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Konfetti im Wald.

Weil ich gerade einmal wieder mehr Fragen in meinem Kopf hatte, als ich jemals Antworten auf diese hätte. Weil ich vielleicht auch eben überhaupt gar nichts mehr dachte und sich die Taubheit drohte breit zu machen. In diesem Augenblick wollte sich alles in eine schwere gefühlslose Leere hüllen. Alles schrie nach irgendeiner wärmenden menschlichen Nähe, in dieser unendlichen Weite des Seins. Allein der eiskalte Wind blies mir durch´s Gemüt und ließ mich star und orientierungslos dort stehen, umhüllt von den dunklen Bäumen in diesem dichten Wald. Ich versuchte aufzuhören darüber nachzudenken, über diese Leere, über diese Hundertschaften antwortloser Fragen in meinem Geist.

Bis ich mir wieder bewusst wurde, dass sie schon so oft kamen – diese Nichtigkeiten. Und als ich mir darüber den Kopf zerbrechen wollte, ob sich dies nicht nur alles wieder in formlosen Strukturen verläuft, wurde mir im gleichen Moment einmal mehr dieses Wunder bewusst. Eben genau dieses Wunder des Gegensatzes der Leere und der Fülle, tief drinnen in mir. Dieses Wunder der Welt. Dieses Wunder meiner kleinen Existenz. Dieses Wunder der Suche nach der Erfüllung. Diese Wunder vielleicht doch nicht ganz allein zu sein. Dann drangen sie wieder hindurch, zwischen diesen dicken Stämmen und dem dichten Geäst der Baumkronen. Sprengten die dunklen Mauern in meinem Kopf. Ließen sie hindurch, die wärmenden Strahlen, die bis zu meinem Herz vordrangen, meinen schweren Geist zu zartem leichtem Staub aus Träumen verwandelten und im grellen Licht der Sonne wie buntes Konfetti in den grellsten Farben schimmern ließen. Und am Ende blieb dieses Gefühl in meinem Herzen zurück, dass es genau so gut ist, wie es ist.

Ganz egal, wie dunkel manche Momente erscheinen, letztendlich gibt es immer wieder einen Weg zurück zum Licht, selbst im tiefsten Wald, auf den schmalsten Pfaden, wenn man sich nicht von seiner Bitterkeit und dem Selbstzweifel erobern lässt und hin und wieder die Türen seines Herzens für die kleinen Wunder dieses Lebens öffnet. – Ich atme. Folge erneut dem schimmernden Glanz meines Lebens im Sonnenschein, tanze durch den Konfettiregen, während mir der kühle Wind tröstend das Gesicht streichelt.

Kategorie: Texte

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Sascha Gawrilow, geboren am 03. November 1979 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder, heute in Leipzig lebend. Ist gelernter Maler sowie staatlich anerkannter Erzieher. Wortsuchend, laienphilosophisch, fotografisch, naturverbunden, kreativ und veloverliebt ist er als Freigeist in der Wortfinderei, Laienphilosophie, Suchtprävention und als Schreiberling tätig und ist ein überaus begeisterter Radfahrer.

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