Alle Artikel mit dem Schlagwort: moment

Nah der Sehnsucht.

Ich spüre den Wind auf meiner Haut. Er ist noch frischer hier am Fluß als in den kühlen Gassen der grauen Stadt. Doch das Sonnenlicht ummantelt noch warm die ersten Vorboten des nächsten Winterzyklus. Ich erwische mich dabei wie ich lächelnd meine Augen schließe und in mir Sehnsucht aufsteigt. Eine Sehnsucht die mich traurig und zugleich hoffnungsvoll werden lässt. Spüre wie sich eine Träne ihren Weg über meine Wange bahnt. Jedoch verschwende ich diese nicht in Traurigkeit, weil mir mehr als bewusst ist, in diesem Moment allein am Ufer dieser Schönheit zu stehen. Ich höre dem Rauschen des Flußes zu, wie es dem Leben gleicht, wie es ohne Pausen Episoden der Lebendigkeit erzählt. Ich atme tief den Duft dieses Augenblicks. Rieche den frühen Herbst, schmecke Salz in der Luft. Ich schenke diesem mich ganz und gar umgebenden Rauschen meine Träne, verschwende sie nicht an Hoffnungslosigkeiten. Sonnenstrahlen blitzen durch die schweren Wolken, die tiefgrau unermütlich darauf bestimmt sind das reine Blau des Himmels verdecken zu wollen. Der noch übrige Sonnenglanz berührt meine schweren Augenlider. Sie kitzeln …

Schweigende Worte.

Manche Tage sind das blanke Chaos. Der Gegensatz vom blanken Weiß des Blattes, welches sich vor mir auf dem Tisch befindet. Ich starre darauf, während das Innerste verwirrt ist, im Versuch perfektes zu schaffen und sich im Wille des Wollens und an den Grenzen des Machbaren tiefe Gräben des Grübbelns schafft. Verkrampftes Denken und Sehnen nach einem Ausweg. Der Verstand will resignieren, er hat keine Chance. Die Hand zittert vor Wut, das Herz rast, ausgelöst dieses Gedankens der Resignation. Unmöglich etwas von dem festzuhalten was bewegt, in diesem Zustand des Zwanges loszulassen. Aber ich kann fühlen wie es wieder kommt, ganz allmählich, dieser Zustand indem das Innerste wieder mein zuhause ist bevor der drohende Wahnsinn sich entfalten kann.  Und das weiße Blatt, vor dem ich sitze, hält den Atem an. Genau wie ich. Es saugt die Luft ein in der die Worte schweben, die beschreiben könnten, was zu beschreiben wäre in diesem absurden Jetzt. Sie wabern, ganz weich, unförmig, wartend, ganz still und gespannt im Stillstand des Moments, der den gesamten Raum für sich einzunehmen …

Im Jetzt.

Wenn denn der Augenblick die extremste Form der Gegenwart ist. Der Moment der soeben noch nicht war, jetzt ist und doch gleich nicht mehrsein wird. Was könnte das Leben für ein Opium der Wahrnehmung sein, wenn wir befähigt wären uns dessen in jeder Sekunde eines Augenschlags bewusst zu sein? Doch ist es wohl wie mit allem: Zu viel des Guten gibt den Oberflächlichkeiten zu viel Spielraum zur Entfaltung und zu wenig Tiefe fürs Besondere um ins Herz zu gelangen. Aber hin und wieder sich dessen bewusst zu werden, bescherrt ein leichtes augenblickliches Kribbeln. Weniger ist halt doch noch immer mehr. So findet mancher Augenblick seine Fasziantion und Schönheit in der Ferne, hoch im Himmelszelt oder auf dem Boden verweilend. Lässt mich inspirieren und findet in mancher Vielfältigkeit, oder vielleicht gerade im Minimalismus, seine volle Entfaltung in meinem Herzen. Dann möchte ich sie mitnehmen, diese kleinen Momente, all diese Welten in und um mich herum. Sie fixieren und ihnen dennoch einen Freiraum lassen, um selbst sprechen zu können. Will diese formen und gestalten, immer neue Farben …

Sundayblue(s).

„Mirror In Blue.“ Foto © 01/2015 by Sascha Gawrilow / Herr Sushi™   Ich weiß nicht, wer bei mir im Kopf die Fäden zieht, aber meine Wochentage haben Farben. Wenn die Sonne scheint, spüre ich sie noch intensiver, als würde das Licht sie durchdringen und ihnen Atem einhauchen. Wenn mir der Bezug zu den Buchstaben, die einen Tag ausdrücken, fehlen, dann übernehmen dass die Farben. Sie bringen die 24 Stunden in Form und zeigen mir, wann die Sonne aufgeht – wie eine 1A Übersetzung. Auch bei den einzelnen Farben habe ich manchmal keine Wahl. Sie kommen dann, um zu bleiben: vom dunkelgrauen Montag bis zum meeresblauen Sonntag und dazwischen Orange, Hellblau, Lila, Braun und Grau. In diesen Farben kann ich mich verlieren, sie berauschen meine Sinne weitaus mehr als die qualvolle Suche nach den passenden Buchstaben, um einen Ausdruck zu finden, ein Gefühl zu definieren. Sie sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Grundlage meiner Wahrnehmung.  

Sprachlos.

Die schnelle Welt drängt uns oftmals dazu die tiefere Bedeutung eines Augenblicks zu vergessen. Und wenn es die Zeit einmal zulässt, zu verweilen, drängt sich plötzlich ein “Müssen” zwischen den Moment und die Ruhe. Und gerade uns Menschen ist doch die Gabe gegeben mit dem Herzen sehen zu können, auf die Stimme unserer Seele zu hören und die Schönheit in der Langsamkeit zu entdecken. Und doch finden wir selten Halt am Ufer dieser Kostbarkeiten. Treiben immer wieder hinaus in den Strom des hektischen Rennens, stetigen Strebens und immer wieder dem Hinterfragen, nach der Richtigkeit unseres Handeln und Tuns. Aber genau dieser Kontrast ist die Zutat, die für die Wirkung ganz tief in unserem Innersten relevant ist, um einmal, vielleicht nur für ein paar Stunden, auszusteigen. Zu verzichten an der Teilnahme in diesem Chaossystem, um mit einem hellen erfreuten Blick dahinter zu schauen, hinter jene Stadtgrenzen, die diese unzähligen grauen Alltagsmaskeraden einmauern. Um diese Zeit zu finden, die sich in Freiheit hüllt. In dieser Art von Freiheit aufzugehen, in der Lebensfreude blühen kann – farbenprächtig tief …

Kreise.

Manchmal drehe ich mich in einem immer kleiner werdenden Kreis. Manchmal verspüre ich so viel Kraft sämtliche Mauern durchbrechen zu können. Manchmal bin ich davon überzeugt die Welt würde nach meinen Regeln funktionieren. Manchmal fühle ich mich leer und bin doch grenzenlos erfüllt. Manchmal schaue ich zu meinen Füßen und mir werden diese banalen irdischen Gewichtigkeiten völlig egal. In diesen Augenblicken wird mir bewusst, dass ich mich einzig und allein in meiner Welt bewege. – Leider nur manchmal.

Was bleibt …

Noch immer ist eine Erinnerung hier, an die Zeit mit dir, die schöner war, als sie heute ist und doch möcht´ ich leben, für heute und nicht im gestern. Denn gestern ist, was ich über Vergangenes erzählen kann, heute ist, was ich morgen über gestern erzähle. Ich überlege schnell, was ich morgen über gestern erzählen will, denn heute wird zu schnell gestern, wenn ich zu schnell denke und zu langsam fühle. Möchte leben für heute, nicht im gestern, neben all dieser Erinnerung an meiner Seite. Jetzt.

Gedanken in die Sterne Sternenhimmel voller Klarheit über mir. So endlos schön und fern. Es ist einer der “unbegreifbaren” Teile, der uns umgebenen Unendlichkeit. In der Nacht entfaltet sich dieses unvorstellbare Größe. Erfüllt mit solch viel Klarheit. Zarteste Geräusche sind hell wahrzunehmen. Viel weiter scheint unsere Wahrnehmung im Schatten der Nacht. Immer weiter verliert man sich in der Weite fremder Schatten. Findet Befreiung von schweren Gedanken und erdrückendem Gemüt. Fragen über Wahrscheinlichkeiten und Ahnungen werden nichtig. Worte wie richtig oder falsch, vielleicht oder eventuell vergessen. Einfach nur sein unterm Sternenzelt. Umgeben von dem kühlen Duft der Nacht. Alleine mit der Stille, die so viel zu erzählen hat in ihrer Ruhe. Nicht einmal etwas zu wollen  in diesem Moment. Nur fallen lassen, ganz tief hinein ins eigene Sein. Nichts soll zählen, nichts soll mich erwarten und nichts liegt hinter mir. Nur diese Sekunde, dieser Augenblick im Jetzt, der Frost auf meiner Haut. Einfach loslassen von allem was mich lenkt, von allem was mich bewegt. Das wünsche ich mir für diesen Augenblick in dieser Nacht im Stillen. …

Man sollte die Schönheit erkennen. Die Schönheit des Lebens. Das alles vergänglich ist und man nur jeden Moment einmal hat. Es wird nie zwei die gleichen Momente geben. Du hast immer die Entscheidung, doch ob sie richtig oder falsch war, erfährst du erst im nachhinein und dann ist sie nicht mehr rückgängig zu machen. Also genieße und handle mit Herz, damit du nichts bereust. You are Beautiful.