Alle Artikel mit dem Schlagwort: erinnerungen

Lizum: Zwischen Himmel und Erde.

Es gibt Orte, an denen bekommt man das Gefühl, man befindet sich am Ende (oder eben auf dem Dach) dieser Welt, verborgen hinter einer langen Reise oder gar nur einmal um die Ecke. Erst viel später merkt man, welche neuen Kräfte diese Orte in einem ausgelöst haben. Genauso gibt es “Stimmen”, die hörst Du nicht im Augenblick an diesen Orten. Irgendwann einmal kehren sie zurück, irgendwo auf deinem Weg durchs Leben, wenn Du einmal zur Ruhe kommst, Stille in Dir findest. Fern der Funktionalität des Alltags und der Hast die uns umgibt. Findest den Freiraum über das Leben nachzudenken. Über dein Leben. Und dann, auf einmal, flüstert sie, dann kannst Du sie hören, diese “Stimme” aus Irgendwann im Irgendwo. Nicht in deinem Ohr, sondern direkt in deinem Herzen. Sie ist Dir vertraut, aus einem Moment, in dem du diese nicht hättest wahrnehmen können, weil das Leben viel zu laut und schnell in seinem Trott verlief. Und dann, in einer völlig anderen Lebenssituation, ist sie dir auf einmal ganz nah und vertraut. In diesem Augenblick wird …

“Mit jedem Ereignis, das einen tief berührt, verliert man ein bisschen seine Unbeschwertheit. Ich glaube, dass man nach einiger Zeit nicht mehr so viel Kind ist, wie man es mal war. Aber ich glaube auch, dass einige Menschen nie ganz erwachsen werden. Dass der Vorrat an Kindheit für sie fast unerschöpflich ist. Ich hoffe, ich gehöre zu ihnen. Und ich hoffe, dass sich die Menschen, denen ich im Laufe meines Lebens begegne, an mich erinnern. Dass ihre Gespräche mit mir nicht beliebig und oberflächlich sind, sondern dass ich ihnen etwas geben kann und wenn es nur ein flüchtiges Lachen ist. Sie sollen denken, ich verstünde sie aus ganzem Herzen, auch wenn sie mich niemals verstehen werden.” Zitat :: Generation Geil – Elisabeth Foto :: Sascha Gawrilow, 1982 in Frankfurt/Oder

Es gibt sie, die Menschen, die nie davon geträumt haben, dass Artax nicht im Moor versinkt, die Menschen, die niemals Monster unter dem Bett hatten, die nicht mit Becher bewaffnet an der Tür horchten, ob das Christkind kommt, die immer gesagt haben, das Wrestling kein Sport und Super Mario kein Held ist, die Menschen, die glauben, dass man Geister nur mit Psychopharmaka und Therapien besiegen kann. Die Menschen, die sagen, dass Gegensätze sich anziehen und dass das Ziel ist, reif und erwachsen zu sein. Es gibt sie, diese Ahnungslosen. via MisterGambit

Einheitsbrei.

Der Helmut wars und sprach zur deutschen Einheit: „Für mich ist dieser Augenblick einer der glücklichsten in meinem Leben.“ (Helmut Kohl, 1990 zur Deutschen Einheit) – Und noch heute heißt es: Mauern umgestalten. Tagtäglich. Die Herausforderung der Einheit im direkten Umfeld. Die eigenen inneren Mauern fallen lassen, um anderen Seelen Zugang zu gewähren in das eigene Ich. Sich abgrenzen können, jedoch nicht ausgrenzen. Die wirkliche Einheit scheitert oftmals noch immer in unseren Herzen. Seid Mensch und glaubt an die Liebe zum Leben… Die wirklichen Hintergründe der meisten feierlichen Anlässe, die sich im Laufe des Jahres in unserem Land ansammeln, bleiben mir mangels historischem Interesses hinter einem grauen Schleier im Geiste verborgen und kann daher nicht viel mit diesem oder jenen anfangen, außer eben dass sie Feiertage sind und diese meist, aufgrund des vorherrschenden Alltags-Ruhestandes, zu einem wohligen Ambiente beitragen. Jedoch der Tag der deutschen Einheit hat für mich schon immer etwas stark emotionales, obwohl sich mein politisches, wie auch geschichtliches Wissen, doch eher im Bereich des destruktiven Unwissens und mangelhaften Interesses herum tummelt. Jedoch kann …

“…und die Wege unserer Leben ließen die Spuren hinter uns im Sommerwind verwehen und was blieb war das Gefühl zu wissen, dass Träume mehr wissen, als wir jemals wissen werden. Was jedoch wünschenswert wäre, ist mehr Mut zum Vertrauen gegenüber des eigenen Ichs und weniger Angst die Einbahnstraße auch in der Realität bis zum Ende auszufahren. Nun ist nur noch die Sehnsucht spürbar. Zurück zu diesen Augenblicken, zu diesem Moment, zu diesem Traum.”

So bist Du, Sonntag.

In manchen Stunden und an manchen Tagen lebe ich nur von der Erinnerung. Und am meisten nähre ich mich davon retrospektivisch an Sonntagen. Sie liegen alle herum, auf einem großen Haufen im Kopf. Dabei stolpere ich immer wieder über fast Vergessenes. Über einen Logarithmus, zum Beispiel. Ein total unbrauchbares Ding. Oder der Urlaub in Frankreich. Ziemlich sonnig und viel zu warm. Und man findet noch tiefe Täler und hohe Berge. Viel Sonnenschein, aber dann und wann auch Regen. Tränennasse Erinnerungen hänge ich zum sorgfältigen trocknen auf. Dann sind sie leicht. Federleicht. Dann wirbeln sie alle in meinem Kopf herum und bringen mich zum Lächeln, geben die Energie des Gegensatzes und Kraft für das was noch kommt. – So bist Du, Sonntag.

Ich habe unausgesprochene Gedanken gefunden. Sie lagen alle auf einem Haufen. Sorgfältig aneinandergereiht, warten sie jetzt auf Gelegenheiten meinem Mund zu entschlüpfen. Sie kitzeln am Gaumen. Ich bin über fast Vergessenes gestolpert. Über einen Logarithmus, zum Beispiel. Unbrauchbares Ding. Oder einen Frankreich-Urlaub. Ziemlich weinhaltig. Und da waren noch tiefe Täler und hohe Berge. Viel Sonnenschein, aber auch dann und wann Regen. Nasse Erinnerungen habe ich aufgehangen und sorgfältig getrocknet. Sie sind jetzt leicht. Federleicht. Alle zusammen wirbeln jetzt in meinem Kopf und bringen mich zum Lächeln, geben die Energie des Gegensatzes. Da ist Leben im Kopf, da ist Leben im Kopf welches heraus kommt und mich in Bewegung setzt. Fundstück aus der Quelle verlaufener Gedanken aus längst vergangener Vergessenheit.