Monate: Juli 2015

Schweigende Worte.

Manche Tage sind das blanke Chaos. Der Gegensatz vom blanken Weiß des Blattes, welches sich vor mir auf dem Tisch befindet. Ich starre darauf, während das Innerste verwirrt ist, im Versuch perfektes zu schaffen und sich im Wille des Wollens und an den Grenzen des Machbaren tiefe Gräben des Grübbelns schafft. Verkrampftes Denken und Sehnen nach einem Ausweg. Der Verstand will resignieren, er hat keine Chance. Die Hand zittert vor Wut, das Herz rast, ausgelöst dieses Gedankens der Resignation. Unmöglich etwas von dem festzuhalten was bewegt, in diesem Zustand des Zwanges loszulassen. Aber ich kann fühlen wie es wieder kommt, ganz allmählich, dieser Zustand indem das Innerste wieder mein zuhause ist bevor der drohende Wahnsinn sich entfalten kann.  Und das weiße Blatt, vor dem ich sitze, hält den Atem an. Genau wie ich. Es saugt die Luft ein in der die Worte schweben, die beschreiben könnten, was zu beschreiben wäre in diesem absurden Jetzt. Sie wabern, ganz weich, unförmig, wartend, ganz still und gespannt im Stillstand des Moments, der den gesamten Raum für sich einzunehmen …

Saltare.

Foto: Sascha Gawrilow, Selbstportrait 2015 Weil wir es uns hin und wieder verdient haben, mittendrin zu stehen, mittendrin in diesem Leben. Es spüren zu dürfen mit all seiner Kraft, auf den Wellen von wummernden Basslines und psychedelischen Melodien. Inmitten von Menschen die in jenem Augenblick auf der gleichen Welle surfen, das selbe Glück empfinden. Das Leben ist vielleicht nicht immer bunt, wir alle sind nicht immer eins und gerade deshalb sollten wir diese farbigen Momente nicht ignorieren, wenn wir drohen uns im Trott von alltäglicher Griesgrämigkeit zu verlaufen. Denn gerade diese Erinnerungen inmitten des Mittendrins sind es, die uns halten wenn wir fallen. Und wie schade wäre es doch, wenn wir fallen und fallen und nichts käme in den Kopf, was uns sagen würde: “Blick nach vorne, auch wenn mancher Sturm die Tränen aus den Augen lockt. Blick nach vorn und finde die nächste perfekte Welle mit Menschen die sich auf der selbigen befinden.” Und vielleicht sind es wieder nur ein paar Momente die es uns erlauben aufzutanken. Aber genau das ist es, dieses Surfen, …

Replay.

Plötzlich stehe ich da und möchte, dass manches so wie früher ist. Möchte, dass ich bloß verantwortlich für mich und meine Träume bin. Da sind all die bekannten Gesichter, die ich schon lange nicht gesehen habe. Die Stimmen und das Lachen schweben durch den Raum und machen es mir schwierig wieder zu gehn. Mit jeder Stunde die der Tag verliert werde ich schwerer, bis ich irgendwann wieder am Boden der Tatsachen angelange und weiter meine Wege gehe. Weiter große Fußabdrücke hinter meine kleinen setze. Die Welt, sie dreht sich weiter, ich gebe mir Mühe im Augenblick dieses Gedankens nicht weinerlich zu werden, da ich vom Fliegen träumte und mich nicht darum kümmerte wie hart der Boden eigentlich ist, wenn man fallen würde. Nun werde ich mir bewusst, dass der Boden nur die Basis für so manchen Luftsprung ist. Plötzlich stehe ich da und frage mich, ob ich wirklich alles nochmal genauso machen würde wie bisher. Wie oft wird einem gesagt, man solle doch froh sein, diese oder jene Zeit hinter sich gelassen zu haben. Aber …

Hymnen.

Früher dachte ich, irgendwann müssten sämtliche Melodien doch gespielt worden sein. Doch die Töne fanden und finden noch immer zu neuen Variationen. Dann liefen mir die Worte über den Weg, gaben meinen Gedanken einen festen Boden um weiter gedeihen zu können. Doch wiederholten sich mit der Zeit manche Überlegungen und Wortkombinationen. Dann dachte ich, die Worte sind jene die irgendwann leer zu sein scheinen. Ich fing an ausdruckslos zu schweigen und fand in der Stille zu ganz neuen Varianten. Und so konnten Melodien zu Geschichten werden, Worte zu Musik. Dann wurde es mir klar, der beste Songwriter eines ganz großen Liebesliedes an die persönliche Entfaltung steckt inmitten meiner eigenen Kreativität. Wir müssen uns nur genug Zeit geben wollen, um die eigenen Melodien und Texte zu finden, um zu fühlen was wir sind, immer weiter Hymnen an das Leben schreibend.