Alle Artikel mit dem Schlagwort: nacht

Spuren im Schnee.

Einen Fuß locker auf das Knie des anderen Beins gelegt, sitze ich schweigend in der Nacht. Unter meiner dicken Mütze spielen die Gedanken Melodien in meinem Kopf und wechseln sich damit ab, mit ihrem eigenen Soundtrack zwischen gestern, heute und morgen die kalte Nacht zu durchbrechen. Die Luft vor meinen Augen kristallisiert sich mit jedem Atemzug. Wie ein Kaleidoskop bricht sich das Licht des Mondes in meinem Atem und taucht den Boden vor mir in ein Lichtspektakel wie in 1001 Nacht. Um mich herum fällt kleiner, weicher Pulverschnee. Nicht viel. Gerade genug um im Licht des Mondes und der Straßenlaternen zu tanzen. Der Platz vor mir ist weiß. Keine Spuren im Schnee. Kein Mensch hat bisher die Schneefläche betreten. Es hat etwas erhabenes in diesem Moment hier anwesend zu sein. Zu sehen wie schnell etwas auf so natürlicher Art und Weise verschwinden kann, wie die Vergänglichkeit in einem Zeitraffer. Wo vor zehn Minuten noch ein Platz war ist jetzt eine kahle, kalte, Zentimeter hohe Decke aus feinsten Eiskristallen, in der der Schall sanft unterzugehen scheint …

Nachts wachsen.

Mitten in der Nacht liege ich dort unten auf dem Boden. Nicht im Bett. Daneben, wie Tod vor Angst. Ich habe Angst davor, es eines Tages nicht mehr zu haben. Vielleicht im nächsten Augenblick, vielleicht morgen, vielleicht doch erst in Jahrzehnten. Den Herzschlag, den Atem, die Gefühle, die Liebe, die Freuden und die Traurigkeiten. Von jetzt auf dann, das Leben von meiner Seite weicht. Ich sehne mich augenblicklich nach jener zauberhaften desillusionierenden Assoziation die da des öfteren in meinem Geiste umherschwebt, um mich zu beruhigen und mein aufgebrachtes Gemüt in Stille zu wiegen. Nach jener Assoziation, die sich oftmals ziemlich heimisch fühlt in meinem Kopf, sie dort ihre Kreise zieht, keinen Halt findend und versucht sich in dieser Gegenwart zu realisieren. Versucht ein Teil dieser wahren Welt zu werden. Ein Mittelpunkt von dem alle Türen abgehen. Der rote Faden, der die Themen verknüpft. Das Ende, auf welches ich treffe, wenn ich dreimal um die Ecke denke, krumm und schief und scheinbar sinnlos Türen eintrete und Themen durcheinander werfe. Sie ist meine Lieblingsassoziation ohne Namen. Sie …

Afterhour.

Erst wenn die Bar geschlossen wird, der Pegel der Musik verstummt und den Raum in Ruhe hüllen lässt, die Discokugeln und das zuckende Licht der flackernden Strobo aufgehört haben künstliche Illusionen von Ungezwungenheit und Lebensfreude zu erzeugen, die Geschäftsphilosophien der Clubbetreiber aufging und die Nacht sich hinter langen Schatten versteckt, dann beginnt der wahre Tanz, der Tanz der Freiheit im Rhytmus des Seins auf der Tanzfläche des Lebens, immer nach neuen unbekannten Melodien schwingend und tänzelnd im hellen Licht des Tages und ganz nach den Klängen des lebendigen Alltags, immer weiter hinein.

Carpe noctem.

Jetzt wo die Tage kürzer sind bekommen viele Menschen schlechte Laune. Dabei lebt es sich nachts auch gut – nur anders… Es gibt Sommermenschen und Wintermenschen, Partymenschen und Arbeitsmenschen, Stadtmenschen und Landmenschen, Naturmenschen, Genußmenschen, Musikmenschen und sogar Affenmenschen. – Ich bin des öfteren ein Nachtmensch. Sicher, das behaupten viele Leute von sich. Häufig wird das einfach mal daher  gesagt, zum Beispiel auf einer Party oder in einer Disco. Es ist wahrscheinlich schon spät und die Stimmung ist gut, man kommt mit einer tollen Frau ins Gespräch und will dass der Abend noch länger dauert. Und dann sagt man das so, zwischen zwei Gesprächsthemen: “Ich bin ein Nachtmensch!” Aber die Nacht auch ohne Party oder Disco lieben zu können, ganz alleine und ohne viel Brimborium – das ist etwas anderes! Wenn der gesamte Freundeskreis schon in Morpheus Armen liegt, die letzte Bahn schon weg, die Szenekneipen geschlossen und die Spätvorstellungen zuende sind, dann sind besonders werktags nur noch ganz besondere Leute unterwegs. Man kann sie auf den ersten Blick erkennen und ganz leicht unterteilen: Die die …

Gedanken in die Sterne Sternenhimmel voller Klarheit über mir. So endlos schön und fern. Es ist einer der “unbegreifbaren” Teile, der uns umgebenen Unendlichkeit. In der Nacht entfaltet sich dieses unvorstellbare Größe. Erfüllt mit solch viel Klarheit. Zarteste Geräusche sind hell wahrzunehmen. Viel weiter scheint unsere Wahrnehmung im Schatten der Nacht. Immer weiter verliert man sich in der Weite fremder Schatten. Findet Befreiung von schweren Gedanken und erdrückendem Gemüt. Fragen über Wahrscheinlichkeiten und Ahnungen werden nichtig. Worte wie richtig oder falsch, vielleicht oder eventuell vergessen. Einfach nur sein unterm Sternenzelt. Umgeben von dem kühlen Duft der Nacht. Alleine mit der Stille, die so viel zu erzählen hat in ihrer Ruhe. Nicht einmal etwas zu wollen  in diesem Moment. Nur fallen lassen, ganz tief hinein ins eigene Sein. Nichts soll zählen, nichts soll mich erwarten und nichts liegt hinter mir. Nur diese Sekunde, dieser Augenblick im Jetzt, der Frost auf meiner Haut. Einfach loslassen von allem was mich lenkt, von allem was mich bewegt. Das wünsche ich mir für diesen Augenblick in dieser Nacht im Stillen. …

Im Standbild der Unendlichkeit.

Das Sterne zählen, ein allabendliches Ritual inmitten von Zirpen, leisem Atem und dem Qualm der Zigarette(n). Den Blick fern hinauf in die Unendlichkeit. Und wenn sich irgendwann, ganz bestimmt sogar, eine Sternenschnuppe mit ihrem grellem Schweif ihren Weg durch die Stille der Sternenbilder bahnt, wünsche ich mir, fast kindisch, einen Wunsch, der so wünschenswert wäre, diesen nicht fast verschenkend, in die Fülle der Dunkelheit hinein zu wünschen. Und ganz leise schleicht sich das Wort Liebe hinterher und verhallt ungehört in den Mantel dieser Nacht, bis zur nächsten Erleuchtung, im Standbild der Unendlichkeit.

Sieg über die Stille.

Es ist so irre leise in den Nächten, dass mich die Stille im Brustbereich betäubt und schmerzt. Mein Herz schlägt. Doch schlägt es allein für mich. Und es schlägt schnell, weil es Sehnsucht hat. Wie ich. Es ist so still, ich höre es schlagen, ich fühle wie das Blut durch dessen Kammern fließt. Wir haben Sehnsucht, nach einem Herz, auf welches ich mein Ohr legen kann. Ich lauschen kann, wie es schlägt und den Takt mit meinem findet. Die Stille würde nicht nicht mehr so betäubend sein, wenn ich eine Haut fühlte, deren kleine Häärchen sich aufstellen, wenn meine Handfläche nur darüber schwebt. In ein Ohr flüstern könnte, um meine Gedanken, kaum mit einem Ton, leise in dieses zu hauchen. Ich und mein Herz haben Sehnsucht, nach diesem Wesen, welches mir den Schmerz nehmen kann, tief unter meiner Brust. Und immer wieder, Nacht für Nacht, bleibt die Hoffnung der Trost, dass sie irgendwann kommen wird und wir keine Worte bräuchten, um zu wissen, dass wir die Stille besiegen, wenn unsere beiden Herzen gemeinsam schlagen um …

Eine dieser Partynächte.

Doch sind auch diese Nächte nicht ganz ohne Eindrücke hinterblieben. Ganz egal wieviel Flaschen und Gläser man dazu brauchte, wieviel kranke scheincoole DJ-Mucke man für “abgefahren” erklärte um sich endlich frei fühlen zu können… What a shit? It´s so simple… – Vor der Clubtüre im rot stumpfen Morgenlicht merkst du: Die Stadt und der Moment gehören dir, ganz alleine. Zum allerersten Mal in dieser Nacht. Es ist Zeit, dass der DJ den öden Kram, den er nur spielt, um seine Kumpels zu beeindrucken, zur Seite stellt und ein paar Kracher raus feuert, bei denen man tanzen muss. Hier entscheidet sich die Nacht: Gehen wir bald nach Hause, sind morgen fit, machen einen Spaziergang, rufen die Oma an? Oder drehen wir noch richtig schön durch? Das richtige Lied: durchdrehen! Tanzen, natürlich, sofort! Und zwar alle! Auch die, die sich so neben der Musik bewegen, als bekämen sie den Takt von Außerirdischen eingeflüstert. Auch die, die zu alt sind, zu dick oder zu groß. Und die Partymütter, die bald den Babysitter ablösen müssen, sowieso. Die Männer, die …

Bonne nuit.

Das liebliche Gefühl ins Bett zu gehen und zu wissen, dass man am nächsten Morgen ohne Hektik und schlechtem Gewissen ausschlafen kann und sich schon während dem Hinlegen auf den folgenden Tag freut und eine Nacht voller wunderschöner, magischer Träume folgt in einem tiefen, entspannenden Schlaf, sodass man lächelnd aufwacht und vollkommen glücklich ist. Und dieses Gefühl ist so wohlsam, jenes Gefühl dieser Geborgenheit von Harmonie und dem Einklang des sich zum Ende neigenden Tages und dem sich anbahnen des neuen. Ein Gefühl von loslassen und sich fallen lassen dürfen. Es ist rar, aber wenn es sich spürbar macht, sollte man die Chance nutzen es ins Herz einzuatmen um lange davon zehren zukönnen. Bonne nuit.

Da könnte ich ja gleich mit der Wand reden, sage ich mir und bin verärgert. Doch die Wand ist mehr…, sie wirft mir meine Worte zurück. Doch wem vertraut die Wand sich an? Die Innenwand der Aussenwand oder dem geheimnisvollen Wind, der durch die Bäume zieht, immer begierig darauf das Neueste zu erfahren und es in die Welt hinauszutragen. Mauern und Wände tauschen ihre Geheimnisse nur mit der Nacht, denn nur diese ist verschwiegen genug. aus einem gescheiterten kommunikationsversuch mit einer wand In der ruhe und einsamkeit der nacht, jedoch entstanden zumindest worte.