Monate: Dezember 2016

Spuren im Schnee.

Einen Fuß locker auf das Knie des anderen Beins gelegt, sitze ich schweigend in der Nacht. Unter meiner dicken Mütze spielen die Gedanken Melodien in meinem Kopf und wechseln sich damit ab, mit ihrem eigenen Soundtrack zwischen gestern, heute und morgen die kalte Nacht zu durchbrechen. Die Luft vor meinen Augen kristallisiert sich mit jedem Atemzug. Wie ein Kaleidoskop bricht sich das Licht des Mondes in meinem Atem und taucht den Boden vor mir in ein Lichtspektakel wie in 1001 Nacht. Um mich herum fällt kleiner, weicher Pulverschnee. Nicht viel. Gerade genug um im Licht des Mondes und der Straßenlaternen zu tanzen. Der Platz vor mir ist weiß. Keine Spuren im Schnee. Kein Mensch hat bisher die Schneefläche betreten. Es hat etwas erhabenes in diesem Moment hier anwesend zu sein. Zu sehen wie schnell etwas auf so natürlicher Art und Weise verschwinden kann, wie die Vergänglichkeit in einem Zeitraffer. Wo vor zehn Minuten noch ein Platz war ist jetzt eine kahle, kalte, Zentimeter hohe Decke aus feinsten Eiskristallen, in der der Schall sanft unterzugehen scheint …