Alle Artikel mit dem Schlagwort: herbst

Nah der Sehnsucht.

Ich spüre den Wind auf meiner Haut. Er ist noch frischer hier am Fluß als in den kühlen Gassen der grauen Stadt. Doch das Sonnenlicht ummantelt noch warm die ersten Vorboten des nächsten Winterzyklus. Ich erwische mich dabei wie ich lächelnd meine Augen schließe und in mir Sehnsucht aufsteigt. Eine Sehnsucht die mich traurig und zugleich hoffnungsvoll werden lässt. Spüre wie sich eine Träne ihren Weg über meine Wange bahnt. Jedoch verschwende ich diese nicht in Traurigkeit, weil mir mehr als bewusst ist, in diesem Moment allein am Ufer dieser Schönheit zu stehen. Ich höre dem Rauschen des Flußes zu, wie es dem Leben gleicht, wie es ohne Pausen Episoden der Lebendigkeit erzählt. Ich atme tief den Duft dieses Augenblicks. Rieche den frühen Herbst, schmecke Salz in der Luft. Ich schenke diesem mich ganz und gar umgebenden Rauschen meine Träne, verschwende sie nicht an Hoffnungslosigkeiten. Sonnenstrahlen blitzen durch die schweren Wolken, die tiefgrau unermütlich darauf bestimmt sind das reine Blau des Himmels verdecken zu wollen. Der noch übrige Sonnenglanz berührt meine schweren Augenlider. Sie kitzeln …

Impressionen eines Spätsommers.

Impressionen zwischen Gera, Berga und Ronneburg, mit manchmal sogar schon irgendwie leicht herbstlichen Ambiente, welches nicht daran zweifeln lässt, dass auch dieser Sommer seinen Ruhestand finden wird. Dies soll jedoch definitiv nicht den Bewegungsdrang mindern und somit werden sie festgehalten, diese Gemälde des Spätsommers. Und wir rollen weiter! „Zwischen Gera – Berga – Ronneburg“ Fotos: Sascha Gawrilow, 09/2015

Sprachlos.

Die schnelle Welt drängt uns oftmals dazu die tiefere Bedeutung eines Augenblicks zu vergessen. Und wenn es die Zeit einmal zulässt, zu verweilen, drängt sich plötzlich ein “Müssen” zwischen den Moment und die Ruhe. Und gerade uns Menschen ist doch die Gabe gegeben mit dem Herzen sehen zu können, auf die Stimme unserer Seele zu hören und die Schönheit in der Langsamkeit zu entdecken. Und doch finden wir selten Halt am Ufer dieser Kostbarkeiten. Treiben immer wieder hinaus in den Strom des hektischen Rennens, stetigen Strebens und immer wieder dem Hinterfragen, nach der Richtigkeit unseres Handeln und Tuns. Aber genau dieser Kontrast ist die Zutat, die für die Wirkung ganz tief in unserem Innersten relevant ist, um einmal, vielleicht nur für ein paar Stunden, auszusteigen. Zu verzichten an der Teilnahme in diesem Chaossystem, um mit einem hellen erfreuten Blick dahinter zu schauen, hinter jene Stadtgrenzen, die diese unzähligen grauen Alltagsmaskeraden einmauern. Um diese Zeit zu finden, die sich in Freiheit hüllt. In dieser Art von Freiheit aufzugehen, in der Lebensfreude blühen kann – farbenprächtig tief …

Herbstwind.

Gebannt stehe ich hier, im Licht dieses Oktobermorgens. Weit zurück in der Ferne höre ich noch das Echo von Freuden menschlicher Liebe. Ich lächle, schließe meine Augen, fühle ganz nah eine geheimnisvolle warme Sehnsucht und versuche mich vom Abschied loszulösen. Ganz allmählich spüre ich, wie das Tempo des Sommers Tag für Tag geruhsamer wird und mich die Ruhe des Herbstes immer mehr mit seinen kalten Winden umhüllt. Winde die meine Anker lösen. Winde die mich weiter treiben lassen. Winde die Geschichten aus kommenden Zeiten, weit hinter dem Herbst, erzählen. Winde die mich frösteln lassen und gleichzeitig mein Herz erwärmen. Ich breite meine Arme aus und fliege frei von allen Erwartungen durch die tanzende Farbenpracht der herbstlichen Bäume.

Carpe noctem.

Jetzt wo die Tage kürzer sind bekommen viele Menschen schlechte Laune. Dabei lebt es sich nachts auch gut – nur anders… Es gibt Sommermenschen und Wintermenschen, Partymenschen und Arbeitsmenschen, Stadtmenschen und Landmenschen, Naturmenschen, Genußmenschen, Musikmenschen und sogar Affenmenschen. – Ich bin des öfteren ein Nachtmensch. Sicher, das behaupten viele Leute von sich. Häufig wird das einfach mal daher  gesagt, zum Beispiel auf einer Party oder in einer Disco. Es ist wahrscheinlich schon spät und die Stimmung ist gut, man kommt mit einer tollen Frau ins Gespräch und will dass der Abend noch länger dauert. Und dann sagt man das so, zwischen zwei Gesprächsthemen: “Ich bin ein Nachtmensch!” Aber die Nacht auch ohne Party oder Disco lieben zu können, ganz alleine und ohne viel Brimborium – das ist etwas anderes! Wenn der gesamte Freundeskreis schon in Morpheus Armen liegt, die letzte Bahn schon weg, die Szenekneipen geschlossen und die Spätvorstellungen zuende sind, dann sind besonders werktags nur noch ganz besondere Leute unterwegs. Man kann sie auf den ersten Blick erkennen und ganz leicht unterteilen: Die die …

Seit Wochen drehen sich die Fragen nur darum, woher sie kommen und warum die Worte fehlen um zu sagen was ich denke, weil ich es gerne weitertragen würde, dieses Wissen der Ungewissheit. Doch es gibt da keinen Anfang und kein Ende, wo ich eingreifen könnte, da alles im Fluß ist und doch still steht. Alles bewegt sich immer weiter vorwärts und rückwärts zugleich. Ich schwimme zu Zielen, die doch nur wie Rettungsringe auf hoher See erscheinen, und gehe unter, obwohl ich schwebe. Die verirrten Regentropfen des Herbstes in meinem Mund schmecken nach salzigem Meereswasser und flüstern mir einen längst vergessenen Traum zwischen all den Fragen und vergessenen Worten …  Eigentlich wäre es so simpel. Eigentlich!

“Blauer Himmel verspricht noch keine Wärme, Grau in Grau heißt nicht gleich Regen. Urlaub kann gewöhnlich sein, der Alltag besondere Erfahrung. Nicht jeder Träumer ist ein Gutmensch, nicht jeder Rationalist geht über Leichen. – Es ist alles nicht so einfach wie wir zu denken gewohnt sind, wie wir es gerne hätten. Es gibt tausend Farben und Schattierungen zwischen schwarz und weiß.”

Zwischen Regentonne und Weihnachtsbaum

Miese Laune in der Grauheit der ankommenden Herbsttage zu haben, scheint wesentlich leichter zu sein, als die Hormone des Glücks zu bändigen. Doch ist es eigentlich immer leichter den Kopf hängen zu lassen, als ihn nach oben zu heben und sich die Sonne über den grauen Wolken vorzustellen. Und wenn dann einmal ein flotter Höhenflug zwischen Sonnenstrahlen und blauem Himmel zur Stelle ist, hat man ordentlich zu tun, um rotierend seinen Beutel voll zu packen, mit all den schönen Sachen, um ihn dann baldigst wieder auszupacken, um den achso zarten Sonnenschein über die dicken Scheiben Grau zu streichen…

Die Regentage mehren sich. Ab und an will sich ein Gefühl von Traurigkeit breit machen, doch es findet keinen Halt. Es fühlt sich an, wie ein Ende und doch formt es sich zu einem neuen Anfang. So träume ich, gerade im Herbst, in diesen langen dunklen Nächten, in denen der Regen endlose Geschichten an die Scheiben schreibt, von meinem Mohnblumenfeld, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu intensiven Augenblicken verbinden, welche immer wieder meine Geschichte umschreiben. Herr Sushi

Ich empfange ganz langsam die ersten Ambitionen zu herbstlich angehauchten Impressionen. Bin ich jedoch gezwungen meine Aufmerksamkeit auf die, in ganz glänzend weihnachtliches Lametta gestopften Osterhasen, zu richten, die nun als Weihnachtsmänner auf neuer Mission sind und mich hämisch grinsend aus den Massencontainern, inmitten der Stolperzone im Supermarkt empfangen und mich wohl oder übel daran erinnern, dass das Feste vor der Pforte steht. So verspüre ich schon im allerherrlichen Spätsommer eine eher aggressive Abneigung gegenüber den winterlichen Taumeleien der zwischenmenschlichen Liebe und Kuscheleien. – Nichts gegen Weihnachten, aber ich möchte dann doch erst einmal lieber das fallende Laub aufwirbeln und den Übergang in die kalten Jahreszeiten langsam genießen. – Danke, du verrotzte Konsumgesellschaft. Wie wär es mit einer Tüte voll mit mehr Zeit und mehr Platz für das kleinere Große im Leben?