Texte, Unterwegs
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Flussabwärts.

Denn in manchen Zeiten nehme ich mir die Freiheit allein zu sein. Es kann etwas wundervolles sein, sich eine Auszeit von jedem und allem zu nehmen, mit dem Wissen, dass da Menschen auf der Welt sind, die für einen da sind und mit denen man die Freude über solche Momente teilen kann. Es kann etwas faszinierenderes sein, gemeinsam in sich eingekehrt zu sein, in sich zu gehen und gleichzeitig zu wissen, dass man über die allein gewonnenen Erkenntnisse über sich und die Welt sprechen oder in Stille schreiben kann. Es kann eine große ehrliche Zuneigung zu einem Menschen entstehen, wenn man ihn so kennt, wie er ist, wenn er allein ist. Es kann ein großes Vertrauen zu mir selbst entstehen, wenn ich es mir erlaube, ich selbst zu sein, wenn ich alleine bin. Und es wächst zudem gleichzeitg eine große Hoffnung, mit dem Wissen, dass ich auch schmerzlos und dennoch nah an meinem Gefühl allein sein kann. Dieses Wissen verstärkt mein Glück und den Drang mein Alleinsein zu teilen. Nicht für Andere zu leben, aber für mich mit Anderen. Mit Anderen, die einen allein so mögen, wie man allein eben ist. Es kann das größte Gefühl auf Erden sein …

Mit dem Kanu auf der “Weißen Elster” zwischen Wünschendorf – Bad Berka, Thüringen
Fotos: Sascha Gawrilow

Das Leben, es ströhmt, es fließt, wie der Fluss auf dem ich treibe. Manchmal zu langsam, manchmal zu zügig und ich immer wieder damit beschäftigt die richtige Strömung zu erwischen. Das Echo in mir hallend, es zu finden, inmitten dieser faszinierenden Einsamkeit, die mich immer weiter entlang der Ufer durch das Tal begleitet. Sie mir zu nehmen, diese Freiheit, um irgendwo dort die Gewissheit zu finden und diesem Gefühl eine Bedeutung zu geben, es Akzeptanz zu gewähren, zwischen gemeinsam und einsam …

Und so fahre ich weiter flussabwärts, mit der Gewissheit, nicht allein in meinem Boot zu sitzen und wieder anzukommen. Dazwischen anzukommen, zwischen gemeinsam und einsam.

Kategorie: Texte, Unterwegs

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Sascha Gawrilow, geboren am 03. November 1979 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder, heute in Leipzig lebend. Ist gelernter Maler sowie staatlich anerkannter Erzieher. Wortsuchend, laienphilosophisch, fotografisch, naturverbunden, kreativ und veloverliebt ist er als Freigeist in der Wortfinderei, Laienphilosophie, Suchtprävention und als Schreiberling tätig und ist ein überaus begeisterter Radfahrer.

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