihren freien Lauf zu lassen. Stark ist letztendlich auch nur …

Grenzen(los).

Und natürlich reden wir uns viel zu viel ein oder lassen uns sagen wie wir sein müssen, um passend zu sein für mehr Individualität und Freiheit an der Teilhabe des globalisierten Lebens. Und daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen einen an der Waffel haben und inkompatibel werden mit der Funktionalität in einer “Welt der offenen Türen” und vor allem mit sich selbst. Man kann sich schnell überflüssig fühlen. Sich selbst überflüssig machen und irgendwann fühlen nicht mehr gebraucht zu werden. Man kann dies alles ganz schnell, auch das ist Freiheit, aber eines sollte man dann nicht tun: Sich darüber wundern. Denn dies ist wirklich kein Wunder, wenn alles nach Selbstverwirklichung schreit und orientierungslos in die Grenzenlosigkeit strömt …