Monate: Mai 2014

Metaphern und Anekdotensalat.

Du kannst doch nicht ewig mit dem Bleistift gegen den Schreibblock klopfen und hoffen, dass eine kluge Metapher vom Himmel direkt in dein Gehirn rutscht. So eine Rutsche gibt es gar nicht! Verstehst du, was ich dir sagen will? Der Fisch muss dem Fischer schmecken, nicht der Schleuse. Oder, anders gesagt: wenn man Zahnschmerzen hat, geht man zum Zahnarzt. Wenn ich Apettit auf Schokoflocken habe, suche ich den Supermarkt auf. Und wenn mir der Sinn nach frischen Geistesblitzen lechzt, gehe ich raus vor diese Tür, die mir allzuoft eine Welt bescherrt, wie ich sie mir vor dem durchschreiten dieser nie erträumt hätte. Gehe dahin, wo all die Geschichten herumfliegen! Und nein, denk jetzt bitte nicht an Zeppeline oder Helikopter, nein, in solchen Erungenschaften unserer menschlichen Spezies sind die schönen Geschichten nicht unterwegs. Aber, wenn du Metaphern so gern magst, biete ich dir kostenlos die folgende an: Die Geschichten befinden sich in Luftballons und dein Verstand ist der Pfeil, mit dem du sie greifbar und erntereif zauberst. Ein gezielter Wurf und der geheime Inhalt der Ballons …

Sinnschnipsel – Ein Dialog.

Sascha: „Den besagten „Sinn des Lebens“ kann es in Echtzeit nicht geben. Würde er tatsächlich nachweisbar existieren, wäre dieser schon fertig und würde den sehnsüchtig gesuchten Sinn ergeben. Jedoch gibt sich der Mensch mit erreichbaren, gegebenen und fertigen niemals zufrieden und strebt immer weiter ins Große. Würde es somit einen festen Sinn für alles geben, würde der Mensch wohl nicht mehr existieren. Das ergäbe wiederum Sinn. Kurzum müsste der Sinn des Lebens das stetige Streben nach dem Unerreichbaren überirdischen sein. Immerhin streben wir ja auch alltäglich immer das an, was wir noch nicht sind und weniger das was wir einmal waren. Right?“ Regina: „Wenn du „right“ wärst,hätten wir den ersten Menschen vor uns der den Sinn des Lebens ergründet hätte.“ Sascha: „Ich kann ja den Sinn des Lebens nicht ergründen, wenn er doch eigentlich nicht da ist… also, eigentlich schon, nur halt nicht so wie es sich so manch einer wünscht. – Wie gesagt, wenn wir ihn finden würden, gäbe es bald niemanden mehr, den man es sagen bräuchte, weil ja jeder ihn kennt und …

16. April: “… Es ist gut ein bisschen Verrücktheit in sich zu tragen. Okay, ich bin ehrlich, ich finde mich manchmal ziemlich nervig wenn ich über meine Grenzen hinaus verrückt bin. Aber Verrücktheit lässt uns auf die komischsten Ideen kommen. Diese Ideen können uns zum lachen bringen und lassen auch Leben verändern, das eigene wie auch andere. Vielleicht kann man nicht die Welt damit verändern, aber das Leben und die Menschen welche uns umgeben. Wirkliche Ideen werden in nicht alltäglichen Situationen geboren. Stehen uns im Alter die Möglichkeiten der Verwirklichung offen, lässt die Verrücktheit uns leider meist hinter den Mauern der Vernunft stehen. Lernen wieder mehr Kind zu sein wäre eine gute Übung …” 19. April: “… Aber vielleicht bin ich schon mittendrin. Vielleicht bin ich allzu oft schon mittendrin und bekomme es gar nicht mit, oder sogar erst dann, wenn es schon vorbei ist und ich am obersten Gipfel stehe und zurück schaue. Und ganz oft fühle ich mich, als sei ich der Erste dort und erfahre es doch erst als Letztes. Es ist …

Realität ist ein schwammiger Begriff. – Bodenständigkeit und Abgehobenheit so naheliegend ineinander greifend. Die Krone unseres Geistes ragt so unvorstellbar weit über unsere eigentlichen Grenzen hinaus. Bei all diesen Verschmelzungen von Realitäten und “Utopien” ist es grundsätzlich wichtig zu wissen wo die eigenen Wurzeln verankert sind und an welcher Quelle wir uns nähren. Unsere Äste und Blüten können stetig in das Licht sprießen, welches unseren Geist nährt und weitere Impulse bringt. Doch wir selbst dürfen uns nicht unseres eigenen Wesens dissoziieren, sollten dem Möglichen treu bleiben und uns nicht in Träumen verlaufen.

Und wieder ein Stück näher am Vertrauen an dieses Leben und die Zeit die mit diesem verbunden ist. Sollte man sich doch des öfteren nicht nur fragen wo all die scheinbar verlorene Zeit geblieben ist, als eher eine Perspektive zu suchen, die einem zeigt, was sich in der Zeit entwickelt hat, die wir so oft als verpasst oder verloren empfinden. Zeit vergeht grundsätzlich nicht ungenutzt. Zeit gestaltet auch im Stillen ihre Formen. Uns steht es frei, wann wir eingreifen und wieder mitgestalten wollen, als nur am Ende vor einem Lebensbild zu stehen, welches uns mißfällt und wir nur darüber meckern und krampfhaft versuchen die Tränen zurück zuhalten.

“Es gibt Momente, in denen tue ich was ich bin. Es gibt Momente, in denen bin ich was ich tue. Es gibt Momente, in denen breche ich aus. Es gibt Momente, in denen finden wir in der Einsamkeit ein Wir. Es gibt Momente, in denen verliere ich mich in deinen Augen. Es gibt Momente, in denen glänzen sie durch meine Worte in deinen Ohren. Es gibt Momente, in denen schließen sich unsere Augen und lassen einfach geschehen. – Unvergesslich diese Momente, in denen wir beisammen sind und uns selbst das Wort „Liebe” vergessen lassen. Nur das Gefühl uns in den Bann ziehend, uns immer weiter kopf- und haltlos fallen zu lassen …“ // she said to me quietly: fall in love.

Fernweh.

„Daheim ist es am schönsten.“, denken wir uns, wenn wir von Reisen wieder den Schlüssel in das Schloss stecken und uns der bekannte Geruch entgegen weht. Ich rieche nichts als ich die Wohnung betrete. Zumindest nichts Besonderes, sondern eher den Staub auf dem Regal. „In zwei Tagen ist er eh wieder da“, denke ich mir und lasse ihn liegen. Genauso wie die Post. Handyvertrag, Strom, Miete und Prospekte, die mich dazu nötigen, noch mehr zu kaufen, als ich eh schon habe. Und da liege ich auf der seit Wochen unbenutzten Decke und schalte zum dritten Mal durch das TV-Programm. Dem Rest der Wohnung habe ich immer noch keinen Blick gewürdigt. Die Bilder an der Wand sind eben immer noch dieselben, der Mülleimer immer noch überfüllt, Bücher auf meinem Nachttisch immer noch nicht gelesen, Pflanzen auf meinem Fensterbrett seit Wochen nicht gegossen. Hängender Kopf – auch bei der Orchidee. Ich lasse den Blick weiter schweifen, schüttel still mit dem Kopf, schalte den LCD-Fernseher wieder aus und stehe auf. Ich nehme die Reisetasche, kippe sie aus, lasse …

Grenzen(los).

Und natürlich reden wir uns viel zu viel ein oder lassen uns sagen wie wir sein müssen, um passend zu sein für mehr Individualität und Freiheit an der Teilhabe des globalisierten Lebens. Und daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen einen an der Waffel haben und inkompatibel werden mit der Funktionalität in einer “Welt der offenen Türen” und vor allem mit sich selbst. Man kann sich schnell überflüssig fühlen. Sich selbst überflüssig machen und irgendwann fühlen nicht mehr gebraucht zu werden. Man kann dies alles ganz schnell, auch das ist Freiheit, aber eines sollte man dann nicht tun: Sich darüber wundern. Denn dies ist wirklich kein Wunder, wenn alles nach Selbstverwirklichung schreit und orientierungslos in die Grenzenlosigkeit strömt …

Spiegelbild.

Mein Spiegelbild sagt mir, dass ich mich mehr und mehr an mein Ich heran taste, näher zu mir selber finde, lerne mir vertrauen zu können, mehr an mich zu glauben, um die Lebenskraft ausstrahlen zu können, die anderen Menschen helfen kann, mir zu vertrauen und an mich zu glauben. Über mein Spiegelbild muss ich oft schmunzeln und doch weiß ich genau, dass nicht gerade die lustigen Seiten des Lebens meinen Humor formten. Es ist schön dem Leben lächelnd gegenüber zu treten und sich selbst dabei zu akzeptieren. „Man sagt immer, dass die Zeiten die Dinge ändern, aber in Wirklichkeit muss man sie selbst ändern.“ Andy Warhol

In mir.

  Es ist, und es ist da Es ist un-bedingt und natürlich Es ist die Liebe, es ist das Leben Und es ist das Leid Die zarte Leidenschaft und die volle Hingabe Das in sich gelöst sein und verträumen in dem was ist Was da ist und doch nicht hier Es ist die stille Enge und der Moment der Entpuppung Es ist die entfaltete Seele Es ist die Weite und die Freiheit Es ist die Verbundenheit und die nie endende Tiefe Es ist das zarte Sinken Es ist das hohe Flattern Es ist der Aufbruchs-schrei und der Freudentaumel Es ist der Fall und das Erwecken Es ist das Liegen und das Atmen Es ist die Ruhe Es ist das Augen-schließen und das Wärme spüren Es ist das Öffnen und das gespannte Staunen Es ist, es ist alles da, hier in mir Und es fühlt sich so gut an.