Monate: Oktober 2016

Nah der Sehnsucht.

Ich spüre den Wind auf meiner Haut. Er ist noch frischer hier am Fluß als in den kühlen Gassen der grauen Stadt. Doch das Sonnenlicht ummantelt noch warm die ersten Vorboten des nächsten Winterzyklus. Ich erwische mich dabei wie ich lächelnd meine Augen schließe und in mir Sehnsucht aufsteigt. Eine Sehnsucht die mich traurig und zugleich hoffnungsvoll werden lässt. Spüre wie sich eine Träne ihren Weg über meine Wange bahnt. Jedoch verschwende ich diese nicht in Traurigkeit, weil mir mehr als bewusst ist, in diesem Moment allein am Ufer dieser Schönheit zu stehen. Ich höre dem Rauschen des Flußes zu, wie es dem Leben gleicht, wie es ohne Pausen Episoden der Lebendigkeit erzählt. Ich atme tief den Duft dieses Augenblicks. Rieche den frühen Herbst, schmecke Salz in der Luft. Ich schenke diesem mich ganz und gar umgebenden Rauschen meine Träne, verschwende sie nicht an Hoffnungslosigkeiten. Sonnenstrahlen blitzen durch die schweren Wolken, die tiefgrau unermütlich darauf bestimmt sind das reine Blau des Himmels verdecken zu wollen. Der noch übrige Sonnenglanz berührt meine schweren Augenlider. Sie kitzeln …

Erlebnispädagogische Woche in Kloster bei Saalburg.

„Zusammenkommen ist ein Anfang, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist Erfolg.“ (Henry Ford) Vom 14.08. bis zum 19.08.2016 erlebten wir Schüler der Klassen E14/1 und E14/2 der SBBS Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik Gera ein ganz besonderes Ereignis in unserer Erzieherausbildung. – Einige fieberten schon eine geraume Zeit darauf hin. – Es hieß die erlebnispädagogische Woche in Kloster bei Saalburg oder in Plothen zu absolvieren. In der Erlebnispädagogik geht es darum konkrete und gemeinsame Erfahrungen in der Gruppe zu sammeln und Möglichkeiten zu bieten über individuelle und ganzheitliche Aktionen eigene Fähigkeiten, wie zum Beispiel in der Kooperations- und Teamfähigkeit zu stärken oder aber auch körperliche Leistungen auszutesten und zu erfahren. Dafür bekamen wir in Kloster bei Saalburg definitiv die Möglichkeit … Zu Beginn der Woche konnte man noch hier und da noch kleine Unsicherheiten und Differenzen zwischen den Gruppen, bzw. den Klassen verspüren. Jedoch konnten diese kleinen „zwischenmenschlichen Hürden“ schon nach den ersten gemeinsamen Aktionen, angeleitet durch unsere Teamer des Seesport und Erlebnispädagogischen Zentrums Kloster, in den ersten Stunden abgebaut werden. Von der ersten Minute an, …

Quergespalten.

Und es ist gerade eine komische Zeit. Nicht bedenklich, aber bedenkenswert. Fühle ich mich innen drin, als bestehe ich aus Zweien und gehöre doch zu niemanden. Weiß die eine Hälfte, was zu machen ist, ist die zweite ganz ereifert still zu halten und das “Etwas” zwischen diesen, welches wohl das “Ich” sein sollte, fühlt sich erdrückt und zu Weilen fast ohnmächtig. Nichts stellt sich in einen klaren strukturierten Schein, alles ist abstrakt. Aber hinter diesen persönlichen Dekonstruktionen liegt kein Irrsinn, es ist im Wesentlichen das Wissen über die Angst, welche im Nichtwissen gar nicht erst zum Vorschein käme. Seit Wochen drehen sich die Fragen nur darum woher sie kommen und warum die Worte fehlen um zu sagen was ich denke, weil ich es gerne weitertragen würde, dieses Wissen der Ungewissheit. Doch es gibt da keinen Anfang und kein Ende, wo ich eingreifen könnte, da alles im Fluß ist und doch still steht. Alles bewegt sich immer weiter vorwärts und rückwärts zugleich. Ich schwimme zu Zielen, die doch nur wie Rettungsringe auf hoher See erscheinen, und …

Von Feiertagen und der Einheit.

Mauern umzugestalten gilt für jeden einzelnen von uns. Tag für Tag und dass in sämtlichen Bereichen unseres Zusammenlebens. Gerade die Einheit mit unserem direkten Umfeld ist immer wieder eine große Herausforderung. Jedem Menschen muss es natürlich hin und wieder möglich sein sich abgrenzen zu können, jedoch nicht auszugrenzen. Dazu sollten wir kreativ den gemeinsamen Umgang miteinander und füreinander gestalten. Das gilt nicht nur für Beziehungen in Ost und West, sondern auch für jene zu unseren Partnern, Familien, Freunden und den uns Tag für Tag begegnenden Menschen. Die Einheit scheitert nicht an der Politik oder am Ost-West-Konflikt, sondern in unseren Herzen zueinander. Vielleicht sollten wir es uns manchmal mehr erlauben „Mensch(lich)“ zu sein, denn leben funktioniert nur gemeinsam und mit Kompromissbereitschaft. „Für mich ist dieser Augenblick einer der glücklichsten in meinem Leben.“ (Helmut Kohl, 1990 zur Deutschen Einheit) Die wirklichen Hintergründe der meisten feierlichen Anlässe, die sich im Laufe des Jahres in unserem Land ansammeln, bleiben mir mangels historischem Interesses hinter einem grauen Schleier im Geiste verborgen und kann daher nicht viel mit diesem oder jenen …

Dazwischen.

Ich sehe den Nebel über den Feldern. Sehe das braune Gras unter meinen Füßen. Sehe das Fallen der Blätter an den Bäumen. Sehe das Grau oben am Himmel. Ich schaue dazwischen. Ich lausche den Liedern der Vögel. Lausche den Kinderfreuden aus dem Dorf. Lausche den Melodien ferner Kulissen. Lausche den Klängen dieser Gegenwart. Ich lausche dazwischen. Ich spüre die Morgenfrische an meiner Nasenspitze. Spüre den Morgentau an meinen Fingern. Spüre meinen pochenden Herzschlag. Spüre tief meine Menschlichkeit. Ich spüre dazwischen. Ich sehe, höre, spüre, in aller Stille. Das Dazwischen verbindet eine Dankbarkeit. Zwischen Vergänglichkeit und Sehnsucht. Zwischen Himmel und Erde allen Seins.