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Generation Beziehungsunfähig.

„Wir befinden uns in einem anhaltenden Zustand der Selbstoptimierung. Wir wissen, dass alles noch viel besser werden kann. Bis es perfekt ist. Das Problem mit dem Perfekten ist allerdings, das man diesen Zustand nie erreicht. […] „Das eigene „Ich“ ist unser großes Projekt. Wir sind mit uns selbst beschäftigt. Wir werden zu unserer eigenen Marke. Uns beschäftigt die Frage, was unsere Individualität am treffendsten versinnbildlicht. Wir modellieren unser Leben. Wir arbeiten an unserer Karriere, an unserer Figur, und daran, unseren Traumpartner zu finden, als wäre unser Leben ein Katalogentwurf, dem wir gerecht werden wollen.“ Michael Nast – Generation Beziehungsunfähig

Viel mehr.

Wir sollten mehr von dem finden, was uns glücklich macht. Denn das Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Und gerade an Tagen, an denen wir uns des Glücks und der Zufriedenheit ganz bewusst sind, können wir es umso mehr spüren, wie dieses, im wahrsten Sinne, einmalig ist. In der Gesamtheit ist unser Leben nun einmal der längste Augenblick den wir jemals erfassen werden. Zitat aus meinem Referat “Viel mehr als nur (ein) Leben” zum Thema “Aus der Rausch – Leben mit der Sucht: Insider berichten” im Rahmen der Aktionswoche Alkohol am 16.06.2015 an der SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera

Reue.

Wenn das Schicksal ihn doch Reue empfinden ließe, brennende Reue, die das Herz zerbricht, die den Schlaf verscheucht, eine Reue, deren furchtbare Qualen einen vom Strick und vom Sturz ins Wasser träumen lassen! Oh, wie froh wäre er darüber gewesen! Qualen und Tränen sind doch auch Leben. Fjodor Michailowitsch Dostojewski Reumütig bin ich – ab und an, doch immer bezogen auf den Kontext. Betrachte ich die Reue bezogen auf mein Leben, auf mich, meine Entscheidungen und ohne das Einbeziehen anderer in meine Gedanken, kann ich klar sagen: “Nein, ich bereue nichts. Nicht eine Sekunde, nicht eine Entscheidung, nicht einen Weg, den ich eingeschlagen habe.” Sicher gibt es das ein oder andere Mal des Haderns und des Grübelns, kleine und auch große Zweifel. Doch blicke ich tief in mein Herz, lasse meine Seele sprechen, so finde ich keinen Grund zu bereuen. Ich glaube fest, dass jede Entscheidung, jeder Schritt seinen tieferen Sinn hat. Die einen nennen es Schicksal, andere glauben – woran auch immer. Auch wenn es manchmal die “falsche” Entscheidung gewesen zu sein scheint oder …

Realität ist ein schwammiger Begriff. – Bodenständigkeit und Abgehobenheit so naheliegend ineinander greifend. Die Krone unseres Geistes ragt so unvorstellbar weit über unsere eigentlichen Grenzen hinaus. Bei all diesen Verschmelzungen von Realitäten und “Utopien” ist es grundsätzlich wichtig zu wissen wo die eigenen Wurzeln verankert sind und an welcher Quelle wir uns nähren. Unsere Äste und Blüten können stetig in das Licht sprießen, welches unseren Geist nährt und weitere Impulse bringt. Doch wir selbst dürfen uns nicht unseres eigenen Wesens dissoziieren, sollten dem Möglichen treu bleiben und uns nicht in Träumen verlaufen.

Grenzen(los).

Und natürlich reden wir uns viel zu viel ein oder lassen uns sagen wie wir sein müssen, um passend zu sein für mehr Individualität und Freiheit an der Teilhabe des globalisierten Lebens. Und daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen einen an der Waffel haben und inkompatibel werden mit der Funktionalität in einer “Welt der offenen Türen” und vor allem mit sich selbst. Man kann sich schnell überflüssig fühlen. Sich selbst überflüssig machen und irgendwann fühlen nicht mehr gebraucht zu werden. Man kann dies alles ganz schnell, auch das ist Freiheit, aber eines sollte man dann nicht tun: Sich darüber wundern. Denn dies ist wirklich kein Wunder, wenn alles nach Selbstverwirklichung schreit und orientierungslos in die Grenzenlosigkeit strömt …

Momo.

“Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, daß einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und Leben wohnt im Herzen.” Michael Ende, Momo

Zum Glücklichsein braucht es einen Willen.

“Ich hab lang überlegt, was es braucht. Während du vor dich hin schluchztest, weil du vom Leben gefickt wurdest, habe ich überlegt, was es braucht, um dich glücklich zu sehen. Was ist es, was dir fehlt? Was ist es, das es braucht? Du sagst, es fehlt dir an Begabung, es fehlt dir an Talent. Als Gott das Glück verteilt hat, hast du das verpennt und jetzt seist du verdammt dieses Leben zu führen und von deinem Dasein kann dich keiner befreien. Aber ich gab nicht auf. Und am nächsten Tag stand ich vor deinem Haus mit einem Knabenchor und sang Liebeslieder zu deinem Fenster empor. In der nächsten Nacht habe ich dich dann nach Paris gebracht. Wir sind über die Seine gegondelt und ich habe dir Sterne vom Himmel geangelt. Aber als ich deinen Geburtstagskuchen mit Liebe füllte, hat das genauso nichts gebracht wie mein Geschenk – eine rosarote Brille – und da war mir klar, was dir zum Glücklichsein fehlt: Der Wille.” Franziska Holzheimer

Keith Green, 1972.

„Türme  der Glückseeligkeiten, die auf Sand der Verwirrung aufgebaut sind, brechen normalerweise zusammen. Ich grabe tief, ich grabe tief, ich muß diesen festen Felsengrund finden. Ich grabe tief, ich wasche mit Wasser und reinige die Erde. Wenn ich ein solides Ich finde, falls es eines gibt, baue ich mir eine Heimathütte in meinem Herzen. Und teile sie vielleicht mit einer anderen soliden Seele.”