Alle Artikel mit dem Schlagwort: lebenssinn

Erwartend im Warten.

Leben – Etwas so wunderbares und vor allem einzigartiges. Aber Du sitzt einfach nur da. Du denkst nach und tust nichts, gar nichts. Wenn Du vieler solcher Tage hast, denkst Du dein Leben ist absolut frei von jeglichem Sinn. Du denkst, Du hast versagt. “Die Anderen”, die haben so viel zu tun. Die machen etwas. Die haben etwas. Sie haben das, was Du nicht hast, denkst Du. “Die Anderen” sind es, warum Du denkst, dass Du versagt hast. Du vergleichst, immer wieder, immer weiter vertiefend. Sitzt da, verschwendest deine Zeit. Bist erwartend im Warten. Foto © 06 / 2012 by Sascha Gawrilow Du bemerkst, dass Du etwas nicht hast. Das nicht hast, was der andere zum Leben braucht. Was ihn glücklich macht. Du dagegen hast es nicht. Du denkst, dass ist der Grund, warum Du nicht glücklich bist, nie glücklich sein kannst. Du willst es auch haben, doch bekommst es nicht. Nein, Du hast es nicht. Vielleicht, denkst Du, bekommst Du es nie, niemals und wirst ewig auf der Suche sein, dein Leben lang. Du …

Das alles.

Wir wollen leben, mit unserem ganzen Körper, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Herzen und merken meist nicht, dass wir es schon längst tun. Jeder Blick quellt vor Leben fast über. Jeder noch so kleine Seitenblick ist ein Beweis für das Leben. Selbst der Hasserfüllteste, der uns mit seiner Macht zu Boden drückt. Alle geschrienen Wörter, die die Luft mit Messern zerschneiden und auch die geflüsterten, die der Wind sanft zu uns trägt. Die Wörter, die schwer von ihrer Bedeutung, man sich kaum auszusprechen wagt. Wörter, die man ohne Bedenken aneinander reiht und die doch dem anderen so viel bedeuten können. Und die Unausgesprochenen, die manchmal tiefe Schluchten zwischen uns aufreißen und genauso eine Brücke bauen können, über die wir den anderen erreichen können. Unsere Gesten, die, die von Herzen kommen, die, die von tiefstem Hass gelenkt werden, die, die vor Trauer so zerbrechlich sind, dass sie des Öfteren in tausend Stücke zerspringen. Und auch die, die wir nicht bewusst ausführen, wo doch so viel Leben an ihnen hängt. Die Träume, die wir in unseren Herzen …

Das Höchste.

Es ist wohl das höchste, irgendwann (bis hin und wieder) zu erkennen, dass mir das Leben das hellste Licht bieten kann, hinter all diesen Schatten, welcher mich oftmals erblinden lässt. Blind macht für das schöne und erstrebenswerte. Wenn ich sie finde, diese wenigen kleinen Türen, in dieser schier endlosen Welt der Möglichkeiten und mich zu meinem eigenem wahren Ich begebe, inmitten aller Wahrheit, und diese dann durchschreite, nachdem der Zweifel und die Schwächen meinen Willen kraft- und haltlos machten. Hinter diesen Türen die Gabe findend und die Kraft erkennend danken zu können, ganz egal wieviele Narben ich selbst erlitten und davon getragen habe. Den Mut dazu gewinne zurück schauen zu können und zu erkennen, dass ich nicht immer nur die Marionette der “Anderen” war, sie nicht die einzigsten waren die die Schnüre in der Hand hielten. Zu erkennen das die Vergangenheit nicht veränderbar ist, aber ich verzeihen kann. – Den “Anderen” und vor allem mir selbst. – Mich befreien kann von allen Ängsten und Bedenken, um die eigenen Mauern nicht weiter unüberwindbar in den Himmel …

Sundowns.

Fotografien: Sascha Gawrilow, 2011 – 2014 Wenn ich auf manchen Spaziergängen am Abend den Stillstand und die Ruhe finde, einfach so stehen bleibe, die sanften Küsse der Sonne auf den Horizont fühle und eine Aura in mir, ganz nah dem Herzen, wohlsam und befreiend spüre, dann gilt mein Blick nicht mehr nur dem Weg oder meinem Ziel. Finde mich wieder mitten im Jetzt, blicke in die Ferne und ganz tief in mich hinein, atme die Frische und den klaren Duft der abendlichen Luft, ganz langsam und jeden Atemzug wahrnehmend, ein und wieder aus. Verliere dabei in jedem Moment der Zärtlichkeit keinen Gedanken daran wieviel Verzweiflung, Last und fehlender Mut hinter meinem Rücken liegt. Will mich nur an Wärme, Freude und grenzenloser Liebe erinnern. Meine Sicht fliegt über dieses Leben, wie die Wolken sanft daher. Das weiche Licht, welches das Ende und zugleich den Anfang des Tages mit einem Farbenspiel besiegelt, umhüllt mich und schließt mich ein, in all seine Facetten. Bestätigt meine Zweifel und zugleich die Zuversicht. Schenkt mir diesen klaren Sinn von alledem was …

Zwischen den Zeiten.

„Vielleicht verlierst du dich dort draußen. Vielleicht verlierst du dich auch in dir. Vielleicht verlierst du. Aber du kannst ankommen. Trotz aller Irrwege wirst du ankommen. Vielleicht nicht dort, wo du hin willst, aber dort wo du hin gehörst. Du wirst ankommen… „ Es gibt wohl immer wieder diese Zeiten, in denen man seinen Balast einfach nicht los wird. In keinem Ohr, an keiner Schulter. Ihn immer weiter schleppt, standhaft bleibt und versucht Zuversicht und Verzweiflung irgendwie zu kombinieren, weil man doch in längst vergangenen Tagen die Gabe in sich fand hoffen zu können. – Hoffnung gibt außerordentlich viel Kraft. – Und mit Hoffnung lässt sich mancher Balast so lange (er)tragen bis dieser doch tatsächlich Beine bekommt und sich ganz von selbst verflüchtigt. Und neben all dieser gewonnen Hoffnung beruhigt es mich umso mehr, dass es der Rest der Welt scheinbar auch nicht leichter hat, mit dem was man darstellt und mit dem was man eben fühlt kombinieren zu müssen. Vielleicht gebe ich mich damit zufrieden, dass ich mich selbst nur verstehen kann, wenn ich …

Tanz in die Schwebe.

Wir tanzen alle gemeinsam und sind Teil des Ganzen. Wenn wir bereit sind uns vom Leben überraschen zu lassen, lernen wir die Schritte, die uns schweben lassen. Jeden Tag wird uns etwas geschenkt, jeden neuen Morgen legt das Leben seinen Schatz in unsere Hände und bittet uns gut darauf Acht zu geben. Oftmals merken wir nicht, wie kostbar die Fracht ist, die wir mit uns tragen. Wir vergessen die Schönheit der Dinge, wenn wir fallen. Wenn uns das Schicksal auf Proben stellt und an Grenzen stossen lässt. Wir vergraben unsere Köpfe im schwersten Kissen, das greifbar ist und lassen den grauen Himmel über uns regieren. Der Regen fällt und jeder Tropfen auf den Kopf. Jeder Blitzschlag trifft ins Herz und wir schwimmen im Strom, schwimmen mit unserem Schmerz. Es ist wichtig, dass wir dann den Tränen den Zufluss zum Wasser ermöglichen, um unsere Seele leichter zu machen. Sie braucht diese Streicheleinheit von Zeit zu Zeit. Auch wenn wir als Könige unseres Leids nicht bemerken, wie wohltuend diese kleine Geste sein kann. Uns selbst gut tun. …

Imagination.

Wie Grashalme schwingen wir im Gleichtakt des Windes in allen Himmelsrichtungen, beugen unsere Köpfe unter dem Streich des Himmels. Wir segnen unsere knospende Unbekümmertheit mit Trauer und Tod und ew’ger Liebe zu dem Unnerreichbaren. Zum Wissen. Wir sinken in den Tiefen des Meeres, auf der Suche nach der absoluten Eudamonie. Auf dem Grund der sieben Ozeane schaffen wir uns ein Refugium im Nichts, in der Ferne und wir singen unser Leben in die undurchdringliche Schwärze der Fiktion: nichts, niemals, nie, nimmer, niemand, nirgends, nicht. Wir brechen das Eis unserer Freunde und stärken das unsere daran, auf dass niemand in uns verschwinden könnte, auf dass wir niemals in jemandem verschwinden mögen. Wir laben uns an der vollkommenen Sonne Licht um uns in unseren Höhlen der Finsternis widmen zu können. Es fließt das Blut unserer Ahnen in die Kanalisation, es rinnt die Zeit durch unsere Finger wie heiß glühender Wüstensand und hinterlässt eiternde Blasen auf unserer pergamentartigen Haut. Wir durchbrechen die Schallmauer und holen unser Säuglingsich an der Brust der eigenen Mutter ein, uns an ihrer Gestalt …

“Freisinnige Nachmittagsprediger schwatzen über nichts lieber als über den Sinn des Lebens; da sind die Mathematiker doch viel anständiger, die untereinander ausgemacht haben, über die Quadratur des Kreises keine Abhandlungen mehr zu schreiben.” sagte einmal Philosoph Fritz Mauthner. Nunja und den Leuten, die immer noch sinnsuchend und orientierungslos auf diesem Planeten herum geistern, denen würde Monty Python zum Sinn des Lebens sagen: “Versuchen Sie, nett zu anderen zu sein, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie ein gutes Buch, verschaffen Sie sich genug Bewegung.” Und ich sage: “Der Sinn liegt einfach nur im Augenblick.” Basta! Sinnsuche beendet. Aus meinem sinnsuchenden gequälten Geist, der irgendwann einmal “Basta!” sagte…

Der Sinn liegt nicht im Fertigen.

Ich bin davon überzeugt, dass der Sinn des Lebens nicht in der Wirklichkeit der ganzen großen Welt liegt, als er sich viel mehr in den eigenen Inspirationen, Zielen und Umsetzungen finden lassen wird. Denn die gegenwärtige Wirklichkeit ist bereits immer fertig. Somit sehe ich den Sinn des Lebens in der Formgebung der eigenen Fantasie im richtigen Moment und der Integration dieser in das ständige Endprodukt der Realität.