Alle Artikel mit dem Schlagwort: erkenntnis

Konfetti im Wald.

Bis ich mir wieder bewusst wurde, dass sie schon so oft kamen – diese Nichtigkeiten. Und als ich mir darüber den Kopf zerbrechen wollte, ob sich dies nicht nur alles wieder in formlosen Strukturen verläuft, wurde mir im gleichen Moment einmal mehr dieses Wunder bewusst. Eben genau dieses Wunder des Gegensatzes der Leere und der Fülle, tief drinnen in mir. Dieses Wunder der Welt. Dieses Wunder meiner kleinen Existenz. Dieses Wunder der Suche nach der Erfüllung. Diese Wunder vielleicht doch nicht ganz allein zu sein. Dann drangen sie wieder hindurch, zwischen diesen dicken Stämmen und dem dichten Geäst der Baumkronen. Sprengten die dunklen Mauern in meinem Kopf. Ließen sie hindurch, die wärmenden Strahlen, die bis zu meinem Herz vordrangen, meinen schweren Geist zu zartem leichtem Staub aus Träumen verwandelten und im grellen Licht der Sonne wie buntes Konfetti in den grellsten Farben schimmern ließen. Und am Ende blieb dieses Gefühl in meinem Herzen zurück, dass es genau so gut ist, wie es ist. Ganz egal, wie dunkel manche Momente erscheinen, letztendlich gibt es immer wieder …

Sekundenliebe.

Manchmal gehe ich durch die Straßen, durch den Park oder stehe einfach in der Gegend rum und beobachte die Menschen. Beobachte und teile sie ein: In Männlich – Weiblich, Alt – Jung, Hübsch – Nicht so hübsch, potentielle Geschlechtspartner … und so weiter. Und manchmal, ich muss aber gestehen dass dies eigentlich nur im Sommer der Fall ist, gefällt mir der Anblick einer weiblichen Person so sehr, dass ich es nicht lassen kann meinen Blick von ihr zu lösen. Nahezu jede ihrer Handlungen, Bewegungen vermag ich in mich aufzusaugen. Dieses eigentlich schon Voyeuristische beschämt mich ein wenig. Aber im Sommer ist es so, dass viele Faktoren dazu beitragen, dass ich ab und zu in diesen apathischen Zustand falle: Einmal die Sonnenstrahlen und die Endorphine bekommen wieder Freigang durch den gesamten Körper und lassen mich meinen Grundsatz des Bedachts vergessen. Dann kommt das Sonnenlicht hinzu, welches manchmal Personen so genial beleuchtet, dass es wirkt, als wären sie etwas ganz Besonderes – sie wie ein “höheres Wesen” erscheinen lassen. Und dann wäre da noch der tiefenpsychologische Faktor …

Seifenblasen im Krieg.

Es gibt viel Streit, Wut und Zank. Nicht diese Art von “gesunden Konflikten”, die man dann und wann im Idealfall auch einmal zur Selbstreflektion verwenden kann. Sondern es sind diese Konfrontationen unzählig frustierter Leute überall auf einer unaufhörlichen Strecke der Fehlwahrnehmungen. Auf allen Ebenen des Lebens sind sie zu hören: Im Alltag, in den Medien, im Umfeld. Angetrieben durch mangelnde Hoffnung, mangelndem echtem Selbstvertrauen, zu utopischen Zielsetzungen und hinzu kommt zuviel vorhandene Unzufriedenheit, Hass, Wut und Trauer. Durch die kleinsten Kleinigkeiten und die kleinsten Uneinigkeiten kommt es zu Disharmonien… Sie schreien sich an. Schlagen Türen zu. Schlagen Köpfe beieinander. Schlagen ihr Gegenüber. Schlagen, wenn der andere zu schlagfertig war. Treten Themen breit und platt. Haben das Leben lediglich satt. Die Farben verblassen. Überall demütige Stimmung. Menschen die etwas bereuen. Die bereuen etwas in ihrem Leben falsch gemacht zu haben. Menschen die keine Lust mehr haben zu leben. Sie geben alles auf. Schmeißen alles hin. Sämtlichen Ballast werfen sie von sich und heben ab … „Frei. Freier. Freiheit.“ … Doch dann, wenn diese Seifenblase platzt, bemerkt …

Das Höchste.

Es ist wohl das höchste, irgendwann (bis hin und wieder) zu erkennen, dass mir das Leben das hellste Licht bieten kann, hinter all diesen Schatten, welcher mich oftmals erblinden lässt. Blind macht für das schöne und erstrebenswerte. Wenn ich sie finde, diese wenigen kleinen Türen, in dieser schier endlosen Welt der Möglichkeiten und mich zu meinem eigenem wahren Ich begebe, inmitten aller Wahrheit, und diese dann durchschreite, nachdem der Zweifel und die Schwächen meinen Willen kraft- und haltlos machten. Hinter diesen Türen die Gabe findend und die Kraft erkennend danken zu können, ganz egal wieviele Narben ich selbst erlitten und davon getragen habe. Den Mut dazu gewinne zurück schauen zu können und zu erkennen, dass ich nicht immer nur die Marionette der “Anderen” war, sie nicht die einzigsten waren die die Schnüre in der Hand hielten. Zu erkennen das die Vergangenheit nicht veränderbar ist, aber ich verzeihen kann. – Den “Anderen” und vor allem mir selbst. – Mich befreien kann von allen Ängsten und Bedenken, um die eigenen Mauern nicht weiter unüberwindbar in den Himmel …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …

Tagtraum.

Ich war eingeschlafen, gegen Mittag. Ermattet vom Tatendrang, von all diesen Eindrücken, die mir auf dem alltäglichen Weg durch ein scheinbar immer wieder neues Leben begegnen. Lebenszeit die mir geschenkt wurde, nachdem solch viele Entscheidungen gefallen sind und die ich bis heute für mich und mein Leben treffen musste. Manchmal bringt es mich an meine Grenzen, zumeist jedoch positiv, denn mittlerweile kann ich diese akzeptieren, denn meine Grenzen lassen mich immer wieder neue Wege finden. Und wenn ich an manchen Tagen völligst überfordert bin, lässt mich die Zeit erlauben mich auszuruhen, mich zu sortieren und einfach mal die Seele für ein paar Augenblicke in einem leichten Schlaf am Mittag nach getaner Arbeit an einem bewegten Tag baumeln zu lassen. Und manchmal passiert es, dass ich mich in diesen Tagträumen verlaufe. Tagträume die mich verwirren und doch irgendwie beruhigend sind. Mitten in diesen schrecke ich plötzlich auf. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Fühle mich schwach, ausgelaugt und leer. Was ist das, was in meinen ruhenden Geist dringt? Meine erste Intuition ist meist Verwirrung. Dann …

Realität ist ein schwammiger Begriff. – Bodenständigkeit und Abgehobenheit so naheliegend ineinander greifend. Die Krone unseres Geistes ragt so unvorstellbar weit über unsere eigentlichen Grenzen hinaus. Bei all diesen Verschmelzungen von Realitäten und “Utopien” ist es grundsätzlich wichtig zu wissen wo die eigenen Wurzeln verankert sind und an welcher Quelle wir uns nähren. Unsere Äste und Blüten können stetig in das Licht sprießen, welches unseren Geist nährt und weitere Impulse bringt. Doch wir selbst dürfen uns nicht unseres eigenen Wesens dissoziieren, sollten dem Möglichen treu bleiben und uns nicht in Träumen verlaufen.

Spiegelbild.

Mein Spiegelbild sagt mir, dass ich mich mehr und mehr an mein Ich heran taste, näher zu mir selber finde, lerne mir vertrauen zu können, mehr an mich zu glauben, um die Lebenskraft ausstrahlen zu können, die anderen Menschen helfen kann, mir zu vertrauen und an mich zu glauben. Über mein Spiegelbild muss ich oft schmunzeln und doch weiß ich genau, dass nicht gerade die lustigen Seiten des Lebens meinen Humor formten. Es ist schön dem Leben lächelnd gegenüber zu treten und sich selbst dabei zu akzeptieren. „Man sagt immer, dass die Zeiten die Dinge ändern, aber in Wirklichkeit muss man sie selbst ändern.“ Andy Warhol

Superhelden.

Manchmal fühlen sich Begebenheiten wie ein harter Schlag auf den Hinterkopf an. Manchmal verlieren wir uns vor lauter Tränen. Es ist viel leichter die Welt zu retten als sich selbst. Superhelden sind viel weniger heldenhaft als wir glauben, denn es ist viel leichter für andere stark zu sein als sich selbst zu beschützen. Es ist viel leichter eine Maske aufzusetzen als sich selbst zu vergeben. Wir sollten uns mehr vertrauen, auch wenn wir vielleicht in diesem Augenblick noch zweifeln. Uns von unserem eigenen Lachen halten lassen. Manchmal vergessen wir das Happy End. Dass man Träume zur Realität verbiegen kann. Dass man glücklich sein kann, auch wenn man nicht immer den höchsten Stern erreicht. Hin und wieder liegen Sterne einfach so am Boden herum. Man muss sie nur beachten. Vielleicht braucht man hin und wieder Schmetterlinge, damit man die siebte Wolke nicht vergisst. Oder den Zweifel. Oder den Herzensbruch. Erfahrungen kommen immer wieder, schmerzliche, wie auch wohltuende. Es wird nie eine letzte Erfahrung in unserem Dasein geben. Eins kommt immer zum anderen. Es bleibt uns immer …

Freund.

Wir leben in einer Zeit voller Anonymität. Gerade in dieser braucht es Orte der Heimat. Heimat muss nicht immer geografisch festgelegt sein. Solche Orte der Vertrautheit sind auch dort zu finden, wo ich zu Hause sein kann. Und das ist dort, wo Freunde sind. Wo Freundschaft gelebt und erfahren wird. Dort entsteht Heimat. Foto: “Rodenwald & Herr Sushi“ © by Jule in München, Marienplatz / November 2013 Echte Freundschaft zeichnet sich durch beides aus: durch eine innere Verbundenheit, aber auch durch innere Freiheit. Beides sind verschiedene Seiten des gegenseitigen Vertrauens: Unter Freunden darf ich sagen, was ich fühle, ohne alles berechnen zu müssen. Hier darf ich frei sein, um den Weg zu gehen, den ich für richtig erkannt habe. Ich brauche keine falsche Rücksicht auf den Freund zu nehmen. Ich kann in diesem Umfeld frei atmen. Und ich lasse auch meinem Freund den Freiraum, den er für sein Leben braucht. Der Freund hört genau hin, was mich im Innersten bewegt. Er hört sich in mich hinein, um zu entdecken, was die Grundmelodie meines Lebens ist. …