Monate: Juni 2015

Fliegende Herzen.

Fliegende Herzen über dem Jazz- und Weinfest auf dem Mohrenplatz in Gera Original Fotos: Inez Linstaedter Ich breite meine Arme aus. Schwebe hinauf. Löse mich von der fesselnden Lähmung. Fliege immer weiter über meine Lebenslinie. Gleite dahin, frei von allen Erwartungen, weit über Mauern hinweg. Ich schwebe ziellos durch die Lüfte, alles andere als geradlinig. Schwebe hinein inmitten einer tanzenden Unendlichkeit. Und noch bevor ich mich dort oben verliere, spüre ich den Anker, der mich am Boden hält. Und doch bin ich in diesem Moment erfüllt von Liebe.

Viel mehr.

Wir sollten mehr von dem finden, was uns glücklich macht. Denn das Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Und gerade an Tagen, an denen wir uns des Glücks und der Zufriedenheit ganz bewusst sind, können wir es umso mehr spüren, wie dieses, im wahrsten Sinne, einmalig ist. In der Gesamtheit ist unser Leben nun einmal der längste Augenblick den wir jemals erfassen werden. Zitat aus meinem Referat “Viel mehr als nur (ein) Leben” zum Thema “Aus der Rausch – Leben mit der Sucht: Insider berichten” im Rahmen der Aktionswoche Alkohol am 16.06.2015 an der SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera

Begegnung.

Manchmal frage ich mich, ob meine Träume vielleicht nichts weiter als nur Illusionen sind. Kommt das Gefühl in mir hoch, dass mein Leben mir nicht schenkt, was ich mir so sehr wünsche – und dass all meine Mühen, die ich mir gebe, um meine Sehnsüchte zu erfüllen, vergeblich sind. Denke in ruhigen und vor allem dunklen Momenten darüber nach, ob meine Ansprüche hier und da vielleicht doch zu hoch sind? Doch dann kommt es mir ins Bewusstsein, dass ich nicht alleine bin, dass wir alle gebrannte Kinder sind und wir mehr als nur einmal enttäuscht und verletzt wurden. Ob nun von außen oder eben von uns selbst. Diese Erfahrungen machen uns ängstlich und lassen uns verhärten, ziehen einen Zaun um unser Herz und eine Mauer um unsere Seele. Fühlen uns allein. Doch wir sollten uns nicht in dieser Verschlossenheit verlieren und stehen bleiben. Dürfen uns dieser Schwere nicht hingeben. Es gilt so offen wie möglich zu leben und nicht ständig zu befürchten, dass sich unsere Entäuschungen wiederholen werden. Denn es könnte sein, dass wir schon …

Im Jetzt.

Wenn denn der Augenblick die extremste Form der Gegenwart ist. Der Moment der soeben noch nicht war, jetzt ist und doch gleich nicht mehrsein wird. Was könnte das Leben für ein Opium der Wahrnehmung sein, wenn wir befähigt wären uns dessen in jeder Sekunde eines Augenschlags bewusst zu sein? Doch ist es wohl wie mit allem: Zu viel des Guten gibt den Oberflächlichkeiten zu viel Spielraum zur Entfaltung und zu wenig Tiefe fürs Besondere um ins Herz zu gelangen. Aber hin und wieder sich dessen bewusst zu werden, bescherrt ein leichtes augenblickliches Kribbeln. Weniger ist halt doch noch immer mehr. So findet mancher Augenblick seine Fasziantion und Schönheit in der Ferne, hoch im Himmelszelt oder auf dem Boden verweilend. Lässt mich inspirieren und findet in mancher Vielfältigkeit, oder vielleicht gerade im Minimalismus, seine volle Entfaltung in meinem Herzen. Dann möchte ich sie mitnehmen, diese kleinen Momente, all diese Welten in und um mich herum. Sie fixieren und ihnen dennoch einen Freiraum lassen, um selbst sprechen zu können. Will diese formen und gestalten, immer neue Farben …