Alle Artikel mit dem Schlagwort: herz

Gedanke zum Geburtstag.

Heute ist mein 36. Geburtstag und ich bin umhüllt vom warmen Kerzenlicht, zwischen knisterndem Geschenkpapier und dem zarten Duft des heißen viel zu süßen Kakaos. Dazwischen finden sich die Gedanken zusammen und resümieren das vergangene Jahr. Es wird mir wieder bewusst, wie viel doch schon von dem geschafft ist, was einmal nur utopische Fantasien zu seien schienen. Welcher Weg schon zurück gelegt ist, seit ich begann los zu gehen. “Alles ist möglich, wenn Du nur willst!” Doch trotz des starken Willens, verließ mich schon so oft der Mut und die Kraft, um wirklich am Glauben festzuhalten, manches Ziel realisieren zu können. Doch immer wieder, wenn meine Gedanken und Emotionen drohen mich zu schwächen, finden stärkende Worte in mein Ohr oder erreichen mich Hände die mich halten. Dafür bin ich dankbar. Dankbar für die Menschen, die mich im Alltag begleiten. Für jene, die voller Überraschungen sind. Für diese, die manch dunkle Zeit mit einem kleinen Funken wieder zum lodern bringen. Dankbar für die Menschen, die mir bis heute beiseite standen und noch stehen werden. Danke für …

Vom Warten und Dazwischen.

Mein Magen schmerzt. Zuviel Kaffee, zu wenig echte Aufregung. Da muss künstlicher Ersatz her. Das Herz bemüht sich um Schwung, nimmt Anlauf, bebt schneller. Aber mein Magen, der beschwert sich. Zuviel Koffein, er schmerzt vor sich hin und ringt mit dem bebenden pochenden Herzen um die Wette, buhlend um meine Aufmerksamkeit. Diese richtet sich auf die Tasse vor mir. Leer. Ich stehe auf, um mir einen neuen Kaffee zu machen. Aufputschen, ein bisschen legale Stimmungsheber konsumieren. Soviel, solange bis der Magen vom Herz geschlagen ist. Poch-poch-poch. Mein Blick fällt aus dem Fenster. Krokusse im Schnee, Farbtupfer auf Weiß. Der Schnee zieht sich bald schon zurück, macht Platz für Neues. Atmen, frische Luft, Gerüche – und, die Zugvögel, längst alle wieder da, bebend von der Kühle, trotzdem tirilierend. Sie sitzen auf noch kahlen Bäumen, schauen zu mir herunter. Ihre Melodien klingen wie Hoffnung. Und nach Sehnsucht. Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Erwachen. Wie das Aufwachen nach dem nächtlichem Schlaf. Erwachen ist das schönere Bild.Aufwachen kann ich jeden Morgen. Zu erwachen hat etwas von Erwecken; den Hauch von …

Sprachlos.

Die schnelle Welt drängt uns oftmals dazu die tiefere Bedeutung eines Augenblicks zu vergessen. Und wenn es die Zeit einmal zulässt, zu verweilen, drängt sich plötzlich ein “Müssen” zwischen den Moment und die Ruhe. Und gerade uns Menschen ist doch die Gabe gegeben mit dem Herzen sehen zu können, auf die Stimme unserer Seele zu hören und die Schönheit in der Langsamkeit zu entdecken. Und doch finden wir selten Halt am Ufer dieser Kostbarkeiten. Treiben immer wieder hinaus in den Strom des hektischen Rennens, stetigen Strebens und immer wieder dem Hinterfragen, nach der Richtigkeit unseres Handeln und Tuns. Aber genau dieser Kontrast ist die Zutat, die für die Wirkung ganz tief in unserem Innersten relevant ist, um einmal, vielleicht nur für ein paar Stunden, auszusteigen. Zu verzichten an der Teilnahme in diesem Chaossystem, um mit einem hellen erfreuten Blick dahinter zu schauen, hinter jene Stadtgrenzen, die diese unzähligen grauen Alltagsmaskeraden einmauern. Um diese Zeit zu finden, die sich in Freiheit hüllt. In dieser Art von Freiheit aufzugehen, in der Lebensfreude blühen kann – farbenprächtig tief …

Physis.

Während mir die Sonne warm ins Gesicht scheint werde ich abermals von einem Traum hinweg gerissen. Eine Melodie ertönt sanft in meinen Ohren und ein betörender, aber nicht aufdringlicher Geruch umspielt meine Sinne. Ich sehe verschlungene Farben in vollendeter Harmonie. Gleißend goldenes Licht spielt auf einer Wiese und vertreibt Schatten und Kälte. Mein Herz ist erfüllt von Wärme und Licht. Die Melodie definiert sich deutlicher und ich bemerke, dass es die Melodie meines Lebens ist. Ich bin Teil von längst vergangenen Zeiten, gegenwärtigen Zeiten und zukünftigen Zeiten. Der Wind der Zeit weht unaufhaltsam. Ich berausche mich an der vollkommenen Schönheit dieses Ortes, beneble mich an seiner Herrlichkeit. Obwohl dieser Ort nur in mir existiert, merke ich doch deutlich, dass auch ich ein Teil von ihm bin. Diese Welt ist eine virtuose in sich geschlossene Harmonie, unübertrefflich und fehlerfrei in ihrer Anmut. Sie empfängt mich mit ihrer Herzlichkeit und in ihr finde ich Vertrauen und Geborgenheit. Diese Welt ist voller Ruhe und Besinnlichkeit. Auf sattgrünen Wiesen entfalten mannigfarbene Blumen ihre volle Schönheit und Bäume schaukeln im …

Das Höchste.

Es ist wohl das höchste, irgendwann (bis hin und wieder) zu erkennen, dass mir das Leben das hellste Licht bieten kann, hinter all diesen Schatten, welcher mich oftmals erblinden lässt. Blind macht für das schöne und erstrebenswerte. Wenn ich sie finde, diese wenigen kleinen Türen, in dieser schier endlosen Welt der Möglichkeiten und mich zu meinem eigenem wahren Ich begebe, inmitten aller Wahrheit, und diese dann durchschreite, nachdem der Zweifel und die Schwächen meinen Willen kraft- und haltlos machten. Hinter diesen Türen die Gabe findend und die Kraft erkennend danken zu können, ganz egal wieviele Narben ich selbst erlitten und davon getragen habe. Den Mut dazu gewinne zurück schauen zu können und zu erkennen, dass ich nicht immer nur die Marionette der “Anderen” war, sie nicht die einzigsten waren die die Schnüre in der Hand hielten. Zu erkennen das die Vergangenheit nicht veränderbar ist, aber ich verzeihen kann. – Den “Anderen” und vor allem mir selbst. – Mich befreien kann von allen Ängsten und Bedenken, um die eigenen Mauern nicht weiter unüberwindbar in den Himmel …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …

Bruchstücke.

Vielleicht war es auch nur der Gedanke daran, dass es jemanden gab auf dieser Welt, der an einen glaubte, für den man nicht das Allerletzte war, der einen wertschätzte und in dessen Augen man einfach mal ein Mensch mit gewissen Werten war. Ein Gedanke der sich in meinem Herz verfing und überblieb, nach einer Diskussion zwischen mir und einer damaligen guten Freundin. Da unsere Gefühlswelten mehr als unsicher waren, fand diese Unterhaltung im Frust ihr Ende, ohne jemals wieder die Zukunft der Beziehung zueinander klarzustellen. Wir sprachen dieses Thema in den kommenden Jahren unserer Freundschaft auch nie wieder an. Doch dass da zwischen uns etwas existierte, schwang immer ein bisschen mit. So glaube ich, war diese gemeinsame Zeit wichtig für uns beide. Auch wenn wir uns gegenseitig vielleicht manchmal mehr Kummer als Halt gaben, waren wir jeweils für den anderen irgendwie da. – Und so bleibt nicht nur die Erinnerung ein Teil dieser komplizierten Liebe, weit zurückliegend in der Vergangenheit, sondern vor allem der Gedanke, der mir immer wieder Mut zum Gefühl macht, wenn ich …

Reue.

Wenn das Schicksal ihn doch Reue empfinden ließe, brennende Reue, die das Herz zerbricht, die den Schlaf verscheucht, eine Reue, deren furchtbare Qualen einen vom Strick und vom Sturz ins Wasser träumen lassen! Oh, wie froh wäre er darüber gewesen! Qualen und Tränen sind doch auch Leben. Fjodor Michailowitsch Dostojewski Reumütig bin ich – ab und an, doch immer bezogen auf den Kontext. Betrachte ich die Reue bezogen auf mein Leben, auf mich, meine Entscheidungen und ohne das Einbeziehen anderer in meine Gedanken, kann ich klar sagen: “Nein, ich bereue nichts. Nicht eine Sekunde, nicht eine Entscheidung, nicht einen Weg, den ich eingeschlagen habe.” Sicher gibt es das ein oder andere Mal des Haderns und des Grübelns, kleine und auch große Zweifel. Doch blicke ich tief in mein Herz, lasse meine Seele sprechen, so finde ich keinen Grund zu bereuen. Ich glaube fest, dass jede Entscheidung, jeder Schritt seinen tieferen Sinn hat. Die einen nennen es Schicksal, andere glauben – woran auch immer. Auch wenn es manchmal die “falsche” Entscheidung gewesen zu sein scheint oder …

Müde Herzen.

Das Herz schlägt. Mit Tausenden schlägt es und wehrt sich gegen den Takt der anderen. Längst ist der Schritt der gleiche, der Blick, die Hektik, die Besitz ergreift von den Gedanken. Nur das Herz wehrt sich noch dagegen. Gegen das grau der Häuser, den Lärm der Autos, das kalte Licht der Neonröhren. So viele Menschen auf einem Platz, so viele Herzen nebeneinander und doch kennt keines das andere beim Namen. Im Takt der Vergessenen schlagen sie. Im Takt der Verlorenen. Man hetzt und eilt und quetscht sich durch die Straßen. Rote Ampel. Stopp. Warte. Grün. Weiter. Laufen, quetschen, schieben, drängen, eilen. Tunnelblick. In Tunneln scheinen wir zu leben. Alles einsteigen. Die Türen schließen automatisch. Keine Möglichkeit zur Flucht bis zur nächsten Station. Tunnel, Röhre, Rolltreppe, Tunnel, Sehnsucht. Oh, du liebste Sehnsucht. Der Blick ergraut und das Herz wird müde. So aussichtslos scheint der Kampf. Das Herz sehnt sich nach dem Horizont, will hinaus aus dieser immer fremden Stadt, zurück zur Menschlichkeit.

Nachts wachsen.

Mitten in der Nacht liege ich dort unten auf dem Boden. Nicht im Bett. Daneben, wie Tod vor Angst. Ich habe Angst davor, es eines Tages nicht mehr zu haben. Vielleicht im nächsten Augenblick, vielleicht morgen, vielleicht doch erst in Jahrzehnten. Den Herzschlag, den Atem, die Gefühle, die Liebe, die Freuden und die Traurigkeiten. Von jetzt auf dann, das Leben von meiner Seite weicht. Ich sehne mich augenblicklich nach jener zauberhaften desillusionierenden Assoziation die da des öfteren in meinem Geiste umherschwebt, um mich zu beruhigen und mein aufgebrachtes Gemüt in Stille zu wiegen. Nach jener Assoziation, die sich oftmals ziemlich heimisch fühlt in meinem Kopf, sie dort ihre Kreise zieht, keinen Halt findend und versucht sich in dieser Gegenwart zu realisieren. Versucht ein Teil dieser wahren Welt zu werden. Ein Mittelpunkt von dem alle Türen abgehen. Der rote Faden, der die Themen verknüpft. Das Ende, auf welches ich treffe, wenn ich dreimal um die Ecke denke, krumm und schief und scheinbar sinnlos Türen eintrete und Themen durcheinander werfe. Sie ist meine Lieblingsassoziation ohne Namen. Sie …