Alle Artikel mit dem Schlagwort: freiheit

Atmen.

Ich kann ihn spüren, den Frühling, den nahenden Sommer. Ich kann ihn riechen. Die Sonne, die hell am klaren blauen Himmel steht. Kein Dunkelblau, kein Blau das den Kummer in mir weckt. Sondern helles Blau, so blau wie das Meer, so weit, offen und hell, als wenn man sich augenblicklich von der Erde löst und in diesem aufgeht. Es ist ein fröhliches blau, es macht den Weg frei für die schönen Gedanken, für das frei fühlen. Ich kann es riechen, das Glück der hellen Tage. Es riecht nach Sonne, nach frisch gemähten grünen Wiesen, nach Blumen, nach im Wind schwebendes Leben, nach Obst, nach Lagerfeuer, nach sternenklaren Nächten. Ich gehe raus und atme den Frühlingstag, die gute Laune, den ersten Schritt zum Fortschritt. Ich mach’s mir mal bequem auf der Sonnenseite des Lebens, ich werde sie so schnell wohl nicht mehr verlassen. Und doch erlaube ich mir an Regentagen auch mal die Decke über den Kopf zu ziehen, weil dann kann es auch auf der Sonnenseite mal kalt werden. Ich probiere dann ganz langsam zu …

Amadeus.

Wie viele andere Menschen habe auch ich schon einiges an Erfahrungen auf meinem Lebensweg machen können. Doch zu einem der tiefgehensten und horizonterweiterndsten Erfahrungen in meinem bisherigen Werdegang zählt noch bis heute das heilpädagogische Reiten. In der Reittherapie lernte ich nicht einfach nur das Reiten, sondern vor allem mich selbst darin zu erleben, mir näher zu kommen, mich zu geben, wie ich eben bin.  “Denn wir können erst wirklich erfahren, was Freiheit ist, wenn wir unsere eigenen Grenzen kennen, diese akzeptieren und sie in unserem Leben zu berücksichtigen lernen. Denn nicht die Grenzen sind es, die uns von der Freiheit trennen, sondern die Ignoranz unserer eigenen Fehler.“ Ich las einmal irgendwo, es muss wohl in so einer Art Fachblatt für Pferdeliebhaber gewesen sein: „Das Pferd ist der Spiegel deiner Seele.“ Meine damalige Therapeutin erklärte mir, ich könne dem Pferd nichts vorspielen, was ich selbst auch nicht sei. Ich bekäme es nicht gezügelt so lange ich nicht bei mir selbst wäre, … und mich vor allem nicht “echt” verhalte. An diesem Punkt kam ich oft an …

Avis.

Wenn Traurigkeit nur ein Vogel wäre, wie leicht fiele uns das Hoffen, wüssten wir den Himmel als Nest, in dem wir nach dem Abheben landen um anzukommen. Ohne die Angst sich zu verlieren, wie die verlaufenden Spuren im Sand vor dem kühlen Nass, ohne die Angst von den Wellen im Sturm ergriffen und irgendwo einfach angespült zu werden.

Das fliegende Haus und die friedliche Seele des alten Mannes.

EIN KLEINES MODERNES WEIHNACHTSMÄRCHEN Es war einmal ein Haus, in dem lebte vor vielen Jahren für sehr lange Zeit ein Mann. Der Mann suchte zu seinen Lebzeiten immer wieder die sagenumwobene große Freiheit. Wie alle Menschen strebte er diese rätselhafte, weite Grenzenlosigkeit an. Doch niemals und nirgendwo fand er sie. Immer wieder verlor er sich in den Weiten des Horizonts … Wenn er dann zurück kehrte in sein Haus, erzählte er den Wänden oft in der Stille von seinen Gedanken, Gefühlen und Träumen. Manchmal kullerten ihm dicke Tränen über die Wangen und fielen auf den Holzfußboden unter seinen Sohlen. Das Haus hörte ihm zu. Doch es konnte ihm nicht helfen. Nur den Schutz und die Gewissheit bieten ein Stück Heimat zu haben, an die er immer zurück kehren kann, um sich ausruhen zu können von der langen Suche nach der fernen und fremden Freiheit. Alle Menschen um den Mann herum strebten haltlos und ihre Sehnsüchte schienen endlos. Der Mann war mit den Jahren schwach geworden, doch in all der Zeit fand er dennoch das Größte …

Sprachlos.

Die schnelle Welt drängt uns oftmals dazu die tiefere Bedeutung eines Augenblicks zu vergessen. Und wenn es die Zeit einmal zulässt, zu verweilen, drängt sich plötzlich ein “Müssen” zwischen den Moment und die Ruhe. Und gerade uns Menschen ist doch die Gabe gegeben mit dem Herzen sehen zu können, auf die Stimme unserer Seele zu hören und die Schönheit in der Langsamkeit zu entdecken. Und doch finden wir selten Halt am Ufer dieser Kostbarkeiten. Treiben immer wieder hinaus in den Strom des hektischen Rennens, stetigen Strebens und immer wieder dem Hinterfragen, nach der Richtigkeit unseres Handeln und Tuns. Aber genau dieser Kontrast ist die Zutat, die für die Wirkung ganz tief in unserem Innersten relevant ist, um einmal, vielleicht nur für ein paar Stunden, auszusteigen. Zu verzichten an der Teilnahme in diesem Chaossystem, um mit einem hellen erfreuten Blick dahinter zu schauen, hinter jene Stadtgrenzen, die diese unzähligen grauen Alltagsmaskeraden einmauern. Um diese Zeit zu finden, die sich in Freiheit hüllt. In dieser Art von Freiheit aufzugehen, in der Lebensfreude blühen kann – farbenprächtig tief …

Retrieval.

X: „Frei ist der, der sich anders zu sein erlaubt. Doch schau Dich um, alle sind gleich, doch finden sich anders. Und die, die wirklich anders sind, werden als “komisch” bezeichnet und befinden sich dennoch näher an ihrer eigenen Freiheit, als jene die der Freiheit trachten. Verrückt irgendwie und ganz anders so betrachtet! – Aber es gibt eine Lösung und die schaut bei jedem anders aus. Allerdings bleibt vielen diese verborgen, weil eben jene die eigene innere Sprache nicht verstehen.“ Y: „Und natürlich reden wir uns viel zu viel ein oder lassen uns sagen wie wir sein müssen, um passend zu sein für mehr Individualität und Freiheit in der Teilhabe des globalisierten Lebens. Und daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen einen an der Waffel haben und inkompatibel werden mit der Funktionalität in einer “Welt der offenen Türen”. Man kann sich schnell überflüssig fühlen. Sich selbst überflüssig machen. Und irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Man kann dies alles ganz schnell, auch das ist Freiheit, aber eines sollte man dann nicht tun: Sich darüber …

Tagtraum.

Ich war eingeschlafen, gegen Mittag. Ermattet vom Tatendrang, von all diesen Eindrücken, die mir auf dem alltäglichen Weg durch ein scheinbar immer wieder neues Leben begegnen. Lebenszeit die mir geschenkt wurde, nachdem solch viele Entscheidungen gefallen sind und die ich bis heute für mich und mein Leben treffen musste. Manchmal bringt es mich an meine Grenzen, zumeist jedoch positiv, denn mittlerweile kann ich diese akzeptieren, denn meine Grenzen lassen mich immer wieder neue Wege finden. Und wenn ich an manchen Tagen völligst überfordert bin, lässt mich die Zeit erlauben mich auszuruhen, mich zu sortieren und einfach mal die Seele für ein paar Augenblicke in einem leichten Schlaf am Mittag nach getaner Arbeit an einem bewegten Tag baumeln zu lassen. Und manchmal passiert es, dass ich mich in diesen Tagträumen verlaufe. Tagträume die mich verwirren und doch irgendwie beruhigend sind. Mitten in diesen schrecke ich plötzlich auf. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Fühle mich schwach, ausgelaugt und leer. Was ist das, was in meinen ruhenden Geist dringt? Meine erste Intuition ist meist Verwirrung. Dann …

Schmetterling.

Ich lehne mich zurück an die Mauerwand des alten Fabrikgebäudes, höre die fernen Geräusche des Stadtverkehrs und fremde Menschen im Gespräch. Ich blicke auf das Stück Rasen am gegenüberliegenden Rand der Straße. Ein Schmetterling schwirrt umher. Dann zwei. Sie treffen sich, beginnen sich in der Luft mit schnellem Flügelschlag zu umkreisen. Einer den anderen. Fliegen dabei höher und höher und höher, bis sie irgendwann nicht mehr zu sehen sind inmitten des lichtüberfluteten Himmelblaus. Einfach weg. – Ich sehe mich. Mich hält hier nichts und doch bin ich fest mit meinen Fragen. Wie wäre das, so einfach weg? – Einfach so. Sofort. Gleich. Augenblicklich. – Am Besten zu zweit in geborgener Zweisamkeit. Irgendwo hin. Ganz ohne nachzudenken. Wäre dann auch alles anders? Nur weil ich woanders wäre? Wäre ich nicht auch wieder ein Fremder unter Fremden und noch immer der selbe, wenn ich dann irgendwo ankäme? Und warum ziehe ich nicht los in die Fremde, um sie mir bekannt zu machen, um zu schauen wo ich ankomme? – Ankommen wird gefolgt von losziehen. Aber ich ziehe …

Der Körper lebt. Alles scheint sich zwischen verschiedenen Welten zu bewegen. Und ich mich mit ihnen. Mal gehe ich bodenlos, mal fliege ich grenzenlos. Die Lebensschwingen unersättlich mich immer weiter tragend. Die Seele schwebt. Immer weiter hin zu Erfüllung, zu Freude, zu tieferen Leben. Ich versuche mich treiben zu lassen und doch nicht loszulassen. Um nicht verloren zu gehen in den Weiten dieser ankerlosen Grenzenlosigkeit. Hier zu bleiben um hin und wieder meinen Lebensschwingen Geruhsamkeit zu schenken. – Landen und Ruhen. – Mit dem Wissen, jederzeit wieder abheben zu können, in diese Welten, in diese grenzenlosen Bodenlosigkeiten des Schwebens. Ich blicke hinauf mit dem Wissen nicht mehr gefangen sein zu müssen von mir selbst und meiner Welt. Spüre diese hoffnungsvolle Freude in jedem Augenblick eine neue Reise antreten zu können. Ich schließe meine Augen und sehe die Freiheit in meinem Herzen zwischen all diesen Welten. Spüre die Fusion zwischen meiner Person und dem “Draussen”. Verspüre den Drang nach “Mehr”. Photography + Words by Herr Sushi + Herr Sushi

Fliegen

Fliegen. Die Schwingen weit geöffnet. Durch die Wolkenwand, der Sonne entgegen. Ein Lachen. Ein Jauchzen. Leben. Nur schweben können. Und wieder und wieder vergeben können. Dir. Mir. Dem Rest der Welt und dem Wind und dem Glück. Noch einmal fliegen. Und frei sein. Den Wind im Gesicht fühlen. Die Angst mit dem Meer wegspülen. Hand in Hand mit dem Wind gerannt. Mich tragen lassen. Die Angst entgültig verlassen. Ich bin so verrückt nach der Welt und dem Lachen. Verrückt nach Leben. Und verliebt in die Freiheit. Vermied das, was ich eigentlich wollte. Doch greife nun nach einer Wolke. Damit der Wind mich trägt. Fliegen. Durch die Wolkenwand, der Sonne entgegen. Ein Lächeln, ein Jauchzen. Leben. Die Schwingen weit geöffnet. Bereit das Spiel mit dem Wind zu spielen. Die Vögel und die Wogen des Meeres von oben betrachten. Ich höre des Windes Lachen. – Und lache mit ihm. Fliegen. Frei sein. Mich in den Lüften wiegen.