Alle Artikel mit dem Schlagwort: gefühl

Bruchstücke.

Vielleicht war es auch nur der Gedanke daran, dass es jemanden gab auf dieser Welt, der an einen glaubte, für den man nicht das Allerletzte war, der einen wertschätzte und in dessen Augen man einfach mal ein Mensch mit gewissen Werten war. Ein Gedanke der sich in meinem Herz verfing und überblieb, nach einer Diskussion zwischen mir und einer damaligen guten Freundin. Da unsere Gefühlswelten mehr als unsicher waren, fand diese Unterhaltung im Frust ihr Ende, ohne jemals wieder die Zukunft der Beziehung zueinander klarzustellen. Wir sprachen dieses Thema in den kommenden Jahren unserer Freundschaft auch nie wieder an. Doch dass da zwischen uns etwas existierte, schwang immer ein bisschen mit. So glaube ich, war diese gemeinsame Zeit wichtig für uns beide. Auch wenn wir uns gegenseitig vielleicht manchmal mehr Kummer als Halt gaben, waren wir jeweils für den anderen irgendwie da. – Und so bleibt nicht nur die Erinnerung ein Teil dieser komplizierten Liebe, weit zurückliegend in der Vergangenheit, sondern vor allem der Gedanke, der mir immer wieder Mut zum Gefühl macht, wenn ich …

Erinnerung an das Vergessen.

In manchen Stunden und an manchen Tagen lebe ich nur von der Erinnerung. Sie liegen alle herum, auf einem großen Haufen im Kopf. Dabei stolpere ich immer wieder über fast Vergessenes. Über einen Logarithmus, zum Beispiel. Ein total unbrauchbares Ding. Oder ein Frankreich-Urlaub. Ziemlich sonnig und viel zu warm. Und man findet noch tiefe Täler und hohe Berge. Viel Sonnenschein, aber dann und wann auch Regen. Tränennasse Erinnerungen hänge ich zum sorgfältigen trocknen auf. Dann sind sie leicht. Federleicht. Dann wirbeln sie alle in meinem Kopf herum und bringen mich zum Lächeln, geben die Energie des Gegensatzes. Dann vergesse ich diesen Zustand und ich spüre tiefe Freude und Losgelöstheit. Vergesse manche Ansprüche, die mich immer weiter streben lassen. Verliere meine Person in einer endlosen Suche nach strahlenden Farben in schwarzen Bildern aus Schatten an kalten Mauern die mir den Weg versperren. Manchmal stehe ich einfach nur da, ganz regungslos, fast hilflos und während ich mit einem schweren Atem nach einer Orientierung suche prasseln weiterhin delikate Fragen auf mich ein, die mich wiederrum jegliche Antworten hinterfragen …

Bibio – Dye the water green.

“Musik, du Balsam für die Seele, variable Kunst der Künste. Wie oft schon hast du mir das Leben gerettet. Töne ergießen sich wohltuend und warm durch meinen Körper und erwärmen mein geplagtes Herz. Ermuntern mich, machen mich wieder glücklich. In jeder Lebenslage warst du mein Begleiter, wie ein treuer Freund stets an meiner Seite. War ich traurig, hast du mich getröstet, war ich wütend, hast du mich beruhigt. Und war ich unzufrieden mit mir selbst oder anderen, hast du mir wieder Mut gemacht, weiter meinen Weg zu gehen. Ich weiß nicht, wo ich heute ohne dich wäre, liebe Musik. In Momenten, in denen ich mich selbst nicht mehr kannte, in denen mir alles zu viel wurde, in denen ich einfach vor mir, vor der Gesellschaft und den Menschen darin weglaufen wollte, hast du mich gehalten und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Hast mir meine Augen geöffnet. Mir wieder gezeigt wer ich bin und was die Situation und die wahren Probleme sind. Sogar als mein Leben vor einem scheinbar unlösbaren Scherbenhaufen stand und ich weder …

“Weil ich gerade einmal wieder mehr Fragen in meinem Kopf hatte, als ich jemals Antworten auf diese hätte. Weil ich vielleicht auch eben überhaupt gar nichts mehr dachte und sich die Taubheit drohte breit zu machen. Alles wollte sich in eine gefühlslose Leere in diesem Augenblick hüllen. Alles schrie nach irgendeiner wärmenden menschlichen Nähe in dieser unendlichen Weite des Seins. Allein der eiskalte Wind blies mir durch´s Gemüt und ließ mich star und orientierungslos da stehen, wie umhüllt von dunklen Bäumen in einem dichten Wald. Ich versuchte aufzuhören darüber nach zudenken, über diese Leere, über diese Hundertschaften antwortloser Fragen in meinem Geist. Bis ich mir wieder bewusst wurde, dass sie schon so oft kamen – diese Nichtigkeiten. Und als ich mir darüber den Kopf zerbrechen wollte, ob ich mir alles nur wieder einredete, wurde mir im gleichen Moment einmal mehr dieses Wunder bewusst. Eben genau dieses Wunder des Gegensatzes der Leere und der Fülle, tief drinnen in mir. Dieses Wunder der Welt. Dieses Wunder meiner kleinen Existenz. Dieses Wunder der Suche nach der Erfüllung. Diese …

Aufstehn´.

Da sitzt Du nun und verschwendest deine Zeit… Leben. Etwas so wunderbares und vor allem einzigartiges. Und doch ist es scheiße, oft, manchmal. Du sitzt. Du denkst. Du tust nichts. Gar nichts. Wenn du vieler solcher Tage hast, denkst Du dein Leben ist scheiße und sinnlos. Du denkst, Du hast versagt. Die Anderen. Die haben so viel zu tun. Die machen etwas. Die haben etwas. Die Anderen sind es, warum du denkst, dass du versagt hast. Du vergleichst. Du bemerkst, dass du etwas nicht hast. Etwas nicht hast, was der andere zum Leben braucht. Was ihn glücklich macht. Du dagegen hast es nicht. Du denkst, dass ist der Grund, warum du nicht glücklich bist. Nie glücklich sein kannst. Du willst es auch haben. Doch du bekommst es nicht. Nein, du hast es nicht. Vielleicht, denkst du, du bekommst es nie. Niemals. Ewig auf der Suche wirst du sein. Dein Leben lang. Du suchst nach der Erfüllung deiner Leere. Nach dem etwas. Das, was die Anderen so glücklich macht. Dann gibt es einen Tag, an dem …

Das Schreiben klarer Sätze ist genauso wichtig wie das Weinen konfuser Tränen. Das Weinen klarer Tränen ist genauso wichtig wie das Schreiben konfuser Sätze. Norbert Esser

“Es gibt Orte, an denen bekommt man das Gefühl, man befindet sich am Ende der Welt, direkt um die Ecke und erst viel später merkt man, welche neuen Kräfte diese Orte in einem ausgelöst haben. Genauso gibt es Stimmen, die hörst Du nicht im Augenblick an diesen Orten. Irgendwann einmal, irgendwo auf deinem Weg durchs Leben, kommst Du vielleicht einmal zur Ruhe, findest Stille in Dir, fern ab der Schreie und der Hast um und in Dir, denkst vielleicht über Dein Leben nach. Und dann, auf einmal flüstert sie, dann kannst Du sie hören, diese Stimme, im Irgendwann. Nicht in deinem Ohr, nicht in deinem Kopf, sondern direkt in deinem Herzen. Sie ist Dir vertraut, aus einem Moment, in dem du diese nicht hättest wahrnehmen können, weil das Leben viel zu laut und schnell war. Und dann, in einer völlig anderen Lebenssituation, ist sie dir auf einmal ganz plötzlich vertraut und nah. In diesem Augenblick merkst Du, dass sie schon einmal mit dir gesprochen hat, keinen Roman, keine Abhandlung, vielleicht nur ein Satz oder gar …

Randvoll mit Leben.

Wir wollen leben, mit unserem ganzen Körper, unserer ganzen Seele, mit ganzem Herzen. Wir streben nach dem erfüllten Leben und merken dabei nicht, dass wir es schon längst haben. Jeder Blick quellt vor Leben fast über. Jeder noch so kleine Seitenblick ist ein Beweis für das Leben. Selbst der Hasserfüllteste, der uns mit seiner Macht zu Boden drückt. Alle geschrienen Wörter, die die Luft mit Messern zerschneiden und auch die geflüsterten, die der Wind sanft zu uns trägt. Die Wörter, die schwer von ihrer Bedeutung, man sich kaum auszusprechen wagt. Wörter, die man ohne Bedenken aneinander reiht und die doch dem anderen so viel bedeuten können. Und die Unausgesprochenen, die manchmal tiefe Schluchten zwischen uns aufreißen und genauso eine Brücke bauen können, über die wir den anderen erreichen können. Unsere Gesten, die, die von Herzen kommen, die, die von tiefstem Hass gelenkt werden, die, die vor Trauer so zerbrechlich sind, dass sie des Öfteren in tausend Stücke zerspringen. Und auch die, die wir nicht bewusst ausführen, wo doch so viel Leben an ihnen hängt. Die …

Wisst ihr? Früher waren Wunder für mich große Dinge. Große Dinge die von Menschenhand gemacht wurden, mit des Menschen Kopfes fein durchdacht. Doch was nützt des Menschen Hand und Kopf mit logischem Verstand, wenn alles scheinbar wunderschöpfende, fein logisch durchdachte und umgesetzte, das wirklich wundersame verdrängt und das Herz hinterher hinkt, um alles fein säuberlich aufzusammeln und es leise wieder durch die Hintertür hinein zu tragen? Wahre Wunder entstehen in der Sehnsucht und auf einem Fundament der Selbstverwirklichung. Das einzig wahre Weltwunder ist die Vielfältigkeit des Lebens, welches wirkliche Wunder schafft und im kleinen Großes bewirkt.

Désir le cœur.

Und manchmal verfolgt man irrsinnig viele Ziele, glaubt auch, den Faden in der Hand zu halten. Es ist, wie oberflächlich erfüllt und doch fühlt sich alles leer an. Das innen drinnen, das außen herum und die nasskalten Handflächen. Die Fragen, die einmal etwas bedeuteten, werden ungültig und tauschen sich aus, um sich neu formulieren zu können. Ich brauche mich nicht fragen was fehlt. Ich weiß es! Doch ich werde mir diese Antwort nicht geben. Ich habe Angst davor, mir eingestehen zu müssen, dass ich wirklich Angst habe und diese mich feige werden lässt. Ich will etwas bedeuten, jedoch gerade an Orten vor denen ich diese Angst habe. An Orten, die sich auf der anderen Seite der Menschen befindet, die dem Auge verborgen sind und die ich erreichen möchte. Tief innen drinnen. Und ich sitze hier und denke: Es wird wohl Zeit, die Angst zu besiegen, ehe ich daran zu Grunde gehe, bevor ich es jemals noch einmal versucht habe zu fühlen, dieses Gefühl, welches sich im Duden unter dem Begriff Liebe finden lässt, weit entfernt …