Alle Artikel mit dem Schlagwort: philosophie

Postkarte aus dem Augenblick.

Während der Blick schweigend auf dem See liegt, atme ich die Ruhe ein. Friede macht sich in mir breit. Friede so glatt und in der Ruhe liegend, wie die glänzend schimmernde Wasseroberfläche unter der warmen Sonne, die das tiefe Blau des Himmels hell mit ihrem Licht überstrahlt. Mir wird bewusst, dort spiegelt sich das Leben. Zu manchen Zeiten ist es ruhig, sanft in seiner Bewegung und doch kann es augenblicklich Wellen schlagen. Kreise ziehen und an die Ufer schlagen. Und das wird es, ganz bestimmt. Ich fühle mich bereit und doch lasse ich mir nicht die Ruhe des Augenblicks nehmen, zu gegebener Zeit, die kommenden Stürme zu meistern. Vielleicht habe ich jetzt einen entspannten Landgang, doch bin ich bald wieder der Kapitän meines Bootes und werde den Kurs über die tosenden Wellen des Lebens, jenseits dieses Sommers, halten. Der Blick verweilt in dieser Schönheit, während die Gedanken lebendig in die Ferne schweifen. Schaue hoch ins Himmelszelt, will dieses prächtige Licht einfangen. Unten am Boden erblicke ich manch glänzende Perle dieser Faszination im Augenblick. Sie lässt …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …

Sinnschnipsel – Ein Dialog.

Sascha: „Den besagten „Sinn des Lebens“ kann es in Echtzeit nicht geben. Würde er tatsächlich nachweisbar existieren, wäre dieser schon fertig und würde den sehnsüchtig gesuchten Sinn ergeben. Jedoch gibt sich der Mensch mit erreichbaren, gegebenen und fertigen niemals zufrieden und strebt immer weiter ins Große. Würde es somit einen festen Sinn für alles geben, würde der Mensch wohl nicht mehr existieren. Das ergäbe wiederum Sinn. Kurzum müsste der Sinn des Lebens das stetige Streben nach dem Unerreichbaren überirdischen sein. Immerhin streben wir ja auch alltäglich immer das an, was wir noch nicht sind und weniger das was wir einmal waren. Right?“ Regina: „Wenn du „right“ wärst,hätten wir den ersten Menschen vor uns der den Sinn des Lebens ergründet hätte.“ Sascha: „Ich kann ja den Sinn des Lebens nicht ergründen, wenn er doch eigentlich nicht da ist… also, eigentlich schon, nur halt nicht so wie es sich so manch einer wünscht. – Wie gesagt, wenn wir ihn finden würden, gäbe es bald niemanden mehr, den man es sagen bräuchte, weil ja jeder ihn kennt und …

Realität ist ein schwammiger Begriff. – Bodenständigkeit und Abgehobenheit so naheliegend ineinander greifend. Die Krone unseres Geistes ragt so unvorstellbar weit über unsere eigentlichen Grenzen hinaus. Bei all diesen Verschmelzungen von Realitäten und “Utopien” ist es grundsätzlich wichtig zu wissen wo die eigenen Wurzeln verankert sind und an welcher Quelle wir uns nähren. Unsere Äste und Blüten können stetig in das Licht sprießen, welches unseren Geist nährt und weitere Impulse bringt. Doch wir selbst dürfen uns nicht unseres eigenen Wesens dissoziieren, sollten dem Möglichen treu bleiben und uns nicht in Träumen verlaufen.

Gehe mit deinen Gedanken ins Freie.Jeder freie Gedanke braucht auch Strahlen der Sonne nach der er sich richtet, jeder freie Gedanke braucht auch ein Bild der Zeit wie sie vergeht, jeder freie Gedanke braucht auch den Wind der ihn trägt. Gehe mit deinen Gedanken ins Freie. Jeder freie Gedanke, wie die Samen der Pusteblume, verweht im Sturm falscher Einflüsse, vergeht im Gefängnis deiner vier Wände, verfehlt den Ort seiner Bestimmung, ohne die Freiheit die er braucht zum Fliegen. Gehe mit deinen Gedanken ins Freie. Jeder freie Gedanke, wie Samen, trägt nur dort wirkliche Früchte wo man ernten kann was du säst.

Sinnfreie Ideologie.

An sich ist es doch immer das Selbe. Man verspricht sich selbst den höchsten Optimismus, die stärksten Leistungen, das Durchsetzungsvermögen und all die positiven Dinge, die anscheinend ein perfektes Leben ausmachen. Um ein lebenswertes Leben zu haben, brauchst du einen Partner, einen erfolgreichen Job, einen ausgeglichenen Freundeskreis und deine eigene Balance. Es gibt zig Ratgeber in den Regalen, die dir schwören, dass genau ihr Buch das Patentrezept für ein tolles Leben ist: Krisen überstehen, negative Gedanken loswerden, sinnvolle Quellen des Lebens nutzen, um eigene Ressourcen des Lebens auszuschöpfen. Dass diese Schriftsteller Menschen wie du und ich sind, darüber denkt niemand nach. Was zunächst die Revolution eines jugendlichen Geists war, ist jetzt der Grundgedanke einer ganzen Menschheit: wir verzweifeln an dem Unrecht dieser Welt. Wir machen uns Gedanken über das Leben, den Konsum, die Gesellschaft. Beinahe alles scheint uns eine Medaille zu sein, die beim kleinsten Windstoß ihre andere Seite zeigt. Das Negative, an dem wir uns zu gerne aufhalten. Wir rennen in die Läden, kaufen uns sinnlose Bücher mit Titeln wie „Mein Job- wie werde …

Seifenblasen im Krieg

Es gibt viel Streit, Wut und Zank. Nicht diese Art von “gesunden Konflikten”, die man dann und wann im Idealfall auch einmal zur Selbstreflektion verwenden kann. Sondern es sind diese Konfrontationen unzählig frustierter Leute überall auf einer unaufhörlichen Strecke der Fehlwahrnehmungen. Auf allen Ebenen des Lebens sind sie zu hören: Im Alltag, in den Medien, im Umfeld. Angetrieben durch mangelnde Hoffnung, mangelndem echtem Selbstvertrauen, zu utopischen Zielsetzungen und hinzu kommt zuviel vorhandene Unzufriedenheit, Hass, Wut und Trauer. Durch die kleinsten Kleinigkeiten und die kleinsten Uneinigkeiten kommt es zu Disharmonien… Sie schreien sich an. Schlagen Türen zu. Schlagen Köpfe beieinander. Schlagen ihr Gegenüber. Schlagen, wenn der andere zu schlagfertig war. Treten Themen breit und platt. Haben das Leben lediglich satt. Die Farben verblassen. Überall demütige Stimmung. Menschen die etwas bereuen. Die bereuen etwas in ihrem Leben falsch gemacht zu haben. Menschen die keine Lust mehr haben zu leben. Sie geben alles auf. Schmeißen alles hin. Sämtlichen Ballast werfen sie von sich und heben ab… …frei…, freier…, Freiheit… …doch dann, wenn diese Seifenblase platzt, bemerkt jeder, dass …

Imagination.

Wie Grashalme schwingen wir im Gleichtakt des Windes in allen Himmelsrichtungen, beugen unsere Köpfe unter dem Streich des Himmels. Wir segnen unsere knospende Unbekümmertheit mit Trauer und Tod und ew’ger Liebe zu dem Unnerreichbaren. Zum Wissen. Wir sinken in den Tiefen des Meeres, auf der Suche nach der absoluten Eudamonie. Auf dem Grund der sieben Ozeane schaffen wir uns ein Refugium im Nichts, in der Ferne und wir singen unser Leben in die undurchdringliche Schwärze der Fiktion: nichts, niemals, nie, nimmer, niemand, nirgends, nicht. Wir brechen das Eis unserer Freunde und stärken das unsere daran, auf dass niemand in uns verschwinden könnte, auf dass wir niemals in jemandem verschwinden mögen. Wir laben uns an der vollkommenen Sonne Licht um uns in unseren Höhlen der Finsternis widmen zu können. Es fließt das Blut unserer Ahnen in die Kanalisation, es rinnt die Zeit durch unsere Finger wie heiß glühender Wüstensand und hinterlässt eiternde Blasen auf unserer pergamentartigen Haut. Wir durchbrechen die Schallmauer und holen unser Säuglingsich an der Brust der eigenen Mutter ein, uns an ihrer Gestalt …

“Freisinnige Nachmittagsprediger schwatzen über nichts lieber als über den Sinn des Lebens; da sind die Mathematiker doch viel anständiger, die untereinander ausgemacht haben, über die Quadratur des Kreises keine Abhandlungen mehr zu schreiben.” sagte einmal Philosoph Fritz Mauthner. Nunja und den Leuten, die immer noch sinnsuchend und orientierungslos auf diesem Planeten herum geistern, denen würde Monty Python zum Sinn des Lebens sagen: “Versuchen Sie, nett zu anderen zu sein, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie ein gutes Buch, verschaffen Sie sich genug Bewegung.” Und ich sage: “Der Sinn liegt einfach nur im Augenblick.” Basta! Sinnsuche beendet. Aus meinem sinnsuchenden gequälten Geist, der irgendwann einmal “Basta!” sagte…