Monate: Januar 2014

“Weil ich gerade einmal wieder mehr Fragen in meinem Kopf hatte, als ich jemals Antworten auf diese hätte. Weil ich vielleicht auch eben überhaupt gar nichts mehr dachte und sich die Taubheit drohte breit zu machen. Alles wollte sich in eine gefühlslose Leere in diesem Augenblick hüllen. Alles schrie nach irgendeiner wärmenden menschlichen Nähe in dieser unendlichen Weite des Seins. Allein der eiskalte Wind blies mir durch´s Gemüt und ließ mich star und orientierungslos da stehen, wie umhüllt von dunklen Bäumen in einem dichten Wald. Ich versuchte aufzuhören darüber nach zudenken, über diese Leere, über diese Hundertschaften antwortloser Fragen in meinem Geist. Bis ich mir wieder bewusst wurde, dass sie schon so oft kamen – diese Nichtigkeiten. Und als ich mir darüber den Kopf zerbrechen wollte, ob ich mir alles nur wieder einredete, wurde mir im gleichen Moment einmal mehr dieses Wunder bewusst. Eben genau dieses Wunder des Gegensatzes der Leere und der Fülle, tief drinnen in mir. Dieses Wunder der Welt. Dieses Wunder meiner kleinen Existenz. Dieses Wunder der Suche nach der Erfüllung. Diese …

Die Sprache soll über Skalen der Musik verfügen. Der Dichter soll immer, in allen Fällen, des lebendigen Wortes mächtig sein, das mir die Sache erzählt, das meine Seele durch seine Treffsicherheit bis hin zum Jammer verletzen kann. Das Wort kann in Farbe, in Laute, in Gerüche verwandelt werden. Aufgabe des Dichters ist es, das Wort so zu verwenden, dass es wirkt, dass es nie versagt und nie abprallt. Man soll sich in der Wortfülle tummeln und austoben können; man soll nicht nur die unmittelbare, sondern die heimliche Macht des Wortes kennen und verstehen. Es gibt Ober- und Untertöne in Wörtern, und es gibt Nebentöne. Knut Hamsun (1859-1952)

Aufstehn´.

Da sitzt Du nun und verschwendest deine Zeit… Leben. Etwas so wunderbares und vor allem einzigartiges. Und doch ist es scheiße, oft, manchmal. Du sitzt. Du denkst. Du tust nichts. Gar nichts. Wenn du vieler solcher Tage hast, denkst Du dein Leben ist scheiße und sinnlos. Du denkst, Du hast versagt. Die Anderen. Die haben so viel zu tun. Die machen etwas. Die haben etwas. Die Anderen sind es, warum du denkst, dass du versagt hast. Du vergleichst. Du bemerkst, dass du etwas nicht hast. Etwas nicht hast, was der andere zum Leben braucht. Was ihn glücklich macht. Du dagegen hast es nicht. Du denkst, dass ist der Grund, warum du nicht glücklich bist. Nie glücklich sein kannst. Du willst es auch haben. Doch du bekommst es nicht. Nein, du hast es nicht. Vielleicht, denkst du, du bekommst es nie. Niemals. Ewig auf der Suche wirst du sein. Dein Leben lang. Du suchst nach der Erfüllung deiner Leere. Nach dem etwas. Das, was die Anderen so glücklich macht. Dann gibt es einen Tag, an dem …

So viele Worte wollen gesprochen und geschrieben werden, solch viele Gedanken drehen Kreise in der Unendlichkeit des Geistes. Alles scheint unschaffbar zu sein um an das richtige Ohr zu gelangen, das richtige Herz zu berühren. Solch viel Tatendrang und so viel Begrenztheit. Doch am Ende geht es doch eigentlich nur um die Nähe und den stillen Wunsch nach mehr geistiger Umnachtung. Herr Sushi

Das Schreiben klarer Sätze ist genauso wichtig wie das Weinen konfuser Tränen. Das Weinen klarer Tränen ist genauso wichtig wie das Schreiben konfuser Sätze. Norbert Esser

Ich möchte sie nicht missen, diese Menschen, die mir Zweifel mit einem Mal fort lächeln. Die mich für Momente fesseln mit einem ehrlichen Lächeln und mich bewegen, wenn ich drohe im Stillstand zu verweilen. Menschen, die Beruhigung geben und mir meine Bedenken nehmen. Will sie anschauen deren Mundwinkel, die sich endlos Richtung Sonne strecken und so viel Schönheit ausstrahlen, dass ich mich an sie hängen möchte, um etwas davon abzubekommen. An die ich mich hängen möchte wenn ich drohe haltlos zu fallen und sich meine Ängste in leichter Frühlingsluft auflösen. Sie einfach verschwinden – so schnell wie der Wind. Ich will nicht blind und taub gegenüber der wahren Schönheit sein. Ich möchte sie nicht missen.

Aus diesem Leben kommen wir nie mehr wieder raus.

1. An dieser Straßenecke war ich für einen Moment der traurigste Mensch der Welt, versprochen. Nie kann jemand dort trauriger gewesen sein, als ich. Wenn ich mit dem Bus dort vorbeifahre, stelle ich mir vor, wie dort ein Denkmal für mich errichtet wird. Auf dem steht: hier hat der traurigste Mensch der Welt für dich geweint. 2. Wie gefällt dir dieser Gedanke: jemand weint um dich. Ich glaube, die Antwort verrät ziemlich viel über jemanden. Findest du das schön? Findest du es traurig? Sammelst du Tränen, wie du Unterwäsche sammelst? Und Haarnadeln, die sie in deinem Bett verloren haben? Und Momente, die jemand mit dir geteilt hat, der noch gar nicht wusste, dass du gar nichts teilen kannst, das dir nicht gehört. 3. Unsere Stadt ist aus Klebstoff. Überall haben wir unsere Namen mit einer Berührung festgeklebt. Hier haben wir dümmlich gelacht und dort noch dümmer geweint über das Dümmste der Welt: uns zwei. Hier haben wir getanzt und hier haben wir getrunken, dort drüben stand dein Fahrrad, ich weiß es noch genau. In diesem …

Winterlied / Hoffnungsschimmer

Wenn bald die letzten Augen schließen lass’ uns diesen einen Tanz noch wagen wenn letzte Tränen von Eiszapfen fließen lass’ gemeinsam nochmal „ja!“ uns sagen Ich will ein letztes Mal dich noch erleben wirst du mich noch einmal sicher führen unter meinen Füßen wird die Erde beben werd’ ich im Winter heißen Atem spüren In der Leidenschaft der alten Lieder durch Ruinen von verlassenen Städten trampeln wir jeden Rest von gestern nieder bis uns die Leere platzt aus allen Nähten Wie neue Menschen auf entlegenen Wegen über Schlachtfelder und Leichenberge wie der Wind werden wir Schnee wegfegen durch kahle Gärten, über Gartenzwerge Auf leeren Straßen, unter toten Ampeln bis wir den neuen Morgen vor uns sehen lass’ uns tanzen! Lass’ uns trampeln! Bis wir wieder ganz am Anfang stehen Von einem Gipfel aus, ganz eng beisammen brennt unser Feuer dann am Horizont sehen wir Menschen tanzen, neu entflammen schimmert Hoffnung durch die Winterfront Foto :: „Winter Wonderland“ by Anton Stenander

Ich denke es ist schon klar, warum der Mensch zu seinen Lebzeiten keine Flügel sein eigen nennen darf. Zumindest solange er in seiner irdischen Existenz nach dem sucht, was er Erfüllung nennen würde. Die Abstürze, der viel zu gewagten Höhenflüge, würden uns wohl eher ein kurzes Leben bescheren. Es ist gut, hin und wieder oben zu schweben und unser Potential bis an unsere Grenzen auszureizen. Natürlich lieben wir es manisch Zukunftspläne zu schmieden und diese auf die Bühne des Lebens zu bringen. Doch manchmal braucht es eine Auszeit, um inne zu halten und zu schauen, was wirklich mit und in uns abgeht. Dann fällt für kurze Zeit der Vorhang und bringt uns zurück zu dem was wir wirklich sind solang wir atmen: Menschen mit großen Träumen und zwei viel zu kurzen Beinen.