Alle Artikel mit dem Schlagwort: momente

Burg Posterstein im Abendlicht.

Seht nur dieses Gold des Sommers. Die Luft ist still, als atme man kaum. Melodien von Farben entfalten sich inmitten dieser Sommerhitze, geben dem Herzschlag einen neuen Takt. Ich atme tief, blinzel in den Glanz der Sonne. Alles und jede Begegnung fusionieren zu einem Tag, finden zusammen zu einem Gebilde. Das Leben ist gut, es ist bunt und es ist unsere Zeit. Romantischer Sonnenuntergang mit Blick zur Burg Posterstein, Thüringen Solch ein wundervoller warmherziger Ausklang zur heutigen Radtour. In der Ferne – wie sinnbildlich – ein Gemälde der Losgelöstheit, gezeichnet vom Augenblick in einem stillen Moment. Nun ist es dunkel, nur noch das Zirpen aus den Gräsern und das Quaken vom nahen Wiesenteich ist unter diesem klaren Sternenhimmel zu hören. Sie werden zu Melodien die mich treiben lassen, ein bisschen näher hin zu den funkelnden Sternen… Da bleibt nur noch zu sagen: Gute Reise durch diese Nacht in den neuen Morgen. Ich bleibe noch ein wenig sitzen, inmitten dieser Schönheit und Sentimentalität. Schweige. Text & Fotografie: © 2016 Sascha Gawrilow

Physis.

Während mir die Sonne warm ins Gesicht scheint werde ich abermals von einem Traum hinweg gerissen. Eine Melodie ertöntsanft in meinen Ohren und ein betörender, aber nicht aufdringlicher Geruch umspielt meine Sinne. Ich sehe verschlungene Farben in vollendeter Harmonie. Gleißend goldenes Licht spielt auf einer Wiese und vertreibt Schatten und Kälte. Mein Herz ist erfüllt von Wärme und Licht. Die Melodie definiert sich deutlicher und ich bemerke, dass es die Melodie meines Lebens ist. Ich bin Teil von längst vergangenen Zeiten, gegenwärtigen Zeiten und zukünftigen Zeiten. Der Wind der Zeit weht unaufhaltsam. Ich berausche mich an der vollkommenen Schönheit dieses Ortes, beneble mich an seiner Herrlichkeit. Obwohl dieser Ort nur in mir existiert, merke ich doch deutlich, dass auch ich ein Teil von ihm bin. Diese Welt ist eine virtuose in sich geschlossene Harmonie, unübertrefflich und fehlerfrei in ihrer Anmut. Sie empfängt mich mit ihrer Herzlichkeit und in ihr finde ich Vertrauen und Geborgenheit. Diese Welt ist voller Ruhe und Besinnlichkeit. Auf sattgrünen Wiesen entfalten mannigfarbene Blumen ihre volle Schönheit und Bäume schaukeln im Wind …

Elektrisiert.

Der weiche von der Sommerhitze aufgeheizte Sand unter meinen Füßen rinnt sanft durch die Zwischenräume meiner Zehen, während ich meinen gesamten Körper im Rhytmus wiege. Mein Herzschlag gleicht dem Takt der Musik, deren Bass von drüben schwer durch die tanzende Menschenmenge zu mir herüber wabert. Die Sterne hängen voller Klarheit am tiefschwarzen Nachthimmel, spiegeln sich im Wellenbild des Sees und malen Sekunde um Sekunde neue Bilder mit dem zuckenden Licht der Strobo vom Rand des Mainfloors. Ich schließe meine Augen, fühle mich frei in diesem Augenblick. Falle hinein in diese elektrisierende Kraft.  Die Musik schenkt dem Moment den treffenden Ausdruck für diese unaussprechbaren Dinge die in mir pulsieren. Sie umhüllt meinen gesamten Körper. Zwischen den Takt legt sich eine Melodik, begleitet von elektrisierenden Vocals und getrieben von einem sanften, rhythmischen Bass der sich durch alle Adern bis ins Herz drückt. Sie bahnt sich ihren Weg durch alle Sinne. Es scheint als könne die Musik vermeintlich Gedanken lesen, im Versuch diese zu entknoten, wenngleich sie weder Anfang noch Ende kennt. Alles findet im Klang einen Raum …

Poetry of blossom.

„A liberating poetry of blossom.“ Fotos: Sascha Gawrilow “Es gibt diese ganz kleinen Momente eines jeden neuen Tages des Frühlings, die lohnen festzuhalten. Die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Der Klang der Welt, die uns umgibt, der sich mehr und mehr mit neuem Leben füllt. Das stetig intensivere Zirpen der Insekten im wachsenden Gras. Manches Lächeln eines Menschen, welches die Kraft vermag, die Sonne überstrahlen zu können. Und am Ende kann Dir selbst der Anblick eines Blütenmeeres jene Faszination des großen Ganzen schenken, welches Du dafür benötigst Dich immer tiefergehend am Leben zu erfreuen. Es scheint, wie ein kraftvoller Neubeginn.”

Vom Warten und Dazwischen.

Mein Magen schmerzt. Zuviel Kaffee, zu wenig echte Aufregung. Da muss künstlicher Ersatz her. Das Herz bemüht sich um Schwung, nimmt Anlauf, bebt schneller. Aber mein Magen, der beschwert sich. Zuviel Koffein, er schmerzt vor sich hin und ringt mit dem bebenden pochenden Herzen um die Wette, buhlend um meine Aufmerksamkeit. Diese richtet sich auf die Tasse vor mir. Leer. Ich stehe auf, um mir einen neuen Kaffee zu machen. Aufputschen, ein bisschen legale Stimmungsheber konsumieren. Soviel, solange bis der Magen vom Herz geschlagen ist. Poch-poch-poch. Mein Blick fällt aus dem Fenster. Krokusse im Schnee, Farbtupfer auf Weiß. Der Schnee zieht sich bald schon zurück, macht Platz für Neues. Atmen, frische Luft, Gerüche – und, die Zugvögel, längst alle wieder da, bebend von der Kühle, trotzdem tirilierend. Sie sitzen auf noch kahlen Bäumen, schauen zu mir herunter. Ihre Melodien klingen wie Hoffnung. Und nach Sehnsucht. Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Erwachen. Wie das Aufwachen nach dem nächtlichem Schlaf. Erwachen ist das schönere Bild.Aufwachen kann ich jeden Morgen. Zu erwachen hat etwas von Erwecken; den Hauch von …

Licht.

Und dann berührt mich das Licht am Morgen. Weich und zart spricht es zu mir. Spricht mit seinen sanften Farben: “Komm. Komm einfach mit mir.” während es ganz langsam meine Arme mit seinen warmen Strahlen bedeckt, auf meinem Gesicht verweilen wollend, um dann meine Augen mit Leben zu füllen. “Komm. Komm flieg´ mit mir, begleite mich irgendwo hin. Ganz egal. Komm.” Ich gehe hinaus, das Licht umhüllt mich, wird zu meinem Begleiter.

Unbezahlbar.

Wenn ich mich an manchen Orten immer weiter durch mein Leben bewege, fühle ich diese ständige Reise ins Unbekannte. Dieses Gefühl bäumt sich in mir auf, ganz plötzlich, in diesen nicht ganz alltäglichen Begebenheiten, eher zu Zeiten in denen ich die kleinen Trampelpfade des Lebens begehe. Es beraubt mich zwar augenblicklich und mehr als überraschend meiner Stärke alles im Griff zu haben und mich koordinieren zu können, jedoch macht es mich nicht hilflos. Vielmehr lässt es mich meine Kontrolle loslassen, die eigenen Mauern durchbrechen und meine Sinne erwecken. Ich fühle mich gut in dieser Ungewißheit, in der ich weder weiß, warum mir gerade in diesem Augenblick so geschieht, noch warum ich singen, tanzen und springen möchte. Manchmal sind mir nur ein paar Momente geschenkt, die mich so endlos fern der Gegenwart, ganz nah am reizvollen Ungewissen und vor allem so nah bei meinem Ich stehen lassen. Diese Momente an diesen raren Orten, an denen ich die Stimme meines Herzens verstehe und die Kraft meiner Seele spüre sind das unbezahlbarste was mir allein nur das Dasein …

Momente zu konservieren ist wohl ein ewiges Ding der Unmöglichkeit. Desöfteren erwische ich mich dennoch bei kläglich scheiternden Versuchen schöne Augenblicke in eine praktische Dose zu pressen, um diese dann auf unbestimmte Zeit haltbar zu verpacken, um eben immer wieder in Zeiten von emotionaler Tiefgedrücktheit darauf rückgreifen zu können. – Jedoch würden diese schnell an ihrem eigenen geistigen und emotionalen Aroma verlieren. Daher bleibe ich wohl doch dabei diese besonderen Momente immer wieder Tag für Tag aufs Neue frisch im Leben abzuholen …

“Es gibt Momente, in denen tue ich was ich bin. Es gibt Momente, in denen bin ich was ich tue. Es gibt Momente, in denen breche ich aus. Es gibt Momente, in denen finden wir in der Einsamkeit ein Wir. Es gibt Momente, in denen verliere ich mich in deinen Augen. Es gibt Momente, in denen glänzen sie durch meine Worte in deinen Ohren. Es gibt Momente, in denen schließen sich unsere Augen und lassen einfach geschehen. – Unvergesslich diese Momente, in denen wir beisammen sind und uns selbst das Wort „Liebe” vergessen lassen. Nur das Gefühl uns in den Bann ziehend, uns immer weiter kopf- und haltlos fallen zu lassen …“ // she said to me quietly: fall in love.

Treiben mit dem Wind.

Weg treiben mit dem Wind, wie eine Wolke. Schweben und für ein paar Augenblicke nur den Halt zum Boden verlieren. Wegfliegen, wegtreiben, von alle dem was auf Erden so wichtig scheint. Denke manchmal, ich wäre die Sonne, die dauerstrahlt, egal, ob es gerade regnet, stürmt oder schneit. Ganz unbeirrt über all das hinweg strahlen, was so sorgenvoll im Schatten liegt. Denke manchmal, ich wäre, nur um des “Sein” Willen, nur dafür und nicht um Güter zu sammeln oder Menschen zu ergötzen. Nein, einfach nur um das Leben zu atmen, zu existieren, wie die Wolke und die Sonne. Fotos: Sascha Gawrilow Und ich will fliegen, schweben, kreisen über die Wälder, über Gebirge, nach hause, mit dir. Wir wollen fliegen wohin uns das Gefühl treibt. Wir fliegen. Wir fliegen zusammen und blicken herunter auf Seen, Wiesen, Wälder, Häuser. Alles fliegt. Ich fliege. Sie fliegt. Die Schmetterlinge im Bauch sie fliegen. – Und dann fällt es mir auf, wie sehr ich doch ganz irdisch und erdgebunden schwerelos sein kann. Mit dir. Mit mir. Mit uns. Mit all diesen …