Alle Artikel in: Fotografie

Renovia.

Manchmal kommt es vor, dass ich in mir, die tief verborgene Leidenschaft meiner früheren Berufung des Malers und Raumgestalters verspühre und dann praktischerweise, anstatt meinen lieblichen Worten und Gedanken wohlklingende Farben zu geben, doch die künstlerischen Freiheiten an den eigenen vier Wänden auszuleben. Tat ich mich doch eher beschwerlich bei 35° Grad im Schatten mit meinem Fahrrad vor die Tür zu gehen, um ein paar sommerliche Fotos zu machen, wie es eigentlich für die Pfingsttage geplant war, so fand an diesem doch sehr heißen Pfingstwochenende in meinen, vor einigen Wochen neubezogenen, heimischen Gefilden ersatzweise der vorerst letzte Feinschliff statt. Der süßliche Geruch stark pigmentierter Schaffenskraft verfliegt allmählich in das grelle Licht des kommenden Sommers und in mir bleibt etwas mehr als nur ein wenig Stolz und Wohlfühlambiente zurück.

Wenn der Abend in Stille Bände spricht.

Foto: Sascha Gawrilow Es scheint so etwas wie “tote Tage” zu geben. An denen steht man nur neben sich, fühlt sich als sei man sein eigener “Patient” und weiß nicht mehr was man zu sich sagen soll. Die gesetzten Ziele werden zu Ballast, halten mich fest und das Tageslicht schmerzt. Dann irgendwann ist der Punkt erreicht, ein Schrei, ein Fluchen, einen Moment im Verlust der Kontrollierbarkeit, bevor der letzte Funke von Motivation erloschen ist. Da sprach nicht der Irrsinn oder die Hoffnungslosigkeit, sondern das “Ich” aus dem Zwang der Kontrolle. Und eines ist wieder ins Bewusstsein getreten: Es gibt keine “toten Tage”, tot mach ich mich selbst, wenn ich mein eigen aus meinem Leben ausschließe. Und dann will ich wieder “Guten Morgen, Leben!” in den Tag hinein schreien. Will fragen wann wir wieder fliegen? Nur im fliegen können wir sehen, was bewegt. Nur im fliegen ist mancher Dialog der Seele nur halb so laut. Einfach wieder fliegen, denn die Antworten auf die Fragen des Lebens, lassen sich leichter in der Nähe der Sonne finden. Hoch …

Spiegelbild.

Mein Spiegelbild sagt mir, dass ich mich mehr und mehr an mein Ich heran taste, näher zu mir selber finde, lerne mir vertrauen zu können, mehr an mich zu glauben, um die Lebenskraft ausstrahlen zu können, die anderen Menschen helfen kann, mir zu vertrauen und an mich zu glauben. Über mein Spiegelbild muss ich oft schmunzeln und doch weiß ich genau, dass nicht gerade die lustigen Seiten des Lebens meinen Humor formten. Es ist schön dem Leben lächelnd gegenüber zu treten und sich selbst dabei zu akzeptieren. „Man sagt immer, dass die Zeiten die Dinge ändern, aber in Wirklichkeit muss man sie selbst ändern.“ Andy Warhol

Freund.

Wir leben in einer Zeit voller Anonymität. Gerade in dieser braucht es Orte der Heimat. Heimat muss nicht immer geografisch festgelegt sein. Solche Orte der Vertrautheit sind auch dort zu finden, wo ich zu Hause sein kann. Und das ist dort, wo Freunde sind. Wo Freundschaft gelebt und erfahren wird. Dort entsteht Heimat. Foto: “Rodenwald & Herr Sushi“ © by Jule in München, Marienplatz / November 2013 Echte Freundschaft zeichnet sich durch beides aus: durch eine innere Verbundenheit, aber auch durch innere Freiheit. Beides sind verschiedene Seiten des gegenseitigen Vertrauens: Unter Freunden darf ich sagen, was ich fühle, ohne alles berechnen zu müssen. Hier darf ich frei sein, um den Weg zu gehen, den ich für richtig erkannt habe. Ich brauche keine falsche Rücksicht auf den Freund zu nehmen. Ich kann in diesem Umfeld frei atmen. Und ich lasse auch meinem Freund den Freiraum, den er für sein Leben braucht. Der Freund hört genau hin, was mich im Innersten bewegt. Er hört sich in mich hinein, um zu entdecken, was die Grundmelodie meines Lebens ist. …

Treiben mit dem Wind.

Weg treiben mit dem Wind, wie eine Wolke. Schweben und für ein paar Augenblicke nur den Halt zum Boden verlieren. Wegfliegen, wegtreiben, von alle dem was auf Erden so wichtig scheint. Denke manchmal, ich wäre die Sonne, die dauerstrahlt, egal, ob es gerade regnet, stürmt oder schneit. Ganz unbeirrt über all das hinweg strahlen, was so sorgenvoll im Schatten liegt. Denke manchmal, ich wäre, nur um des “Sein” Willen, nur dafür und nicht um Güter zu sammeln oder Menschen zu ergötzen. Nein, einfach nur um das Leben zu atmen, zu existieren, wie die Wolke und die Sonne. Fotos: Sascha Gawrilow Und ich will fliegen, schweben, kreisen über die Wälder, über Gebirge, nach hause, mit dir. Wir wollen fliegen wohin uns das Gefühl treibt. Wir fliegen. Wir fliegen zusammen und blicken herunter auf Seen, Wiesen, Wälder, Häuser. Alles fliegt. Ich fliege. Sie fliegt. Die Schmetterlinge im Bauch sie fliegen. – Und dann fällt es mir auf, wie sehr ich doch ganz irdisch und erdgebunden schwerelos sein kann. Mit dir. Mit mir. Mit uns. Mit all diesen …

Ein Versprechen.

Wenn ich mir selbst etwas versprechen will, dann verspreche ich mir eines: Ich verspreche mir, dass alles was ich denke, alles was ich fühle, alles was ich gebe, einfach alles tief aus meinem Herzen kommt. Dass ich denke was ich fühle, dass ich fühle was ich denke, das ich lebe was ich will, dass ich will was ich lebe… Ich nehme mir Zeit, nimm mir einfach einmal die Zeit… Ich nehme sie mir, denn sie gehört mir… Ich gehe zu meinen Lieblingsplätzen in den nahen Wäldern, alleine. Setze mich hin, alleine. Denke nach, alleine. Frage mich diese kleinen großen Fragen. – Ist alles so in Ordnung wie es ist? – Bin ich unzufrieden? Mit mir? Mit anderen? – Dann stehe ich auf und gehe etwas. Ein kleiner Spaziergang. Ein Ausflug? Ein Ausflug zu einer neuen Einstellung? Einer anderen? Laufe einfach weiter, erstmal ohne ein direktes Ziel. Laufe, laufe und denke weiter nach. Welchen Weg gehe ich? Welchen werde ich gehen? Welchen sollte ich gehen? Ich nehme mir Zeit. Wie ist mein weg bisher geebnet? Bergauf? …