Autor: Sascha Gawrilow

Erlebnispädagogik an der Bleilochtalsperre.

Yay! Am Sonntag ist endlich wieder Bikepacking‬-Zeit. Nach nun fast 14 Tagen viel zu viel Onlinemedienarbeit und den ersten zwei Schultagen im neuen Ausbildungsahr bin ich auch schon wieder reif für das leise Leben und die Freiheit auf dem Rad. Dann geht´s per Pedale an die Bleilochtalsperre Saalburg, jedoch in diesem Jahr nicht zum abhotten und durchfeiern beim SonneMondSterne Festival. Diesmal gibt´s ordentlich Erfahrungszuwachs und Perspektivenwechsel in Form einer erlebnispädagogischen Woche. Klingt spannend? Ist es auch! – Und ganz bestimmt kommen neben einer Menge neuer Erfahrungen auch tolle Bilder dabei raus. Also ich bin gespannt und freue mich wie Bolle! – Bike on!

The Others Mixtape

  Ich verliere mich. Verliere mich in der Zeit. Verliere mich im Tag. Verliere mich in Erinnerungen. Verliere mich im Leben. Ich irre nicht herum. Auch irre ich mich nicht. Fühle, dass ich mindestens aus Zweien bestehe und doch keinem mehr oder weniger angehöre. Verliere mich im Zweifel. Spüre jedoch, nah an meinem Herzen, wie ich immer wieder versuche zu meinem Ich zu gelangen und verliere mich weiterhin. Verliere mich in Träumen, verliere mich in Lieben, verliere mich in Hoffnungen. Ich verliere mich ständig und halte doch an dem fest, was mich hält. Halte mich ganz fest am Loslassen und falle in den nächsten Augenblick. Falle unwiderruflich in meine Zukunft und höre diese Melodien, während ich mich wieder in diesen verliere, gerade weil ich im “mich verlieren” grenzenlos zu leben scheine, die Musik mir erlaubt mich fallen zu lassen und sie mich im selben Augenblick wieder auffängt. Playlist 01. Thom Sonny Green — Vienna 02. Laiks — Pollen Dreams 03. Landside – Chains (Beacon Reamix) 04. Nikonn – „Frame“ 05. Bogatzke — Keep Your Friends …

440 Kilometer Heimat per Pedale.

Meine erste mehrtägige Radwanderung absolvierte und erlebte ich vom 01. Juli bis zum 08.Juli 2016. Auf der 7-Tage-Tour ließ ich mich auf den insgesamt zurückgelegten knapp 440 km bei Wind und Wetter von der Vielfältigkeit unseres schönen Thüringer Landes verzaubern. Mit Rad, Zelt und meinen Gedanken im Gepäck, vor mir liegend der Weg, hinter mir, Kilometer für Kilometer, mehr und mehr wunderschöne Eindrücke die in mir auf dieser Reise zurück blieben. Es sind diese Momente während der Tour, wie auch ganz besonders das zur Ruhe kommen am Ende einer jeden Tagesetappe, welche erkennen lassen, dass sich jegliche Anstrengung und Herausforderung lohnt auf sich zu nehmen. Festzustellen, dass es doch das schönste ist, gerade jetzt hier zu sein und Heimat im Herzen zu spüren. Glücklich zu sein, diese Erfahrungen zu (er-)leben. Hier nun ein kleiner Reisebericht. Die Vorbereitung Grobe Tourplanung und „Bikepacking“ 1. Tagesetappe, 01. Juli 2016: Gera nach Hohenfelden (ca. 90 km) Die weitere Route führt mich dann in unsere wunderschöne Landeshauptstadt Erfurt, in der ich die Städtekette Richtung Kranichfeld – Hohenfelden verlasse, nachdem ich …

Stadtauswärts.

“Und nur wer tief in das Meer des Lebens tauchen kann, versteht es auch, hoch in seinen Himmel zu fliegen.” – Hans Kruppa Unter dem Sonnenglanz, inmitten des Farbenspiels, schwinge mich heraus aus dieser Stadt. Hinaus aus diesem Alltag. Diese Zeit ist meine. Ich erlaube mir aus dem Rahmen zu fallen, um weich zu landen, während die Musik in meinem Kopf mich aus der Reihe tanzen lässt. Ich tauche unter allem Geschwätz hinweg, um am Ufer der Phantasien, jenseits aller Anforderungen und Zielsetzungen, wieder aufzutauchen und für ein paar Momente zu erleben wie dem Ernst des Lebens das Lachen vergeht. Alles will leuchten und ich blicke mit strahlenden Augen in bezaubernde Gemälde, die mich zu einem Teil dieser werden lassen. Tauche hinab in dieses Meer des Spiels von Licht und Schatten. Atme diesen Augenblick tief ein, während die Zeit langsamer und langsamer zu vergehen scheint, das Lächeln im Hier und Jetzt gute Gründe findet länger auf meinem Gesicht zu verweilen. Diese Zeit ist meine und jedes weitere Wort scheint überflüssig, jeder weitere Gedanke wie ein …

Schwund.

Was mir an allem Leid, Krieg und Terror in unserer Gegenwart am meisten Angst macht, ist die Tatsache, dass mich das alles irgendwie nicht mehr wirklich schockiert und ich abzustumpfen drohe. Aber vielleicht ist dies auch ganz menschlich, um nicht selbst die Nerven zu verlieren und einen klaren Kopf zu behalten. Bild via Kathrin Weßling auf Facebook

Am Kulkwitzer und Cospudener See.

Unser Fahrradgespann auf der „Tour de Kulki“ Camping am Kulkwitzer See und ausgiebige Radltouren im und um das Leipziger Neuseenland. Ein Kurztrip, der wieder einiges an Eindrücken hinterlassen hat. Ein Dank geht an meine Tourbegleitung Ronald, der in den vergangenen Tagen nicht nur Unmengen an Geduld und Ausdauer aufbringen musste, sondern es zudem auch realisierte, dass wir nicht ganz auf kulinarische Genüsse einer guten Hausmannskost verzichten mussten. Und was ist natürlich das Beste am Ende einer jeden absolvierten Tour? – Die nächste steht schon am Start, denn der Sommer ist noch nicht vorbei… In den frühen Morgenstunden starteten wir unsere Tour in Gera, immer dem Elsterradweg Richtung Leipzig entlang. Die Fahrräder bepackt mit Zelt, Isomatten und sonstigen Utensilien für unser geplantes Camping am Kulkwitzer See im Leipziger Neuseenland. Es war meine erste mehrtägige Radtour mit Begleitung, denn mein alter Kumpel Ronald ging das Experiement ein, mit mir diese Fahrt zu absolvieren. Bisher unterahm ich meine Radwanderungen doch eher allein aus „inspirativen“ und spirituellen Gründen. So war es für mich schon etwas Besonderes unterwegs einen Gesprächspartner …

Göltzschtalbrücke.

Eine Radtour am Sonntag an die Göltzschtalbrücke bei Mylau im Vogtland. Nach einer doch erschwerlicheren Tour über den steigenden Elsterradweg von Gera über Berga und Greiz, wurde ich am Ende von diesem imposanten Bauwerk für die Strapazen belohnt. Das Besondere an der Eisenbahnbrücke über den kleinen Fluss Göltzsch sind die Größe des Bauwerks und die Bauart. Es handelt sich um die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Fotos: Sascha Gawrilow

Burg Posterstein im Abendlicht.

Seht nur dieses Gold des Sommers. Die Luft ist still, als atme man kaum. Melodien von Farben entfalten sich inmitten dieser Sommerhitze, geben dem Herzschlag einen neuen Takt. Ich atme tief, blinzel in den Glanz der Sonne. Alles und jede Begegnung fusionieren zu einem Tag, finden zusammen zu einem Gebilde. Das Leben ist gut, es ist bunt und es ist unsere Zeit. Romantischer Sonnenuntergang mit Blick zur Burg Posterstein, Thüringen Solch ein wundervoller warmherziger Ausklang zur heutigen Radtour. In der Ferne – wie sinnbildlich – ein Gemälde der Losgelöstheit, gezeichnet vom Augenblick in einem stillen Moment. Nun ist es dunkel, nur noch das Zirpen aus den Gräsern und das Quaken vom nahen Wiesenteich ist unter diesem klaren Sternenhimmel zu hören. Sie werden zu Melodien die mich treiben lassen, ein bisschen näher hin zu den funkelnden Sternen… Da bleibt nur noch zu sagen: Gute Reise durch diese Nacht in den neuen Morgen. Ich bleibe noch ein wenig sitzen, inmitten dieser Schönheit und Sentimentalität. Schweige. Text & Fotografie: © 2016 Sascha Gawrilow

Postkarte aus dem Augenblick.

Während der Blick schweigend auf dem See liegt, atme ich die Ruhe ein. Friede macht sich in mir breit. Friede so glatt und in der Ruhe liegend, wie die glänzend schimmernde Wasseroberfläche unter der warmen Sonne, die das tiefe Blau des Himmels hell mit ihrem Licht überstrahlt. Mir wird bewusst, dort spiegelt sich das Leben. Zu manchen Zeiten ist es ruhig, sanft in seiner Bewegung und doch kann es augenblicklich Wellen schlagen. Kreise ziehen und an die Ufer schlagen. Und das wird es, ganz bestimmt. Ich fühle mich bereit und doch lasse ich mir nicht die Ruhe des Augenblicks nehmen, zu gegebener Zeit, die kommenden Stürme zu meistern. Vielleicht habe ich jetzt einen entspannten Landgang, doch bin ich bald wieder der Kapitän meines Bootes und werde den Kurs über die tosenden Wellen des Lebens, jenseits dieses Sommers, halten. Der Blick verweilt in dieser Schönheit, während die Gedanken lebendig in die Ferne schweifen. Schaue hoch ins Himmelszelt, will dieses prächtige Licht einfangen. Unten am Boden erblicke ich manch glänzende Perle dieser Faszination im Augenblick. Sie lässt …