Monate: Januar 2015

Kraft der Stille.

“Harrachov Winter Sunlight.” Harrachov, Czech Fotos © 01/2015 by Sascha Gawrilow Einsamkeit, du Kraft der Stille. – Du Macht. Verwebst im Bunt der Stundenzahlen, grau – schwarze, lange Bänder. Entfachst, trotz goldener Sonnenstrahlen, ein trübes Licht. Bittersüß kriechst du ins Innern, schleichend und leise. Schickst die Erinnerung, melancholisch, auf Vergangenheitsreise. Legst Gestern und Morgen in die Waagschale des Jetzt`s. Belachst,  die fahlen Grau – Gesichter, aus deren Augen Trauer spricht, die sehnsuchtsvoll zum Himmel blicken. Einsam, betend, Hoffnung auf die Reise schicken. Du stille Kraft, verliebt in die Gefangenschaft. Vernarrt in dicke, schwere Türen, hinter denen du, mit deiner Macht, belachst, die eisigkalte Glut. Wenn du das Feuer schürst, – mit Häme.Wenn du das bunte, frohe Leben in die Dunkelheit entführst. Es einschließt, in die Einzelhaft, damit es seiner Selbst sich schäme. Du stiller Schmerz, beleuchtest du im trüben Licht nicht auch das Rot des Herzens? Den vagen Hoffnungsfunken, der zart im Mondesschein sich bricht? In dessen milchig, fahlem Schimmer, ganz leis die Liebe zu dir spricht? Die Schönheit des Seins? – Die Sicht auf …

Wintermomente in Harrachov.

Ich sah diese Landschaft, wollte alles aufnehmen und aufsagen von dem was mich umgab. Ich wollte Momente festhalten, sie in Ruhe aufnehmen, genießen. Es öffnete sich der Himmel, die Wolken und der Nebel lagen mir zu Füßen. Die Weite dieses Stückchen Erde gehörte für einige Augenblicke mir. An jeder erreichten Lichtung freute ich mich in das Tal blicken zu können, hinüber zu den anderen Gipfeln, über die mit scheinbar weichem weißem Puder bedeckten Waldkronen. Ich nahm diese saubere klare Luft wahr, atmete sie ein und spürte in mir Losgelöstheit von manchem Ballast des Alltags zu Hause. Die Sonne wärmte das Gemüt und ließ mich die Kälte um mich herum vergessen. Der Himmel breitete sich in einem zarten blau über mir aus und ich hatte das Gefühl als würde mich der Moment tröstend streicheln wollen. Nach dem erreichen des Höhepunkts auf dem Berg, ging es wieder Richtung Tal, immer am Velká Mumlava, mit seinen Mumlava Wasserfällen, entlang bis hin zum Mummelfall. Die Erschöpfung war nach der langwierigen und schier endlos erscheinenden Bergauffahrt in den Gliedern mehr …

Sundayblue(s).

„Mirror In Blue.“ Foto © 01/2015 by Sascha Gawrilow / Herr Sushi™   Ich weiß nicht, wer bei mir im Kopf die Fäden zieht, aber meine Wochentage haben Farben. Wenn die Sonne scheint, spüre ich sie noch intensiver, als würde das Licht sie durchdringen und ihnen Atem einhauchen. Wenn mir der Bezug zu den Buchstaben, die einen Tag ausdrücken, fehlen, dann übernehmen dass die Farben. Sie bringen die 24 Stunden in Form und zeigen mir, wann die Sonne aufgeht – wie eine 1A Übersetzung. Auch bei den einzelnen Farben habe ich manchmal keine Wahl. Sie kommen dann, um zu bleiben: vom dunkelgrauen Montag bis zum meeresblauen Sonntag und dazwischen Orange, Hellblau, Lila, Braun und Grau. In diesen Farben kann ich mich verlieren, sie berauschen meine Sinne weitaus mehr als die qualvolle Suche nach den passenden Buchstaben, um einen Ausdruck zu finden, ein Gefühl zu definieren. Sie sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Grundlage meiner Wahrnehmung.  

Azurblau.

Hohe Mauern links und rechts von mir, in der Mitte ein schmaler Weg, der nur zwei Richtungen kennt. Ich laufe, laufe geradeaus, weil ich mir sicher bin, dass da der Ausgang sein muss. Und doch treffe ich nur wieder auf eine Sackgasse. Schon wieder verlaufen. Ich spüre Wut in mir aufsteigen und doch will ich mich nicht von dieser beherschen lassen. Ich drehe mich um, schaue was ich übersehen habe bis hier hin. Wieder den schmalen Weg entlang. Die hohen Mauern hüllen mich ein. Ich fühle mich gehetzt, will einfach nur raus aus dieser Enge, die mir scheint die Luft zum Atmen zu nehmen. Angst, Panik – alles scheint den Raum einnehmen zu wollen in dem ich versuche mich zu bewegen. Für mich scheint kein Platz zu bleiben. Mein Blick hetzt nach links, blicke nach rechts, nach unten … und letztendlich nach oben. Ich blicke hinauf in das einzige Indiz für Weite und Freiheit. Mitten hinein in den azurblauen Himmel über mir. Dicke helle Kumuluswolken ziehen ihre unbestimmten Bahnen inmitten ihrer Individualreise.Sie lassen sich treiben …

Hoffnungsvolles Kind.

Manchmal bin ich wie ein kleines Kind. Dann schaue ich mir staunend die Welt um mich herum an, wie wunderbar sie doch ist, wie viel Spaß es machen kann in ihr zu leben. Ein Teil ihrer zu sein, all ihre Facetten wahrzunehmen, die Geborgenheit zu spüren und das Leben genießen zu können. Aber dann wunder ich mich oft über andere Menschen, die mich, ihr Kind in sich, verloren haben. Ich sehe sie mit tiefen Sorgenfalten durch diese Welt gehen und über Belanglosigkeiten des Alltags zu reden. Doch sehen sie nicht den schönen Regenbogen dort am Horizont? Manche laufen gebückt, so als würden sie die ganze Welt auf ihrem Rücken tragen, blicken hoffnungslos und leer auf ihren eigenen Schatten. Ich springe neben ihnen her und lache und sie fragen mich, wie ich nur so fröhlich sein kann, es ist doch ganz dunkel, der Himmel ist so bewölkt und zu dem regnet es. Ich schaue strahlend in diese matten Augen und zeige ihnen die Wunder dieser Welt: da die schöne Blume am Wegesrand, dort ein Tropfen auf …