Alle Artikel mit dem Schlagwort: perspektive

Stadtauswärts.

“Und nur wer tief in das Meer des Lebens tauchen kann, versteht es auch, hoch in seinen Himmel zu fliegen.” – Hans Kruppa Unter dem Sonnenglanz, inmitten des Farbenspiels, schwinge mich heraus aus dieser Stadt. Hinaus aus diesem Alltag. Diese Zeit ist meine. Ich erlaube mir aus dem Rahmen zu fallen, um weich zu landen, während die Musik in meinem Kopf mich aus der Reihe tanzen lässt. Ich tauche unter allem Geschwätz hinweg, um am Ufer der Phantasien, jenseits aller Anforderungen und Zielsetzungen, wieder aufzutauchen und für ein paar Momente zu erleben wie dem Ernst des Lebens das Lachen vergeht. Alles will leuchten und ich blicke mit strahlenden Augen in bezaubernde Gemälde, die mich zu einem Teil dieser werden lassen. Tauche hinab in dieses Meer des Spiels von Licht und Schatten. Atme diesen Augenblick tief ein, während die Zeit langsamer und langsamer zu vergehen scheint, das Lächeln im Hier und Jetzt gute Gründe findet länger auf meinem Gesicht zu verweilen. Diese Zeit ist meine und jedes weitere Wort scheint überflüssig, jeder weitere Gedanke wie ein …

Ein Plädoyer zum Neujahr.

Wenn man immer darüber spricht, das vergangene Jahr noch einmal rückblickend, so kurz vor dem Jahreswechsel, zu betrachten, klingt es doch immer wieder sehr vergänglich. Wie etwas unwirkliches, ganz anders als dieses Gefühl welches sich in jener vergangenen Gegenwart, in der man mittendrin stand, so nahe anfühlte und heute so fern erscheint und droht sich im Kopf in Vergessenheit aufzulösen. Doch: „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“ Denn wir vergessen ja nicht wirklich. Uns kommt dies nur so vor, weil wir uns immer genau an das zurück erinnern wollen, was wir wirklich nicht mehr wissen, weil es nunmal scheinbar keine tiefere Bewandtnis für unser Leben hatte. Das was uns wirklich bewegt finden wir eine Ettage tiefer in unserer Brust, in unserem Herzen. Denn wer auf sein Herz hören kann braucht sich nicht mehr nur auf seinen Kopf verlassen um zu erkennen, dass rein gar nichts vergänglich ist, weil alles was uns geschieht uns zu diesem Menschen formt den wir im Jetzt …

Im Jetzt.

Wenn denn der Augenblick die extremste Form der Gegenwart ist. Der Moment der soeben noch nicht war, jetzt ist und doch gleich nicht mehrsein wird. Was könnte das Leben für ein Opium der Wahrnehmung sein, wenn wir befähigt wären uns dessen in jeder Sekunde eines Augenschlags bewusst zu sein? Doch ist es wohl wie mit allem: Zu viel des Guten gibt den Oberflächlichkeiten zu viel Spielraum zur Entfaltung und zu wenig Tiefe fürs Besondere um ins Herz zu gelangen. Aber hin und wieder sich dessen bewusst zu werden, bescherrt ein leichtes augenblickliches Kribbeln. Weniger ist halt doch noch immer mehr. So findet mancher Augenblick seine Fasziantion und Schönheit in der Ferne, hoch im Himmelszelt oder auf dem Boden verweilend. Lässt mich inspirieren und findet in mancher Vielfältigkeit, oder vielleicht gerade im Minimalismus, seine volle Entfaltung in meinem Herzen. Dann möchte ich sie mitnehmen, diese kleinen Momente, all diese Welten in und um mich herum. Sie fixieren und ihnen dennoch einen Freiraum lassen, um selbst sprechen zu können. Will diese formen und gestalten, immer neue Farben …

Zwischen Frustration, Sehnsucht und Fusionen der Liebe.

Ich kenne dieses Gefühl von Früher. Dieser Neid auf das Glück der Anderen. Aber es erorbert mich nicht mehr. Heute spiele ich mit den Perspektiven und bin dabei ganz ehrlich (und vielleicht ein wenig voreingenommen)… Beflügelt vom frischem Duft der sprießenden Wiesen, zwischen blühenden farbenprächtigen Blumenbeeten, Sträuchern und saftig grünen Bäumen, schwebe ich leichten Schrittes durch den Park, der mir Unmengen an Sauerstoff und Glückshormonen in meinen Körper spülen soll. Ich bestaune begeistert jedes asymetrsiche botanische Wunder, welches mir in den Blickwinkel springt, schnuppere die Sonnenstrahlen, die mir die Schweißperlen auf die Nasenspitze gleiten lassen und es aus meinem Blickwinkel aussieht, als trage ich ein kleines glanzvolles Salzmeer vor mir her. Der Fluss plätschert neben mir dahin und es zirppen und summen die Bienen leise Melodien in meine Gehörgänge. Manchmal fühlt es sich an, als saußten diese kleinen beflügelten Tierchen direkt in mein Ohr, durch meinen Kopf und auf der anderen Seite wieder hinaus. Irgendwie irre psychedelisch… Und mein Blick schweift weiter so umher in den Farben dieses Frühlings, sauge jedes in der Luft befindliche …

Leidenstänze.

Wir tanzen alle gemeinsam und sind Teil des Ganzen. Wenn wir bereit sind, uns vom Leben überraschen zu lassen, lernen wir die Schritte, die uns schweben lassen. Jeden Tag wird uns etwas geschenkt, jeden neuen Morgen legt das Leben seinen Schatz in unsere Hände und bittet uns gut darauf Acht zu geben. Oftmals merken wir nicht, wie kostbar die Fracht ist, die wir mit uns tragen. Wir vergessen die Schönheit der Dinge, wenn wir fallen. Wenn uns das Schicksal auf Proben stellt und an Grenzen stossen lässt. Wir vergraben unsere Köpfe im schwersten Kissen, das greifbar ist und lassen den grauen Himmel über uns regieren. Der Regen fällt und jeder Tropfen auf den Kopf. Jeder Blitzschlag trifft ins Herz und wir schwimmen im Strom, schwimmen mit unserem Schmerz. Es ist wichtig, dass wir dann den Tränen den Zufluss zum Wasser ermöglichen, um unsere Seele leichter zu machen. Sie braucht diese Streicheleinheit von Zeit zu Zeit. Auch wenn wir als Könige unseres Leids nicht bemerken, wie wohltuend diese kleine Geste sein kann. Uns selbst gut tun. …

Vom Warten und Dazwischen.

Mein Magen schmerzt. Zuviel Kaffee, zu wenig echte Aufregung. Da muss künstlicher Ersatz her. Das Herz bemüht sich um Schwung, nimmt Anlauf, bebt schneller. Aber mein Magen, der beschwert sich. Zuviel Koffein, er schmerzt vor sich hin und ringt mit dem bebenden pochenden Herzen um die Wette, buhlend um meine Aufmerksamkeit. Diese richtet sich auf die Tasse vor mir. Leer. Ich stehe auf, um mir einen neuen Kaffee zu machen. Aufputschen, ein bisschen legale Stimmungsheber konsumieren. Soviel, solange bis der Magen vom Herz geschlagen ist. Poch-poch-poch. Mein Blick fällt aus dem Fenster. Krokusse im Schnee, Farbtupfer auf Weiß. Der Schnee zieht sich bald schon zurück, macht Platz für Neues. Atmen, frische Luft, Gerüche – und, die Zugvögel, längst alle wieder da, bebend von der Kühle, trotzdem tirilierend. Sie sitzen auf noch kahlen Bäumen, schauen zu mir herunter. Ihre Melodien klingen wie Hoffnung. Und nach Sehnsucht. Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Erwachen. Wie das Aufwachen nach dem nächtlichem Schlaf. Erwachen ist das schönere Bild.Aufwachen kann ich jeden Morgen. Zu erwachen hat etwas von Erwecken; den Hauch von …

Guttatim.

„Gib deinen Tropfen Farbe. Die Mischung macht sie besonders. Dein Leben erwartet einiges an Einzigartigkeit.“ Das Leben ist wie ein Wasserfall aus Lebensjahren. Einzelne Tropfen fallen in die Schlucht der Zeit. Unaufhaltsam fallen sie in die Tiefe und verschwinden im Nebel. Viele Lebensjahre bespickt mit großen Erinnerungen und fulminanten Geschehnissen stürzen also nun den Abhang hinab in die Schlucht, und keiner tut etwas dagegen? – Das kann einfach nicht wahr sein, wie eine Lüge. Es grenzt an ein Wunder, dass Du mit diesem Naturschauspiel der fallenden Tropfen nicht alleine dastehst. Im Gegenteil, ein jedes menschliches Leben besteht doch aus fallenden Tropfen. Die Schwerkraft wird sicherlich nichts dagegen tun, um dieses Gesetz zu kippen. Und genau diese Sicherheit ist doch wunderbar. Wir wissen, was jedes Jahr am gleichen Tag passiert. Und zwar verabschiedet sich ein weiterer Tropfen Richtung Abhang. Das Einzige wofür du sorgen musst, dass du diesen Tropfen über das gesamte Jahr hinweg mit tollen Dingen nährst. Mit Dingen, die dicht und fest mit deinem Herzen verwurzelt sind. Mit Dingen, die du nicht missen kannst. …

Staub.

TEXT VON NINA KRAVITZ „Inspiration is only connected to the core, to the true and very raw essence.“ Vor ein paar Tagen fand ich einige alte Briefe. Ein junger Mann und eine Frau, die sich ihre Gefühle füreinander austauschten. Ein unschuldiger, natürlicher Gefühlsschwall, der sorgfälltig zu Papier gebracht wurde. Es ist offensichtlich, dass sich diese beiden erst ganz am Anfang ihrer Geschichte befinden. Ihre Herzen sind weit geöffnet und zerbrechlich. Alles ist unbekannt. Sie sind neugierig, aber nicht ängstlich. Alles fließt leicht dahin und es gibt keinen Druck. Die Dinge passieren einfach, ungezwungen, weil es sich richtig anfühlt. Ohne viel übereinander zu wissen, fühlen sie, dass da noch etwas Großes kommen wird. Die Reinheit ist befreiend. Freiheit inspiriert und setzt zugleich Energie frei. Nackte Haut und keine Erwartungen. Mehr Taten als Gedanken. Die Zeit ist jetzt und alles, was man tun muss, ist den Dingen ihren Lauf zu lassen. Aufbruchstimmung. Ich wurde sehr sentimental. Was für ein drastischer Wandel ist seitdem passiert. Wahrscheinlich geschieht das vielen von uns im Laufe der Zeit. Wie können Dinge …

Couleur.

An manchen Tagen, da tut es verdammt gut, dieses Fühlen ohne zu denken. Man fliegt, ist losgelöst und wie unsterblich. An manchen Tagen, da tut es verdammt weh, dieses Denken ohne zu fühlen. Man lebt, atmet, und dennoch ist man schon wie gestorben.

Hüllenlos.

Zu Besuch in der 33. Ausstellung der Kunstzone M1, Mohrenplatz, Gera „Hüllenlos“ (Ausstellung vom 22.08. bis 28.09.2014) Ich stehe im Raum. Die Bilder an den Wänden malen neue Bilder in meinem Kopf. Mein Blick verweilt zwischen manch gerahmten, halb entblößtem bis nackten Leib. Malerisch und fotografisch fixierte Momente, festgehalten für eine ungewisse Ewigkeit. Ich sehe klare Körper, erahne Konturen menschlicher Hüllen, deren Estetik, Formen und erotischen Reize mich in ihren künstlerischen Umsetzungen auf Reisen ganz nah der Haut mitnehmen. Ich spüre wie die Fantasie prickelnd beginnt ihre Kreise zu ziehen, um nun jeden folgenden Moment zu erobern. Fange an diese besondere Reise durch die Blickwinkel der Fotografen und Maler zu genießen und zu verstehen. Versuche jeden Schatten zu orten, jeden Lichtstrahl zu deuten, jeden Pinselstrich zu verfolgen. Die menschliche Nacktheit wird zur Nebensache. So offenbaren sich “hüllenlose” Geschichten in Bildern über jene Personen, die als Kunstobjekt fungieren, gar über den Menschen der den Pinsel über das noch leere weiße Blatt Papier führt oder der Person, die die Linse im richtigen Licht fokusiert. Manche Geschichten finden …