Monate: August 2014

Sommerreise.

Foto: Sascha Gawrilow Wieder einmal habe ich es nicht geschafft in diesem Sommer zu verreisen. Keine spanischen Mentalitäten, keine englischen Gepflogenheiten, keine kanadischen Hochwälder. Und doch bin ich weiter, als jemals zuvor herum gekommen, in den Weiten des Naheliegenden. Ich war an den Stränden der Gegenwart, sah das Glitzern der Möglichkeiten hinten am Horizont, lag im Schatten von Felsen der Erinnerung. Nie reiste ich weiter in eine Welt, die so fremd und neuartig ist, wie auch gleichermaßen vertraut. Und die Andenken an diese Reise, sind fest verankert im Herzen und gehen niemals mehr verloren, auf einem Billigflug zurück in die Heimat.

Retrieval.

X: „Frei ist der, der sich anders zu sein erlaubt. Doch schau Dich um, alle sind gleich, doch finden sich anders. Und die, die wirklich anders sind, werden als “komisch” bezeichnet und befinden sich dennoch näher an ihrer eigenen Freiheit, als jene die der Freiheit trachten. Verrückt irgendwie und ganz anders so betrachtet! – Aber es gibt eine Lösung und die schaut bei jedem anders aus. Allerdings bleibt vielen diese verborgen, weil eben jene die eigene innere Sprache nicht verstehen.“ Y: „Und natürlich reden wir uns viel zu viel ein oder lassen uns sagen wie wir sein müssen, um passend zu sein für mehr Individualität und Freiheit in der Teilhabe des globalisierten Lebens. Und daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen einen an der Waffel haben und inkompatibel werden mit der Funktionalität in einer “Welt der offenen Türen”. Man kann sich schnell überflüssig fühlen. Sich selbst überflüssig machen. Und irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Man kann dies alles ganz schnell, auch das ist Freiheit, aber eines sollte man dann nicht tun: Sich darüber …

Mixtape N°3.

Ein neues “Mixtape” mit den für mich erinnerungswürdigsten Tracks aus den vergangenen Monaten. Zusammengestellt für dieses Gefühl, genau in diesem Moment, welches sich in mir ausbreitet, dass sich nicht nur allmählich dieser Sommer dem Ende zuneigen wird, sondern auch die Gewissheit, dass die vermehrt kommenden graueren Tage nicht nur niedrigere Temperaturen, Trübsal und Lustlosigkeit mit sich bringen, sondern vorallem eine ordentliche Portion an neuen Inspirationen, Entdeckungen und einem musikalischem Fundus, um das eigene Spektrum erneut zu erweitern. Tauche ein, um in dieser Gegenwart in die vergangenen Tage dieses Sommers zu reisen und die Erinnerungen für morgen zu sammeln, um vielleicht schon in den nächsten Frühling, weit hinter dem bevorstehenden Herbst und Winter, zu fliegen. Doch vergessend zurücklassen will ich diese Jahreszeiten nicht und lasse meinen Anker hier. So schwebe ich hinein in den Abend und in den Tag, voller Erwartungen an die fernen Zeiten, immer wieder die Erinnerungen berührend, mit dem Soundtrack meines Sommers im Ohr. Immer wieder bereit im Hier und Jetzt zu sein. Tracklist: 01. Michna  “Increasing Ambition” / 02. Polica “Chain My …

Physis.

Während mir die Sonne warm ins Gesicht scheint werde ich abermals von einem Traum hinweg gerissen. Eine Melodie ertönt sanft in meinen Ohren und ein betörender, aber nicht aufdringlicher Geruch umspielt meine Sinne. Ich sehe verschlungene Farben in vollendeter Harmonie. Gleißend goldenes Licht spielt auf einer Wiese und vertreibt Schatten und Kälte. Mein Herz ist erfüllt von Wärme und Licht. Die Melodie definiert sich deutlicher und ich bemerke, dass es die Melodie meines Lebens ist. Ich bin Teil von längst vergangenen Zeiten, gegenwärtigen Zeiten und zukünftigen Zeiten. Der Wind der Zeit weht unaufhaltsam. Ich berausche mich an der vollkommenen Schönheit dieses Ortes, beneble mich an seiner Herrlichkeit. Obwohl dieser Ort nur in mir existiert, merke ich doch deutlich, dass auch ich ein Teil von ihm bin. Diese Welt ist eine virtuose in sich geschlossene Harmonie, unübertrefflich und fehlerfrei in ihrer Anmut. Sie empfängt mich mit ihrer Herzlichkeit und in ihr finde ich Vertrauen und Geborgenheit. Diese Welt ist voller Ruhe und Besinnlichkeit. Auf sattgrünen Wiesen entfalten mannigfarbene Blumen ihre volle Schönheit und Bäume schaukeln im …

Hüllenlos.

Zu Besuch in der 33. Ausstellung der Kunstzone M1, Mohrenplatz, Gera „Hüllenlos“ (Ausstellung vom 22.08. bis 28.09.2014) Ich stehe im Raum. Die Bilder an den Wänden malen neue Bilder in meinem Kopf. Mein Blick verweilt zwischen manch gerahmten, halb entblößtem bis nackten Leib. Malerisch und fotografisch fixierte Momente, festgehalten für eine ungewisse Ewigkeit. Ich sehe klare Körper, erahne Konturen menschlicher Hüllen, deren Estetik, Formen und erotischen Reize mich in ihren künstlerischen Umsetzungen auf Reisen ganz nah der Haut mitnehmen. Ich spüre wie die Fantasie prickelnd beginnt ihre Kreise zu ziehen, um nun jeden folgenden Moment zu erobern. Fange an diese besondere Reise durch die Blickwinkel der Fotografen und Maler zu genießen und zu verstehen. Versuche jeden Schatten zu orten, jeden Lichtstrahl zu deuten, jeden Pinselstrich zu verfolgen. Die menschliche Nacktheit wird zur Nebensache. So offenbaren sich “hüllenlose” Geschichten in Bildern über jene Personen, die als Kunstobjekt fungieren, gar über den Menschen der den Pinsel über das noch leere weiße Blatt Papier führt oder der Person, die die Linse im richtigen Licht fokusiert. Manche Geschichten finden …

Das Höchste.

Es ist wohl das höchste, irgendwann (bis hin und wieder) zu erkennen, dass mir das Leben das hellste Licht bieten kann, hinter all diesen Schatten, welcher mich oftmals erblinden lässt. Blind macht für das schöne und erstrebenswerte. Wenn ich sie finde, diese wenigen kleinen Türen, in dieser schier endlosen Welt der Möglichkeiten und mich zu meinem eigenem wahren Ich begebe, inmitten aller Wahrheit, und diese dann durchschreite, nachdem der Zweifel und die Schwächen meinen Willen kraft- und haltlos machten. Hinter diesen Türen die Gabe findend und die Kraft erkennend danken zu können, ganz egal wieviele Narben ich selbst erlitten und davon getragen habe. Den Mut dazu gewinne zurück schauen zu können und zu erkennen, dass ich nicht immer nur die Marionette der “Anderen” war, sie nicht die einzigsten waren die die Schnüre in der Hand hielten. Zu erkennen das die Vergangenheit nicht veränderbar ist, aber ich verzeihen kann. – Den “Anderen” und vor allem mir selbst. – Mich befreien kann von allen Ängsten und Bedenken, um die eigenen Mauern nicht weiter unüberwindbar in den Himmel …

Sundowns.

Fotografien: Sascha Gawrilow, 2011 – 2014 Wenn ich auf manchen Spaziergängen am Abend den Stillstand und die Ruhe finde, einfach so stehen bleibe, die sanften Küsse der Sonne auf den Horizont fühle und eine Aura in mir, ganz nah dem Herzen, wohlsam und befreiend spüre, dann gilt mein Blick nicht mehr nur dem Weg oder meinem Ziel. Finde mich wieder mitten im Jetzt, blicke in die Ferne und ganz tief in mich hinein, atme die Frische und den klaren Duft der abendlichen Luft, ganz langsam und jeden Atemzug wahrnehmend, ein und wieder aus. Verliere dabei in jedem Moment der Zärtlichkeit keinen Gedanken daran wieviel Verzweiflung, Last und fehlender Mut hinter meinem Rücken liegt. Will mich nur an Wärme, Freude und grenzenloser Liebe erinnern. Meine Sicht fliegt über dieses Leben, wie die Wolken sanft daher. Das weiche Licht, welches das Ende und zugleich den Anfang des Tages mit einem Farbenspiel besiegelt, umhüllt mich und schließt mich ein, in all seine Facetten. Bestätigt meine Zweifel und zugleich die Zuversicht. Schenkt mir diesen klaren Sinn von alledem was …

Ad infinitum.

Manchmal drehen sich die Fragen nur darum, woher sie kommen und warum die Worte fehlen, um sagen zu können was man denkt zu fühlen, weil man es weitertragen will, dieses Wissen der Ungewissheit. Doch es gibt da keinen Anfang hinter dem Ende, wo man eingreifen könnte. Alles ist in einem strömenden Fluß und man trifft auf kalten Wiederstand im Stillstand. Alles bewegt sich immer weiter vorwärts und rückwärts zugleich. Man schwimmt zu Zielen, die doch nur wie kleine Rettungsringe auf hoher See erscheinen. Geht unter, obwohl man schwebt. Die verirrten Regentropfen des Spätsommers schmecken auf der Zunge nach salzigem Meereswasser, spenden Sehnsucht und flüstern einen längst verdrängten Traum zwischen all den Fragen, Bedenken und vergessenen Worten. Dann dreht man sich weiter. Rotiert  in immer kleiner werdenden Kreisen. Verspürt wie die Kraft in einem wächst, Mauern durchbrechen zu können und die Welt würde nach den eigenen Regeln funktionieren. Fühlt, wie man wieder seine Welt betritt und diese einem zutiefst erfüllt. Man schaut hinunter zu seinen Füßen. Auf dem Boden, auf dem man droht Wurzeln zu schlagen, …

Karussell.

Ich höre den Refrain dieses Songs und finde Gefühle im Wort für diese Gedanken, fühle dieses Karussel, auf dem ich zeitweilen stehe, ohne mich daran zu erinnern, mich irgendwo zu befinden, wo Karussels zu finden wären. Es fängt an sich zu drehen und alle Lichter und Gesichter werden zu bunten Streifen, die mich nicht gehen lassen, die mich aber auch nicht halten können. Das Leben ist… und wenn ich klug wäre, könnte ich diesen Satz hier beenden,doch dass liegt nicht in meiner Natur und wenn mich jemand weise nennt, dann liegt es nicht in deren Natur, sich die Zeit zu gönnen um darüber nachzudenken. Ich könnte mich natürlich auf eine Wolke setzen und verträumt beobachten, was da geschieht, weil ich es ohnehin nicht verändern kann. Könnte fasziniert sein und mich einfach hingeben. Mich dem Leben hingeben, das klingt wunderbar und ganz und gar irgendwie möglich bis unmöglich. Ich muss denken. Immer! So steh ich da und komme mir hin und wieder ganz schön clever vor und tue so, als könnte mir niemand etwas vormachen. Doch …

Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“ René Descartes Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine …