Alle Artikel mit dem Schlagwort: hoffnung

Nah der Sehnsucht.

Ich spüre den Wind auf meiner Haut. Er ist noch frischer hier am Fluß als in den kühlen Gassen der grauen Stadt. Doch das Sonnenlicht ummantelt noch warm die ersten Vorboten des nächsten Winterzyklus. Ich erwische mich dabei wie ich lächelnd meine Augen schließe und in mir Sehnsucht aufsteigt. Eine Sehnsucht die mich traurig und zugleich hoffnungsvoll werden lässt. Spüre wie sich eine Träne ihren Weg über meine Wange bahnt. Jedoch verschwende ich diese nicht in Traurigkeit, weil mir mehr als bewusst ist, in diesem Moment allein am Ufer dieser Schönheit zu stehen. Ich höre dem Rauschen des Flußes zu, wie es dem Leben gleicht, wie es ohne Pausen Episoden der Lebendigkeit erzählt. Ich atme tief den Duft dieses Augenblicks. Rieche den frühen Herbst, schmecke Salz in der Luft. Ich schenke diesem mich ganz und gar umgebenden Rauschen meine Träne, verschwende sie nicht an Hoffnungslosigkeiten. Sonnenstrahlen blitzen durch die schweren Wolken, die tiefgrau unermütlich darauf bestimmt sind das reine Blau des Himmels verdecken zu wollen. Der noch übrige Sonnenglanz berührt meine schweren Augenlider. Sie kitzeln …

Postkarte aus dem Augenblick.

Während der Blick schweigend auf dem See liegt, atme ich die Ruhe ein. Friede macht sich in mir breit. Friede so glatt und in der Ruhe liegend, wie die glänzend schimmernde Wasseroberfläche unter der warmen Sonne, die das tiefe Blau des Himmels hell mit ihrem Licht überstrahlt. Mir wird bewusst, dort spiegelt sich das Leben. Zu manchen Zeiten ist es ruhig, sanft in seiner Bewegung und doch kann es augenblicklich Wellen schlagen. Kreise ziehen und an die Ufer schlagen. Und das wird es, ganz bestimmt. Ich fühle mich bereit und doch lasse ich mir nicht die Ruhe des Augenblicks nehmen, zu gegebener Zeit, die kommenden Stürme zu meistern. Vielleicht habe ich jetzt einen entspannten Landgang, doch bin ich bald wieder der Kapitän meines Bootes und werde den Kurs über die tosenden Wellen des Lebens, jenseits dieses Sommers, halten. Der Blick verweilt in dieser Schönheit, während die Gedanken lebendig in die Ferne schweifen. Schaue hoch ins Himmelszelt, will dieses prächtige Licht einfangen. Unten am Boden erblicke ich manch glänzende Perle dieser Faszination im Augenblick. Sie lässt …

Immer weiter …

“Vielleicht verlierst du dich dort draußen. Vielleicht verlierst du dich auch in dir. Vielleicht verlierst du. Aber du kannst ankommen. Trotz aller Irrwege wirst du ankommen. Vielleicht nicht dort, wo du hin willst, aber dort wo du hin gehörst. Du wirst ankommen… ” Es gibt wohl immer wieder diese Zeiten, in denen man seinen Balast einfach nicht los wird. In keinem Ohr, an keiner Schulter. Ihn immer weiter schleppt, standhaft bleibt und versucht Zuversicht und Verzweiflung irgendwie zu kombinieren, weil man doch in längst vergangenen Tagen die Gabe in sich fand hoffen zu können. – Hoffnung gibt außerordentlich viel Kraft. Und mit Hoffnung lässt sich mancher Balast so lange (er)tragen bis dieser doch tatsächlich Beine bekommt und sich ganz von selbst verflüchtigt. Und neben all dieser gewonnenen Hoffnung beruhigt es mich umso mehr, dass es der Rest der Welt scheinbar auch nicht leichter hat, mit dem was man darstellt und mit dem was man eben fühlt kombinieren zu müssen. Vielleicht gebe ich mich damit zufrieden, dass ich mich selbst nur verstehen kann, wenn ich mein …

Valentine in me.

 Fotos: Sascha Gawrilow Vor ein paar Tagen ertappte ich mich, wie ich gedankenverloren aus dem Fenster starrte, „Ich liebe Dich“ sagte, ohne an irgendwas und irgendwen zu denken. Dies musste es sein: Lieben zu können, weiter zu leben, immer weiter zu suchen, mit allen Hoffnungen. Ganz einfach das zu wollen, was es noch nicht gibt, hinter der Vergänglichkeit dieser Zeit.

Avis.

Wenn Traurigkeit nur ein Vogel wäre, wie leicht fiele uns das Hoffen, wüssten wir den Himmel als Nest, in dem wir nach dem Abheben landen um anzukommen. Ohne die Angst sich zu verlieren, wie die verlaufenden Spuren im Sand vor dem kühlen Nass, ohne die Angst von den Wellen im Sturm ergriffen und irgendwo einfach angespült zu werden.

Ad infinitum.

Manchmal drehen sich die Fragen nur darum, woher sie kommen und warum die Worte fehlen, um sagen zu können was man denkt zu fühlen, weil man es weitertragen will, dieses Wissen der Ungewissheit. Doch es gibt da keinen Anfang hinter dem Ende, wo man eingreifen könnte. Alles ist in einem strömenden Fluß und man trifft auf kalten Wiederstand im Stillstand. Alles bewegt sich immer weiter vorwärts und rückwärts zugleich. Man schwimmt zu Zielen, die doch nur wie kleine Rettungsringe auf hoher See erscheinen. Geht unter, obwohl man schwebt. Die verirrten Regentropfen des Spätsommers schmecken auf der Zunge nach salzigem Meereswasser, spenden Sehnsucht und flüstern einen längst verdrängten Traum zwischen all den Fragen, Bedenken und vergessenen Worten. Dann dreht man sich weiter. Rotiert  in immer kleiner werdenden Kreisen. Verspürt wie die Kraft in einem wächst, Mauern durchbrechen zu können und die Welt würde nach den eigenen Regeln funktionieren. Fühlt, wie man wieder seine Welt betritt und diese einem zutiefst erfüllt. Man schaut hinunter zu seinen Füßen. Auf dem Boden, auf dem man droht Wurzeln zu schlagen, …

Zwischen den Zeiten.

„Vielleicht verlierst du dich dort draußen. Vielleicht verlierst du dich auch in dir. Vielleicht verlierst du. Aber du kannst ankommen. Trotz aller Irrwege wirst du ankommen. Vielleicht nicht dort, wo du hin willst, aber dort wo du hin gehörst. Du wirst ankommen… „ Es gibt wohl immer wieder diese Zeiten, in denen man seinen Balast einfach nicht los wird. In keinem Ohr, an keiner Schulter. Ihn immer weiter schleppt, standhaft bleibt und versucht Zuversicht und Verzweiflung irgendwie zu kombinieren, weil man doch in längst vergangenen Tagen die Gabe in sich fand hoffen zu können. – Hoffnung gibt außerordentlich viel Kraft. – Und mit Hoffnung lässt sich mancher Balast so lange (er)tragen bis dieser doch tatsächlich Beine bekommt und sich ganz von selbst verflüchtigt. Und neben all dieser gewonnen Hoffnung beruhigt es mich umso mehr, dass es der Rest der Welt scheinbar auch nicht leichter hat, mit dem was man darstellt und mit dem was man eben fühlt kombinieren zu müssen. Vielleicht gebe ich mich damit zufrieden, dass ich mich selbst nur verstehen kann, wenn ich …

Be-wortet.

Wenn Worte und Gedanken durch Stift und Papier auf ihrem Weg durch uns zum Ziel werden, weil wir nicht gefangen bleiben, in Blicken die nicht weiter reichen, als das Auge eben sieht. Wenn der Traum wahr werdend ist, der dich durch den Horizont erweiternd, weg von dir, hin zu Worten treibt, in denen man nicht gefangen ist und bleibt, weil sie weiter reichen als das Auge sieht. Wenn der Platz wahr werdend wird, an den das Herz flieht, wenn er sich in dessen Be-schreibung unbegreiflicherweise offenbart: Dann wird Hoffnung, Wort für Wort, durch hoffnungsvolle Worte echt werdend zu echter Hoffnung. Wenn Worte auf ihrem Weg zum Ziel durch uns lebendig werden – dann wirken wir durch sie be-lebend weil wir uns in ihnen unsere Hoffnung be-schreibend offenbaren.

Begegnung.

Manchmal frage ich mich, ob meine Träume vielleicht nichts weiter als nur Illusionen sind. Kommt das Gefühl in mir hoch, dass mein Leben mir nicht schenkt, was ich mir so sehr wünsche – und dass all meine Mühen, die ich mir gebe, um meine Sehnsüchte zu erfüllen, vergeblich sind. Denke in ruhigen und vor allem dunklen Momenten darüber nach, ob meine Ansprüche hier und da vielleicht doch zu hoch sind? Doch dann kommt es mir ins Bewusstsein, dass ich nicht alleine bin, dass wir alle gebrannte Kinder sind und wir mehr als nur einmal enttäuscht und verletzt wurden. Ob nun von außen oder eben von uns selbst. Diese Erfahrungen machen uns ängstlich und lassen uns verhärten, ziehen einen Zaun um unser Herz und eine Mauer um unsere Seele. Fühlen uns allein. Doch wir sollten uns nicht in dieser Verschlossenheit verlieren und stehen bleiben. Dürfen uns dieser Schwere nicht hingeben. Es gilt so offen wie möglich zu leben und nicht ständig zu befürchten, dass sich unsere Entäuschungen wiederholen werden. Denn es könnte sein, dass wir schon …

Weil du lebst.

Sternenklare Nacht. Mondschein. Dunkle Gassen. Menschenleere Straßen. Die Stadt scheint verlassen. Es sind kaum noch Lichter zu sehen, die von Leben erzählen. Und könnte ich wählen, dann würde ich wegrennen, gehen – doch du bist hier! Auf dem Asphalt bewegen sich Schatten, die tanzen und lachen und was sie auch tun, es ist, als wollten sie dich fassen; dich umhüllen mit schwarzen Tränen und ihre Geschichte erzählen, dein Herz mit Vergangenheit füllen, es mit Erinnerung quälen. Du versuchst dich neu aufzurichten, neu zu orientieren. Du willst stark sein und stehen, die Gewalt nicht verlieren. Niemals Schwäche zeigen, aufgeben – nichts dergleichen riskieren. Doch was immer du tust, es bleibt die Angst tief in dir. Dein Herz ist kraftlos geworden, nur ein leiser Akkord, du stehst barfuß an diesem Ort und wünschst dich nur fort. Weg von diesen Schatten, `raus aus der Stadt, aus der Nacht, weg von dem, was uns geschaffen hat; bist müde und matt. Die Schatten kommen immer näher und singen ein Lied und dieses klingt unendlich nah, als ob es deine Seele …