Notizen, Texte
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Paroli.

Dort sitze ich dann, mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, in ein paar Monaten, dort im Irgendwo, im Irgendwann und werde zum wiederholten Male so ganz im Stillen zu mir sagen: „Genau das ist es, was ich damals wissen wollte. Dies ist die Lösung, welche ich von mir hören wollte. Genau diese!“ … Dies könnte ich sagen, wenn eben in einem dieser Augenblicke gewisse Idealzustände zwischen meinen Synapsen herschen würden. – Doch solche Erleuchtungen geschehen häufig eben nicht sofort im Ausgang eines gegenwärtig zu vertretetenden Standpunktes, sondern in jenem, noch heute unbekannten Augenblick in diesem Irgendwann. Denn es ist verflixt, da die meisten, ganz vielleicht entscheidensten Antworten erst im Nachhinein aus der geistigen Umnachtung ans Licht treten. Nämlich dann, wenn ich eigentlich gar nicht mehr weiß, wie die Frage gelautet hätte, hätte ich sie mir oder meinem Gegenüber stellen können, in diesem Augenblick der unabwendbaren Wichtigkeit der Beantwortung jener Fragestellung. – Und eben genau im Hier und Jetzt habe ich wieder, oder immer noch, hundert Fragen antwortlos parat und weiß doch schon jetzt, dass es keine treffendere Antwort gibt, außer eben dieser ferner dem Jetzt, die mir unerwartet paroli bieten und mich aufblicken lassen wird, zu jener Zeit im Irgendwann und Irgendwo, in der ich all diese Fragen schon längst wieder vergessen habe.
Kategorie: Notizen, Texte

von

Sascha Gawrilow, geboren am 03. November 1979 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder, heute in Leipzig lebend. Ist gelernter Maler sowie staatlich anerkannter Erzieher. Wortsuchend, laienphilosophisch, fotografisch, naturverbunden, kreativ und veloverliebt ist er als Freigeist in der Wortfinderei, Laienphilosophie, Suchtprävention und als Schreiberling tätig und ist ein überaus begeisterter Radfahrer.

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