Alle Artikel mit dem Schlagwort: memories

Lizum: Zwischen Himmel und Erde.

Es gibt Orte, an denen bekommt man das Gefühl, man befindet sich am Ende (oder eben auf dem Dach) dieser Welt, verborgen hinter einer langen Reise oder gar nur einmal um die Ecke. Erst viel später merkt man, welche neuen Kräfte diese Orte in einem ausgelöst haben. Genauso gibt es “Stimmen”, die hörst Du nicht im Augenblick an diesen Orten. Irgendwann einmal kehren sie zurück, irgendwo auf deinem Weg durchs Leben, wenn Du einmal zur Ruhe kommst, Stille in Dir findest. Fern der Funktionalität des Alltags und der Hast die uns umgibt. Findest den Freiraum über das Leben nachzudenken. Über dein Leben. Und dann, auf einmal, flüstert sie, dann kannst Du sie hören, diese “Stimme” aus Irgendwann im Irgendwo. Nicht in deinem Ohr, sondern direkt in deinem Herzen. Sie ist Dir vertraut, aus einem Moment, in dem du diese nicht hättest wahrnehmen können, weil das Leben viel zu laut und schnell in seinem Trott verlief. Und dann, in einer völlig anderen Lebenssituation, ist sie dir auf einmal ganz nah und vertraut. In diesem Augenblick wird …

Verlieren.

Ich verliere mich. Verliere mich in der Zeit, verliere mich im Tag, verliere mich im Leben, verliere mich in Erinnerungen. Ich irre nicht herum. Auch irre ich mich nicht. Fühle, dass ich mindestens aus Zweien bestehe und doch keinem mehr oder weniger angehöre. Verliere mich im Zweifel. Spühre jedoch, nah an meinem Herzen, wie ich immer wieder versuche zu meinem Ich zu gelangen und verliere mich weiterhin. Verliere mich in Träumen, verliere mich in Lieben, verliere mich in Hoffnungen. Ich verliere mich ständig und halte doch an dem fest, was mich hält. Halte mich ganz fest am Loslassen und falle in den nächsten Augenblick. Falle unwiderruflich in meine Zukunft und höre diese Melodie, während ich mich wieder in dieser verliere, gerade weil ich im “mich verlieren” grenzenlos zu leben scheine … “Memory is one of our greatest gifts, it gives us access to time, to identity, to dreams… Before music was such an easily traded commodity, it was often an experience to which people gave their full attention. Let’s bring that experience back. Let’s respect …

Silhouette.

Tief in meinen Träumen sehe ich Dich manchmal noch ganz verwischt undeutlich und so unerreichbar erscheint mir deine schwarze Silhouette hinter dem Schleier der Zeit Ich vermag deine Wärme zu spüren deinen Duft zu riechen deine Haut zu berühren Doch dies alles ist so unfassbar hinter dem Schleier der Zeit Ich verspüre tief in mir diese Berührungen die wir uns einst schenkten die Küsse, die uns beflügelten die Erotik, die uns zu einem verschmelzen ließ Doch dies alles ist so unfassbar hinter dem Schleier der Zeit Ich erwache, schwitzend der Blick erfassend das Jetzt ohne Dich im Licht des Hiers allein mit meinem Herzschlag und dem Prickeln unter meiner Haut Und deine schwarze Silhouette verschwindet abermals hinter diesem Schleier der Zeit Du wirst mir weiter unbekannt

Schmetterling.

Ich lehne mich zurück an die Mauerwand des alten Fabrikgebäudes, höre die fernen Geräusche des Stadtverkehrs und fremde Menschen im Gespräch. Ich blicke auf das Stück Rasen am gegenüberliegenden Rand der Straße. Ein Schmetterling schwirrt umher. Dann zwei. Sie treffen sich, beginnen sich in der Luft mit schnellem Flügelschlag zu umkreisen. Einer den anderen. Fliegen dabei höher und höher und höher, bis sie irgendwann nicht mehr zu sehen sind inmitten des lichtüberfluteten Himmelblaus. Einfach weg. – Ich sehe mich. Mich hält hier nichts und doch bin ich fest mit meinen Fragen. Wie wäre das, so einfach weg? – Einfach so. Sofort. Gleich. Augenblicklich. – Am Besten zu zweit in geborgener Zweisamkeit. Irgendwo hin. Ganz ohne nachzudenken. Wäre dann auch alles anders? Nur weil ich woanders wäre? Wäre ich nicht auch wieder ein Fremder unter Fremden und noch immer der selbe, wenn ich dann irgendwo ankäme? Und warum ziehe ich nicht los in die Fremde, um sie mir bekannt zu machen, um zu schauen wo ich ankomme? – Ankommen wird gefolgt von losziehen. Aber ich ziehe …